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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Fragen zu 20 - 25g Motor für Indoorantrieb



Porkus
23.01.2014, 14:24
Mal eine Frage an die Motorexperten (nachdem es im Slowflyerforum wohl keiner wusste), wie viel Leistung lässt sich aus einem 20 bis 25g leichten Indoor Motor rauskitzeln? Wünschenswert wäre natürlich auch ein hoher Wirkungsgrad, weil ja der Akku nicht zu schwer werden soll und die Halle schon warm genug ist. Das beißt sich halt etwas mit den möglichen 500g Schub von denen öfter erzählt wird.

Bisher hatte ich immer relativ preiswerten Motor/Regler Kombinationen, nur möchte man ja nach einigen Jahren Hallenflug auch mal Schub/Gewicht > 2 fliegen. Daher würde mich sehr interessieren, wie groß der Unterschied zu edlen (und leider teuren) Antrieben ist, bzw. welche Kombination da empfehlenswert ist um nicht zweimal kaufen zu müssen.

Hier mal 2 von mir getestete Antriebe, der Motor wurde an einem Rumpf fixiert, gemessen wurde wie viel Gewicht er langsam nach oben heben kann, dabei A und V gemessen mit etwa halb vollem 800 mAh 2s Akku. Wird nicht auf´s Komma stimmen, aber schon mal ein praxistauglicher Wert…

Tunigy 3020 / 1800 kv + 12A Plush von Hobbyking
Gewicht (ohne Stecker zusammengelötet) 24+11 = 35g
Schub mit 8x4.3 GWS bei etwa 9.5A und 7.4V ca. 380g
Der Motor wird im Stand recht warm, etwa 60-70° nach 30 sec grob geschätzt

Shocky Pulsar 1700kv + XQ-12 Regler von Pichler
Gewicht (ohne Stecker zusammengelötet) 22+9 = 31g
Schub mit 8x4.3 GWS bei etwa 8.5A und 7.4V ca. 360g
Der Regler wird zwar etwas wärmer als der Plush, dafür läuft der Motor ein wenig kühler. Insgesamt nur geringe Unterschiede zum HK Antrieb

m-ultimate
23.01.2014, 15:26
Hallo,
das ist generell ein Kompromiss, der gefunden werden muss. Bei der gewünschten Leistung ist Eta-max weit überschritten.
Schub-Gewichts-Verhältnisse sind aber schon seit Ewigkeiten mit deutlich über 3:1 möglich.
Zumindest geht das mit meinem DW8/18, ein Edelmotor aus dem Hause Slowflyworld (fliege ich seit 2007). Sogar an 3s kann man es krachen lassen... Beschleunigungen jenseits von gut und böse und für Hallenfliegen eigentlich hirnrissig.

Zu deinen Messungen: 30 Sekunden Vollgas? Ist das denn überhaupt nötig?
Du hast ca 70W Input, rechnen wir mal grob mit Eta 70%, dann hast du grobe 20W Verlust. Auf 25g Motörchen ist das schon eine ganze Menge und 60-70°C für 30 Sekunden gefühlt erstaunlich wenig.

Meines Erachtens entscheidet die Disziplin des Piloten, wie stark man seinen Antrieb auslegen kann. Für ungeübte und Vollgas-Junkies sind 2s 10A für 25g (mit guter Qualität) safe. Mit richtig viel Disziplin sind 3s und 15A auch möglich (bei Turnigy bezweifel ich das), aber da sprechen wir gleich mal von der doppelten Leistung und gleichzeitig mehr als doppelter Verlust- bzw. Wärmeleistung. Da sollte man aber wissen, was man tut und das Modell (Motorbefestigung) entsprechend auslegen. Mit den heutigen Waffeln unter 100g habe ich keine Erfahrung. Mit den damaligen Knuffeln und 150g ging es. Auf Dauer ist das aber auch nichts, denn mit dem Gas-management lässt sich kein sauberer Kunst bzw. 3D-Flug absolvieren. 2s und 8-10A sind auf Dauer optimal.
Und somit passen doch deine angegebenen Antriebe ganz gut.

Gruß
Martin

Porkus
24.01.2014, 08:39
Dann erstmal danke für die Info, das sind wohl ehrliche Worte mit denen sich mir viel erklärt.

Die 60-70° bei T 3020 sind geschätzt, der Motor läßt sich noch 10 sec anfassen, die Wicklung wird wohl noch paar Gard mehr haben.

Ich bastel halt aus Gewohnheit von meinen Seglern immer Antriebe die draußen nicht überhitzen, da sind etwa 30sec Vollgas meine Meßlatte, weil ja so ein Segler nach 20sec senkrecht eh an die Sichtgrenze kommt. Wenn man nun den Maximalschub in der Halle nur paar Sekunden braucht erklärt sich damit auch wie man 500g Schub aus einem 20g Motor bekommt.

Wäre natülich Klasse wenn noch jemand paar Meßwerte von seinen Antrieben rausrückt