Welche Belastung beim Kustflugsegler?

Mich würde sehr interressieren wieviel g auf einen Kustflugsegler wirklich
wirken können!
Hat gemand sowas mal nachgemessen ?Mit hilfe eines g-Messers?
Im Manntragenden sind Flugzeuge wie Swift S1 bis max +10/-7,5g zugelassen.
Wie sieht das im Modell aus?
Wird nur von dem Rumpf das Lastvielfache errechnet oder vom ganzen Modell?
zB: Rumpf wiegt 100 Kilogramm ,Belastbarkeit bis 10g gleich Fläche kann mit 1000 Kilogramm belastet werden ?

Es wäre mir lieb wenn sich Personen äußern die Spezialist in diesem Fachgebiet sind.
 
Im Schuss wurden schon 40 g gemessen IIRC.


Für die Festigkeitsauslegung berücksischtig man in erster Näherung nur das Rumpfgewicht, da man davon ausgeht, dass sich jeder Abschnitt des Flügels selbst trägt. Bei der Abschätzung, ob der Auftrieb die nötige Beschleunigungskraft auch liefern kann (also z.B. Berechnund der Manövergeschwindigkeit), muss aber natürlich das Gesamtgewicht berücksichtigt werden.
 

Steffen

User
Was willst Du denn da wissen? Die Querkräfte und Biegememomente (die sind von Größe und Gewicht des Modells abhängig) oder die Lastvielfachen (die sind vom Flugstil abhängig)

Modellkunstflieger sollten mit 20g auskommen, brachiale Vorführungen mit Hotlinern eher in die 80g.

Die Belastungen ergeben sich dann aus Rumpfgewicht, Lastvielfachem und Spannweite.

Ciao, Steffen
 
Moin ,

folgendes hat Ingo mir mal zugeskypet , hat er mitgeloggt :

Ingo Seibert schrieb:
hab ich am SBF mit dem Salto gemacht. Bei normalem Kunstflug kaum über +/-2-3 g

Im Salto mal 7,5, dann haben die Flächen aber auch schon fast Beifall geklatsch
Also wenn man für +/- 10 g auslegt , sollte das auf alle Fälle reichen .



Edit: Ingo hat einen Hänel Salto
 

Steffen

User
Naja, sagen wir mal so: wenn der Kunstflug in etwa so aussieht, wie bei den großen, dann liegen auch ähnliche Gs an (um 6). Ein wenig Thermik dazu und schon sind es 10.

Wenn man so fliegt, wie es in Kunstflugwettbewerben mit Modellen aussieht (nach Videos, die ich gesehen habe) reichen 10g sicher nicht aus, die liegen schon ohne Böen an.

Auch ist ein g-Log unter Umständen fragwürdig, wenn man keinen Spitzenwertspeicher hat, sondern nur ist-Werte protokolliert und diese mit keiner sehr hohen Samplingfrequenz gemessen werden.

Ciao, Steffen
 
Genau nach dem Lastvielfachen ist gefragt :-).
Ich will mir keine Fläche aufbauen bevor ich nicht genau weiß wieviel G überhaupt an Belastungen bei Extremen Acro aufkommt.
Nur dadurch weiß ich wieviel Material in die Fläche muss und wieviel Reserve ich habe.
Also ich ich habe auch mit 20 g gerechnet ...
 

Gast_34738

User gesperrt
Das Lastvielfache im Kunstflug ist im Endeffekt bei jedem Segler egal ob 1,5m oder 6m immer gleich! Das heißt, bei einem Loop entstehen +2 - +4 G, je nach dem wie er geflogen wird. Wenn der Segler 2kg wiegt, so wirken 4-8Kg, wenn er 15kg wiegt, dann wirken eben 30-60kg auf ihn!
Ob der jeweilige Segler die wirkende G-Belastung dann auch aushält...ist eine andere Frage!

Hier einige Beispiele wie hoch die G-Belastung in etwa bei normal geflogenen Figuren ist:

pos. Loop 2-4G
neg. Loop 3-5G
Rolle 1-2G
geriss. Rolle 3-5G
Turn 2G

Den Segler auf 20G auszulegen ist übertrieben!



Grüße
 
Solo-Fox schrieb:
Also ich ich habe auch mit 20 g gerechnet ...
Wie Steffen schon sagte: Für klassischen Segelkunstflug (auch mit eckigen Figuren) sollte das reichen.

Für die "Ich will 500 m senkrecht anstechen und dann voll ziehen" Fraktion reicht es nicht.

Zur Abschätzung kannst Du auch genau so rechnen: Bei welcher Geschwindigkeit, oder senkrechtem Sturz aus welcher Höhe (was auch wieder einer Geschwindigkeit entspricht) will ich noch voll ziehen können, d.h. muss der Holm das CA max des Flügels verkraften. Aus dem Maximalauftrieb und dem Gesamtgewicht ergibt sich dann die g-Belastung.
 

barney

User
bruchpilot quax schrieb:
Hier einige Beispiele wie hoch die G-Belastung in etwa bei normal geflogenen Figuren ist:

pos. Loop 2-4G
neg. Loop 3-5G
Rolle 1-2G
geriss. Rolle 3-5G
Turn 2G

Den Segler auf 20G auszulegen ist übertrieben!
Wo hast du denn diese Werte her? (Turn: 2G :eek: neg Loop: 3-5G :rolleyes: )

-- Barney
 
Hatte kürzlich das Vergnügen im Grossen ein paar Knoten am Himmel mitzufliegen. Am Schluss hatten wir 4g auf dem Schleppzeiger (Bei 4g werden die Backen schon ganz schön schwer). Da noch ein paar Turbulenzen dazu, und es wird deutlich mehr. Dann den Piloten mit dem drohenden Grey- und Blackout bei ca. 6g raus, und es wird nochmal mehr gezogen.

Ich halte deine Werte für etwas blauäugig, Quax. Auch beim Hochziehen zum oder Abfangen aus dem Turn liegen schnell mehr als 2g an. Wir hatten in der ASK 21 auf jeden Fall mehr.
 

Steffen

User
bruchpilot quax schrieb:
Hier einige Beispiele wie hoch die G-Belastung in etwa bei normal geflogenen Figuren ist:

pos. Loop 2-4G
neg. Loop 3-5G
Rolle 1-2G
geriss. Rolle 3-5G
Turn 2G
Entschuldige, aber schon bei 1:1 ist das weitaus mehr.

Im wesentlichen wird da im Wettbwerb alles mit 6g geflogen.

Im Modellflug ist da aus diversen Gründen deutlich mehr angesagt.
keine Ruderdrücke, kein Gefühl für die gs.

Lasten in dem von Dir genannten Bereich werden unter Wettbewerbskunstfliegern als "Bögchen und Schleifchen" bezeichnet. Selbst die Aufsteiger fliegen deutlich mehr.

Ciao, Steffen
 

Hans Rupp

Vereinsmitglied
Hallo,

viele Figuren sollten doch auch eckig geflogen werden (Hut ...).

Ich würde mir das Holmberechungstool von Christian Baron hernehmen, das Modell eingeben, die Geschwindigkeit abschätzen (mit ein paar Annahmen kann man diese meines Erachtens recht gut ausrechnen) und dann mal mit einem Ca-Max von 1,0 rechnen.

Pylonflier fliegen ihre recht eckig anmutenden Wenden etwa mit ca = 0,6. Bei ca=1,0 wird das Modell ziemlich viel Fahrt verlieren, aber wenn man sich leicht versteuert, kann das schon mal zusammenkommen. Bei einem F3B-Modell (4kg, 62dm2...) kommen bei v=40m/s, Ca=1,0 ein G-Wert von rd. 15 raus. Die Abschätzung von Steffen, dass man mit 20g auskommt (incl. Sicherheitsreserve) dürfte sehr gut sein.

Hans
 

Steffen

User
Hans Rupp schrieb:
viele Figuren sollten doch auch eckig geflogen werden (Hut ...).
Nöö, nur weil da Ecken in den Arestisymbolen stehen, werden die nicht eckig geflogen.

Die Ecken sind nur in der Eindeutigkeit der Darstellung begründet.
Wie zu fliegen ist, sagen die Bewertungsrichtlinien.

und da gelten bei den Segelkunstfliegern nunmal die gleichen Regeln bei 1:1 und bei Modellen ;)

Ciao, Steffen
 

Ingo Seibert

Vereinsmitglied
Hallo zusammen,

habe das gerade erst gesehen. Da Sebastian mich schon erwähnt hat, möchte ich kurz mein Equipment vorstellen:

Eagle-Tree Flight-Data-Recorder Pro mit g-Force Expander und GPS-Antenne.

Modell war beim SBF mein guter alter Hänel-Salto mit 4,5 m und rd. 7 kg Fluggewicht. Hier die Logs von GPS-Fluggeschwindigkeit und g-Belastung:

Salto_SBF_GPS_Speed.jpg

Salto_SBF_g-Force.jpg

Werte wie 52 g oder 646 km/h wurden natürlich ausgefiltert ;)

Die Daten für Höhe, Speed etc. wurden gleichzeitig noch "barometrisch" geloggt, der Unterschied ist marginal, und hauptsächlich durch die nicht vorhandene Abnahme des stat. Druckes begründet:

Salto_SBF_GPS_Barometric_Alt.jpg

Hier nochmal die Gegenüberstellung, allerdings aus dem Graupner "Diamant":

Erstflug_EDiamant_4708_Alt_Bar_GPS_Alt.jpg

Der Flugweg sieht dann so aus:

Salto_SBF_GPS_Flugweg.jpg

Geflogen wurde dabei kein außergewöhnliches Programm. Ralf das Wunder hat mich mal wieder zum Programm der Segelflug-Acro genötigt, dazu noch ein wenig Rumgebolze wie Loopings pos./neg., Rollen und tiefe Überflüge. Beim dritten Start (es sind drei Starts hintereinander aufgezeichnet) sieht man sehr schön, dass ich oft auf dem Rücken rumgekurvt bin. Was die GPS-Antenne übrigens zu Aussetzern animiert, da ist die Linie im Flugweg nach einigen Sekunden Flugweg dann kurz unterbrochen. Ob die 260 beim zweiten Start echt sind kann ich nicht 100% sagen. Schnell war er schon :D. Da ich 200+ aber oft und auch mit Staurohr erreiche, sollte der Wert einigermaßen passen. Armer Salto ...

Zwischenzeitlich hatte ich den FDR mit demselben Equipment noch in meinem Doppeldecker, einer 1,75 m Twin-Zlin 50 von Airworld in Voll-GfK. Selbst bei Lomcevak, gestoßenen/gerissenen bei Vollgas etc. kam ich nie wirklich über 10 g hinaus, erst bei Vollgaskurven mit HR fast am Anschlag kam ich mal auf knapp 15 g.

Wenn ihr mir jetzt sagt, die Werte sind alle grottenfalsch - ok, kann ich mit leben. Jedenfalls hat mein Salto, der selbst gestoßene und gerissene Rollen klaglos mitmacht, bei den knapp 8 g laut Logger schon bald das Aussehen einer Glas-ASW-20 angenommen. Und das sieht man, da brauche ich kein Messgerät zu ;). Bei der verwendeten Sampling-Rate (12 Punkte pro Sekunde) (Nachtrag: Ich habe den Recorder gerade nicht hier, liefere die echte SR aber gerne noch nach) müssten wenigstens ab und zu mal Spitzen zu sehen sein. Ansonsten glaube ich einfach, dass da mit den Werten im (Achtung, genau lesen!) Normalen Segelkunstflug oftmals hemmungslos übertrieben wird. Wie übrigens auch mit den Servoströmen, wie ich jetzt recht gut darlegen kann, aber das ist eine andere Sache ;)

Nachtrag: Bevor ich Haue bekomme: Beim Log des Diamant sind es FUSS, nicht METER! So gut sind meine Augen nun wirklich nicht mehr ;)
 

Steffen

User
Sagt ja keiner was gegen. Zumal das ja ähnliche gs wie bei 1:1 sind.

Nur gelten drei Dinge, die man nicht vergessen darf:

Wenn Du nach dem GPS-Log eine Mindestfahrt von etwas über 20 hast und eine v_max von über 200, dann kann der Flieger nunmal rein physikalisch 100g erreichen.

Im Wettbewerbskunstflug fliegt man das was man muss und wenn da kleine Patzer drin sind (hoppla, ich musste ja andersrum), kommt man schnell auf 50% mehr.

Und wenn man dann noch Sicherheit haben will, braucht man auch noch ein wenig.

Und da sind 20g (inklusive Sicherheit) schnell weg.

Der alte Hänel-Salto geht auch bis etwa 15g.
 
Hallo Zusammen,

hier mal realistische Werte aus dem Manntragendem Kunstflug.

ASK 21:
Loop 4-4,5 g
Rolle zwischen +4 und -1,8g
Aufschwung 4,5g
Abschung +4g beim ausheben und -2g beim Fahrtrausdrücken.
Turn 4,5-5,3g

Beim Fox sind die Werte von den Turns ähnlich 4,5-6g
und bei den Rollen etwas weniger da man nicht Ausheben muss.

Alle werte habe ich selbst erflogen.

MfG Nici
 

Steffen

User
und wenn man sauber fliegt, braucht man beim Abschwung nur -1g und die Rollen hebt man nicht aus, womit sie nur +1 bis -1 sehen...


Aber das hat wenig mit den Lasten zu tun, die das Flugzeug im weiteren können muss...

Manche Flugschüler machen da nämlich auch -3,5 beim Abschwung und Rollen mit +5 bis -4 draus...

Gruß, Steffen
 
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