Bauprojekt Duo Discus 5,33m mit KTW ausrüsten

Robinhood

Vereinsmitglied
Ich möchte hier kurz mein Bauprojekt vorstellen und habe gleich eine Frage an die Gemeinde (am Schluß dieses Beitrags).

Vor ein paar Monaten habe ich einen gebrauchten Vagenknecht-Duo Discus X (im Vertrieb von thommys.com) erstanden:

K1024_P1030342.JPG

Da auf meinem Vereinsgelände kein Schlepppilot ist und ich auch unabhängig sein will, soll der Duo mit einem Antrieb ausgerüstet werden. Aus optischen Gründen kommt nur ein Klapptriebwerk in Frage. Aber welches? Zufällig fand im Juli in Herrieden die Klapptriebwerksmesse statt, die optimal geeignet für die wichtigsten Grundinformationen war. Ich besah mir alle am Markt befindlichen Systeme und sprach viel mit Herstellern, Händlern und Piloten. Was mich etwas aus der Spur brachte, waren die Preise. Ab 1.500,- und bis über 2.000,- EUR (nur für das KTW ohne Akkus) waren gang und gäbe. Ein Haufen Geld. Ich überlegte mir, evtl. doch auf einen Schleppiloten zu warten oder nur am Hang zu fliegen. Bis ich am Stand von Dirk Merbold (Hersteller von KTW-Ansteuerungen) eine Mechnik sah, die nur als Anschauungsmodell zu sehen war. Der Konstrukteur sei aus Österreich und nicht anwesend. Aber die Visitenkarte nahm ich mit, weil mir die Grundidee des "RaBe"-Klapptriebwerks sehr gut gefiel. Es handelt sich im Prinzip um eine Scherenhebebühne, die den Motor aus dem Modell hebt und in Fugrichtung umdreht. Hier der Link zum Konstrukteur: http://www.alpinflieger.at

Per Mail nahm ich Kontakt auf, schilderte mein Vorhaben und fragte nach den Kosten. Thomas Raudaschl antwortete mir umgehend und meinte, das sein im Prinzip kein Problem, er sei noch im Prototypenstadium. Die Mechanik würde ohne Steuerung, Motor und Schraube ca. 450,- EUR kosten, was einen Gesamtpreis deutlich unter 1.000,- EUR möglich macht! Außerdem hätte einen Prototypen da, der kurzfristig fertig werden könnte. Das war schon eher nach meinem Geschmack.

Zahlreiche Mails und Vermessungen später schickte mir Thomas eine Skizze, aus der ich ein Dummy zum provisorischen Anpassen in den Rumpf baute:

K1024_P1030314.JPG

Dann die erste Ernüchterung: Das an sich schon sehr kompakte KTW passt nicht in meinen "Dicken" (Rumpf), weil der hintere Rundstahl der Verdrehsicherung so hoch im Rumpf sitzt, daß das KTW selbst bei starker Schräglage mit dem Haupt-Flächenverbinder in Konflikt kommt und oben am Rumpf anstößt:

K1024_P1030318.JPG

Jetzt ging das Grübeln und Hin- und Hermailen los. Wie erreicht man, daß das KTW tiefer kommt und trotzdem nicht zu weit nach hinten rutscht? Die Lösung ist ein Ausschnitt in der Grundplatte, in dem der Flächenstahl durchgeht. Zudem hat Thomas erreicht, daß die Mechanik schmäler wird und durch Umdrehen der ursprünglichen Hinterseite nach vorne in den Rumpf passt. Der sehr volumige Rumpf hat überraschend wenig Platz für eine Nachrüstmechnik!

K1024_P1030323.JPG

Das nächste Thema ist der Schwerpunkt. Der Segler hatte ca. 400g Blei in der Nase. Durch das KTW hinter dem Schwerpunkt muß so voel Gewicht wie möglich nach vorne gebracht werden. Schön, dachte ich mir, zwei 5s/5.000 mAh-LiPos in Serie geschaltet plus zwei Akkus für die Empfänger-Doppelstromversorgung dürften reichen. Die beiden Flugakkus hatte ich noch von meinem Heli, was die Sache ökonomischer machen würde. Aber denkste: Die tiefe Cockpitwanne verhindert einen Einbau der quaderförmigen LiPos. Die Konsequenz hieße: Raus mit der Cockpitwanne (was sehr schade wäre, weil diese recht schön ist) und einen einfacheren Deckel zur Abdeckung bauen. Mit dieser Einschränkung war ich nicht glücklich, so daß ich weiter nach einer Lösung bei der Akkufrage suchte. Das Problem war die Bauform. Eine zylindrische Form wie NiCd oder NiMH wäre optimal. Aber nicht deren Gewicht und Leistung. Bis mir ein LiFePo-Akku in die Hand kam, den ich für einen anderen Flieger gekauft hatte. Dieser 2.300 mAh-3-Zeller aus A123 Zellen ist in Stangenform aufgebaut und dadurch deutlich kompakter. Ein bischen gegoogelt und ich kam zu folgendem Ergebnis: Es müssen 10 Zellen vom Typ A123 ANR26650M1 sein, stangenförmig verlötet, 2 Sätze davon parallel für 4.600 mAh Kapazität. Da 10 Zellen hintereinander geschaltet zu lang sein würden, wird jeder 10-Zeller in zwei 5-er Stangen geteilt. Um zu sehen, was ich da überhaupt mache, fertigte ich aus Papprohren Dummys, gefüllt mit Auswuchtblei vom Reifenbetrieb, damit das Gewicht stimmt:

K800_P1040957.JPG

Meine Frau mutmaßte beim Anblick der Stangen, ich würde im Bastelkeller Dynamitstangen vorbereiten :D

Beim "Probeliegen" der Akkudummies stellte sich folgende Anordnung als praktikabel heraus (links wäre die Rumpfspitze):

K1024_P1030348.JPG

Auf der Suche nach einem Hersteller für diese Sonderkonfektionierung stieß ich auf zwei Firmen: "akku-by-seidel" und "Modellbaufuchs" , denen ich beide meine Anfrage schickte. Akku-by-Seidel hatte den günstigeren Preis und sagte mir zu, die Packs ohne Mehrkosten mit XHR-Balancersteckern zu liefern statt der standardmäßigen EHR-Stecker. Leider dauerte die Lieferung sehr lange und ich hatte nach mehrwöchiger Verzögerung eine Mahnung geschickt. Durch ein technisches Kommunikationsproblem überschnitt sich meine Mahnung mit der Lieferung und der Lieferant schickte mir ein bitterböses Mail mit persönlichen Angriffen und ich solle mir zukünftig einen anderen Lieferanten suchen. Sehr ungewöhnlich für einen Geschäftsmann, aber ist halt so. Schade, denn ich bin mit der Arbeit sehr zufrieden. Der Preis dieser Zellen liegt etwa um das Drei- bis Vierfache höher als LiPos, haben aber den Ruf, 10x haltbarer und mit 4c auch schnellladefähig zu sein. Ich hoffe, das bewahrheitet sich auch.

So sehen die fertig konfektionierten Stangen im Flieger positioniert aus:

K800_P1040956.JPG

Vor ein paar Tagen habe ich bei einem Gespräch mit Thomas Seidel von thommys.com erfahren, daß der Schwerpunkt des Duo Discus durch die Vorpfeilung der Flächen weiter vorne als bei gewöhnlichen Flächengeometrien liegt. Er gibt ca. 50-55mm an, bei Paritech heißt es für deren Duo 65mm. Das ist meiner Meinung nach ein sehr großer Unterschied, bedarf also noch der abschließenden Klärung. Eigentlich schon komisch: Da hat man ein Modell im vierstelligen Eurobereich und bekommt keine verläßlichen Angaben zum Schwerpunkt. Bei einem 100,- EUR Styrobomber mag das ja noch angehen (aber da ist sogar meistens eine schriftliche Angabe dabei). Was ein falscher Schwerpunkt bei einem so teuren Flieger anrichten kann, mag ich mir gar nicht vorstellen!!

Das heißt aber auf jeden Fall, meine Akkus müssen noch weiter nach vorne. Zumindest die unten liegenden kann ich nach vorne schieben, was Rumpf und Cockpit gerade noch so zulassen:

K800_P1050094.JPG

Jetzt zu meiner Frage: Wie befestige ich die beiden Akkustangen, damit diese gesichert gegen Verrutschen sind? Das Sperrholz auf dem Bild kann ich entfernen, da der Vorbesitzer hier nur den Einschalter montiert hatte. Für Tipps bin ich sehr dankbar!

Heute habe ich die Servos in den Flächen getestet und bei den Störklappen ein Problem festgestellt, sie fahren ungleichmäßig aus, sowohl in der Höhe als auch der Geschwindigkeit. Das liegt am ungleichen Anlenkungsgestänge, soviel weiß ich schon. Ich weiß aber nicht, wie ich die Störklappen aus der Fläche rausbekomme, um an die Anlenkung zu kommen. Hat das schon mal jemand gemacht?

Die nächsten Bauberichte werden folgen, wenn das KTW da ist, denn danach richtet sich so ziemlich der gesamte weitere Ausbau.

Die verwendeten Komponenten zusammengefasst:

Motor: Plettenberg Orbit 25/18 XL
Luftschraube: 14x8 RASA CFK Klapp
Klapptriebwerksmechanik: RaBe (Sonderanfertigung)
Akku: 10s2p A123 ANR26650M1
KTW-Steuerung: Merbold
Empfänger: Jeti Duplex R14 + RSat2
Doppelstromversorgung: Jeti Max BEC 2D Ex
Motorregler: Jeti Spin 99 Opto oder YGE 90HV (beide vorhanden, kann mich nicht entscheiden)

Bis demnächst,
Robin

P.S.: Evtl. bin ich hier im falschen Unterforum gelandet? Bitte in Segelflug verschieben, falls möglich.
 
Zuletzt bearbeitet:

Leomane

User gesperrt
Hallo Robin.
ich finde deinen Beitrag sehr interessant. Interessant auch deshalb weil ich auch auf der Suche nach einem KTW für einen 5,33m bzw. 6,00m Arcus bin, den ich mir demnächst kaufen möchte.
Es gibt Anbieter die halte ich einfach für überteuert bzw. bin ich nicht bereit soviel Geld auszugeben.
Zuletzt hängengeblieben bin ich am großen Up&Go von Graupner, Hier finde ich das Pris/Leistungsverhältnis noch einigermaßen in Ordnung. Natürlich ist "deine Alternative" auch sehr interessant. Wie groß wäre den die Rumpföffnung?
Infos wären sehr interessant.
 

Robinhood

Vereinsmitglied
Hallo Leomane,

die Klappenöffnung ist sehr klein, ca. 70mm breit und ca. 120mm lang. Genau kann ich es erst sagen, wenn die Mechanik fertig ist. Das hat mir an der Mechanik gut gefallen, daß die Klappenöffnung nicht so groß sein muß wie bei manch anderem KTW. Das liegt daran, daß die Mechanik den Motor senkrecht nach oben aus dem Rumpf hebt und nicht an einem Arm ausklappt, dessen Länge berücksichtigt werden muß.

Beim Graupner Up and Go II ist mir aufgefallen: 1) Der Motor liegt im eingeklappten Zustand hinten, verändert also den Schwerpunkt etwas im ausgefahrenen Zustand Richtung kopflastig (was eigentlich kein gravierendes Problem ist), aber 2) es wird ein separater Akku für das Ausfahren benötigt, was zusätzliches Gewicht bedeutet. Bei der Merbold/RaBe-Steuerung kommt der Klappantrieb aus dem Flugakku. 3) Graupner gibt ein Abfluggewicht von 11kg an. Das wiegt mein Duo mit 5,33m schon fast leer. Wie soll das dann bei einem 6m-Flieger gehen? Ich rechne mit 14kg Abfluggewicht.

Gruß,
Robin
 

Effe

User
Hallo Robin
Hoffe der Mut wird belohnt !
Bei noch nicht erprobten Klapptreibwerken kann man auch auf die Schnautze fallen.
Bei den Akkustangen würde ich noch 2 Kohlestäbe recht und links beischrumpfen.
Bei einer härteren Landung könnte eine Stange an einer Inline Lötstelle brechen wenn keine
optimale Auflage da ist !
Eine Befestigung mit Klettband hat sich ansonsten bewährt.
Bei den Stangen fallen mir auch spontan die runden Klipshalter für Schraubenzieher ein wo der Griff
praktisch einrastet. ( Werkzeughandel )
Wäre vielleicht einen Versuch Wert.
Der SP von deinem Duo ist doch mit 50-55mm angegeben ! Ausserdem hats du ihn doch als Segler schon geflogen , oder hab ich das
falsch verstanden ?
Der Duo von Paritech hat damit nix zu tun weil anderes Modell !
Fang doch bei 52mm an und taste Dich nach hinten.
Erst mal F-Schlepp und dann mal in der Luft schauen was überhaupt los ist.
Bei dem erhöhten Gewicht wird sicher die EWD etwas erhöht werden müßen , aber das zeigt sich dann.
Viel Glück
Effe
 

Robinhood

Vereinsmitglied
Hallo Robin
Hoffe der Mut wird belohnt !
Bei noch nicht erprobten Klapptreibwerken kann man auch auf die Schnautze fallen.
Na ich hoffe auch, daß es funktioniert. Aber was ich bisher gesehen habe, sieht gut aus.

Bei den Akkustangen würde ich noch 2 Kohlestäbe recht und links beischrumpfen.
Bei einer härteren Landung könnte eine Stange an einer Inline Lötstelle brechen wenn keine
optimale Auflage da ist !
Eine Befestigung mit Klettband hat sich ansonsten bewährt.
Bei den Stangen fallen mir auch spontan die runden Klipshalter für Schraubenzieher ein wo der Griff
praktisch einrastet. ( Werkzeughandel )
Wäre vielleicht einen Versuch Wert.
Danke für die Tipps, das mit den Kohleverstärkungen checke ich mal. Die Stange ist allerdings nicht klassisch inlineverlötet, weil es die Zellen nur mit Lötfahnen gibt. Die Lötfahnen sind verschweißt und brechen dadurch nicht so leicht. Ich habe irgendwo gesehen, daß es GfK-Rohre für stangenverlötete Akkus gibt, aber evtl. nur für NiCd-Akkus. Die Idee mit den Werkzeughaltern ist gut, ich gehe mal in den Baumarkt.

Der SP von deinem Duo ist doch mit 50-55mm angegeben ! Ausserdem hats du ihn doch als Segler schon geflogen , oder hab ich das falsch verstanden ?
Der Duo von Paritech hat damit nix zu tun weil anderes Modell !
Fang doch bei 52mm an und taste Dich nach hinten.
Erst mal F-Schlepp und dann mal in der Luft schauen was überhaupt los ist.
Bei dem erhöhten Gewicht wird sicher die EWD etwas erhöht werden müßen , aber das zeigt sich dann.
Viel Glück
Effe
Ich habe das Modell noch nicht geflogen, weil wir keinen Schlepppiloten am Platz haben, leider! Ich muß mich mal durchfragen, ob es jemanden gibt, der mir dabei helfen kann. Natürlich würde ich den Duo gerne vorher einfliegen.

Gruß,
Robin
 

bie

Vereinsmitglied
Hallo Effe,

...Bei dem erhöhten Gewicht wird sicher die EWD etwas erhöht werden müßen , aber das zeigt sich dann.
könntest du bitte kurz erläutern, was das Gesamtgewicht des Modells mit der EWD zu tun hat? Mir erschließt sich der Zusammenhang nicht…
 
KTW Duo

KTW Duo

Hallo, wenn Thommy den Schwerpunkt so angibt, dann passt er auch. Ich flog meinen auch anfangs mit 50 mm, zurückgehen kannst du noch immer. In der letzten Aufwind war ein bericht über einen 1:3 Duo, dort variierte der SP von 30 mm bis 120 mm, da die Vorpfeilung durch verschiedene Hersteller unterschiedlich war. 50-55 mm passt aber, beim 1:3,75 von Vagenknecht!!!

Das Akkuproblem, beim KTW, kenne ich auch. Auf der Torcmanseite ist mein alter Duo zu sehen, damals hatte ich 24 RC 2400 piramydenförmig, in der Nase um den Schwerpunkt einzuhalten. Das Klapptriebwerk war ein JK, da passt die Preis/Leistung auch noch. Nachteil, der lange Rumpfausschnitt und 4 Klappendeckel.

Den hinteren Torsionsstift, kannst du sicher umgehen, wenn du dir zwei 30-40 mm Bolzen mit 7 mm Durchmesser besorgst (z.B. HASCO-Auswerferstifte) und in die Flügelwurzel einsetzt (30 mm in die Fläche, 10 mm mit Radius in den Rumpf). Vorne ist er ja komplett durchgehend, ca. 210 mm Länge und wenn hinten ein Spant eingebaut wird und die 2 Torsionsbohrungen, z.B. mit einer Buchse oder Kevlar verstärkt werden, habe ich keine Bedenken.

Was sich bewährt hat: Den Rumpfrücken abformen, Ersatzklappen, lassen sich so schnell und genau nachbauen.

Bin gespannt auf deinen Triebwerkstest. Die Idee mit der Scherenhebebuehne hatte ich auch schon mal, aber auf Grund von Torsion verworfen, aber lassen wir uns überraschen.

Gruß, Michl
 
Hi Robin ,

wenn Du die Zellen anschließt , bitte so das du möglichst kurze Kabel hast , nicht so wie auf den Bildern zu sehen den Minuspol der vorderen 2 Stangen hinten und den Pluspol vorne und jeweils die Kabel nach hintengeführt ,sonder so einbauen , das einmal der - und + Pol hinten ist und vorne mit einer Brücke dann die 2 x 5 Zellen in Reihe schalten , hoffe mich verständlich ausgedrückt zu haben ;) , bei Inline verlöteten Becherzellen wird die Akkulänge zur " Kabellänge "
 

Robinhood

Vereinsmitglied
Hallo Effe,
könntest du bitte kurz erläutern, was das Gesamtgewicht des Modells mit der EWD zu tun hat? Mir erschließt sich der Zusammenhang nicht…
Daß die EWD erhöht werden muß, kapier' ich ehrlich gesagt auch nicht. Wenn das Gesamtgewicht bei gleichem Schwerpunkt steigt, erhöht sich die typische Fuggeschwindigkeit, oder? Das heißt, damit würde der Druck auf das Höhenruder steigen und damit dessen Wirkung. In der Folge sollte die EWD verringert werden? Na egal, ich muß es einfach ausprobieren.

@Thermike: Danke für die Rückbestätigung der Schwerpunktangabe. Ich werde genau bei 50 mm anfangen. Habe ich das richtig verstanden: Du würdest in die Fläche hinten einen Rundstift einsetzen und in den Rumpf links und rechts jeweils eine Buchse, die den Stift der Fläche aufnimmt? Und den hinteren Rundstahl rausdremeln? Hält das denn die Fläche auch bei rustikaleren Landungen verdrehungssteif ohne auszubrechen?

@Sebastian St.: Danke für den Tipp mit der anderen Verkabelung der Akkustangen. Ich habe das auch erst zu spät gemerkt, daß die Kabellänge zu hoch ist. Ich werde es mal durchrechnen. Denn wenn ich die beiden hinteren Stange in Serie schalte, muß ich ein Kabel von der linken Rumpfseite zur rechten durchziehen, was nur über den Umweg Fahrwerkschacht geht und die Kabellänge (aber die zwischen den Zellen) erhöht. Oder macht das dem Regler nichts, wenn innerhalb des Akkupacks längere Kabel sind und dafür am Ende kürzere? Ich werde evtl. die einzelnen 5er-Stangen mit Goldkontakten steckbar machen, so daß ein felxible Anordnung erreicht wird.

Der erheblich weiter vorne liegende Schwerpunkt als ursprünglich angenommen hat mir einen kleinen Strich durch die Rechnung gemacht. Die Akkus müssen alle nach vorne gelegt und die Cockpitwanne vermutlich doch an der Oberkante abgedremelt werden.

Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf, daß irgendwie alles am Ende doch hinkommt. Für Tipps und Erfahrungsberichte bin ich immer offen. Ein Problem ist nach wie vor eine Störklappe, die nur zu 70% ausfährt, weil das Servo am Anschlag ist. Wie weit gehen bei Euch die Störklappen raus? komplett oder nur ein Teil der maximalen Höhe?

Gruß,
Robin
 
KTW

KTW

Hallo Robin,

ist da mittlerweile was vorangegangen mit deinem Triebwerkeinbau???

Würde mich brennend interresieren, bin auch gerade im Aufbau einer KTW- Mechanik.
Was wiegt deine Mechanik ohne Antrieb, und was für einen Luftschraubendurchmesser kannst du drauf machen?

Gruß Harald
 

Robinhood

Vereinsmitglied
Bauprojekt Duo Discus 5,33m mit KTW ausrüsten

Hallo Harald,

leider hat sich bis heute noch nichts Signifikantes getan. Die Fertigstellung des Klapptriebwerkes hat sich bei Thomas Raudaschl etwas verzögert und die größten Probleme hatte die Steuerungselektronik gemacht. Die Steuerung ist bei den Tests unter Realbedingungen mehrmals abgeraucht, obwohl Labortests von Merbold keine Störungen zeigten. Daraufhin mußte die Steuerung vom Hersteller komplett geprüft und geändert werden. Dies hatte nochmals eine Verzögerung von 5 Wochen verursacht. Jetzt funktioniert die Steuerung tadellos (ein Video davon ist auf der Homepage von Merbold Electronic zu sehen, allerdings auf dem Kopf, man muß den Rechner umdrehen ;)). Die Mechanik kommt bald per Post.

Thomas Raudaschl muß jetzt noch die Antriebsspindel gegen eine stabilere Version austauschen, das heißt wieder ein bis zwei Wochen warten....

Naja, der einzige Trost ist, daß

1. bei der Saukälte eh' nix mit Fliegen ist und
2. ich arbeitsbedingt sowieso keine Zeit zum Bauen habe. Also kann ich noch warten.

Das Gewicht kann ich Dir nicht sagen, da ich die ganze Mechanik noch nie in Händen hatte. Ich montiere eine 14"x8" Klappschraube drauf, eine 15" würde auch gehen, ist aber unnötig groß.

Sobald sich was tut, poste ich umgehend.
 
Hallo Robin,


ja da bin ich mal gespannt ob das bei mir klappt...... , da ich noch etwas mehr Geld sparen will als du hab ich mir vorgenommen eine eigene KTW-Steuerung zu programmieren.

Ich will das KTW auch noch für 2-3 Freunde von mir aufbauen, und da sind 130 Euro für die Steuerung einfach zuviel ;)

Bei meiner Konstruktion wird wohl max. eine 16"- Schraube draufpassen.

Bin gespannte, wie deine Mechanik aussieht, und was sie wiegt.

Sind die mech. Teile aus Alu oder GFK?

Gruß
Harald
 

Robinhood

Vereinsmitglied
Hallo Robin,


ja da bin ich mal gespannt ob das bei mir klappt...... , da ich noch etwas mehr Geld sparen will als du hab ich mir vorgenommen eine eigene KTW-Steuerung zu programmieren.

Ich will das KTW auch noch für 2-3 Freunde von mir aufbauen, und da sind 130 Euro für die Steuerung einfach zuviel ;)

Bei meiner Konstruktion wird wohl max. eine 16"- Schraube draufpassen.

Bin gespannte, wie deine Mechanik aussieht, und was sie wiegt.

Sind die mech. Teile aus Alu oder GFK?

Gruß
Harald
Wenn Du eine Steuerung selbst herstellen kannst, ist das toll, ich kenn mich damit nämlich gar nicht aus. Bei einem Flieger mit einem Abfluggewicht von 4.000 Euronen aufwärts gehe ich auf Nummer Sicher, da sind 100 EUR mehr oder weniger wurscht.

Das Paket mit der Mechanik ist bei mir zuhause angekommen, bin aber bis Freitag auf Dienstreise. Bin schon gespant wie ein Flitzebogen!
 

Robinhood

Vereinsmitglied
So, heute konnte ich die Sachen endlich auspacken :)

So sieht das Klapptriebwerk aus:

K1024_P1050433.JPG

K1024_P1030590.JPG

Natürlich wollte ich gleich ausprobieren, wie die Mechanik ein- und ausfährt. Leider gibt die Sache nach Anschluß der Merbold-Steuerung keinen Mucks von sich :cry:

Keine Ahnung, wo das Problem liegt, da muß ich wohl nochmal mit Herrn Merbold konferieren!
 
Triebwerk?

Triebwerk?

Hallo, das Triebwerk schaut sehr schön gemacht aus! Die Idee hatte ich auch schon mal, inspiriert von den Scheerenhebebühnen bei mir im Geschäft. Ich habe es dann wieder verworfen, die Bedenken wegen der Torsion waren mir zu groß.
Wie schaut es bei deinem Triebwerk aus? Um wieviel neigt sich der Turm, von links nach rechts, interessant wird es auch, wenn der Motor anläuft (Drehmoment).

Wünsch dir viel Spass mit dem Duo...

Gruß, Michl
 

COOLMOVE

User gesperrt
Die gleichen Gedanken mit der Torsion hatte ich auch bei der Ansicht. Das dürfte das Hauptproblem der Konstruktion sein. Wie sind denn die einzelnen Arme miteinander verbunden? Nur verschraubt oder ist da eine spezielle Lagerung drin?
Ansonsten von der Idee her gut.

Gruß Rainer
 

Robinhood

Vereinsmitglied
Gebt einfach mal in Youtube die Suchbegriffe "Rabe" und "KTW" ein, da kommen einige Videos mit dem KTW in Action. Das dürfte einige Fragen beantworten.
 

Robinhood

Vereinsmitglied
Bauprojekt Duo Discus 5,33m ´mit KTW ausrüsten - es geht weiter

Bauprojekt Duo Discus 5,33m ´mit KTW ausrüsten - es geht weiter

Hallo,

nach vielen Wochen Stillstand kann ich ab jetzt wieder Fortschritte melden.

Ein großes Problem war die elektronische Steuerung von Dirk Merbold, die einfach nicht funktionieren wollte. Seit Ende letzten Jahres machten wir mehrere Versuche mit der Steuerplatine, alle vergebens. Nach endlosen Telefonaten und zahlreichen Mails habe ich jetzt endlich eine funktionierende Steuerplatine bekommen :) Ein Dank noch an Herrn Merbold, der mir lange zugehört hat und den Fehler nicht sofort bei mir gesucht hat ;)

Meine größte Sorge galt dem Einbau des Klapptriebwerks. Und am allermeisten Skrupel habe ich vor dem Ausschnitt im Rumpf gehabt. Mit dem Diamantschneider in einen makellosen und so edlen (und sauteuren!) Rumpf reingehen kostet schon sehr viel Überwindung. Deshalb bin ich gestern nach Österreich gefahren zu Thomas Raudaschl, dem Erbauer des KTW, um dessen Erfahrung beim Einbau zu nutzen. Thomas hat mir auch tatsächlich beim Anfertigen der Positionsschablone und den vielen Kleinarbeiten maßgeblich geholfen, hierfür nochmals einen sehr herzlichen Dank!!! :)

Vor dem eigentlichen Rumpfausschnitt habe ich mal gelesen, sollte man den Rumpf an der Stelle abformen, damit man später nachträglich Klappen anfertigen kann, sollte es zu einem Schaden kommen. Da wir nicht viel Zeit hatten, habe ich eine Büchse Polyesterspachtel von der KFZ-Reparatur genommen. Vorher die Stelle mit Frischhaltefolie faltenfrei abdecken, Spachtelmasse drauf und 10 Minuten warten. Das Ergebnis ist niederschmetternd. Während der Aushärtung hat die Frischhaltefolie (wahrscheinlich durch die Wärmeentwicklung des Spachtels) Falten gebildet und jetzt sieht die Form so runzelig aus wie ein 100jähriges Kräuterweib:

K1024_P1030698.JPG


:eek::eek:

Hoffentlich brauche ich die Form nie. Oder ich schaffe es irgendwie, die Falten auszuspachteln. Schöner Mist, geht ja schon gut los...

OK, nicht damit aufhalten, nächster Schritt:

Den Ausschnitt im Rumpf habe ich mit viel Herzklopfen angegangen. Die Methode mit der Führung der Trennscheibe an einem Stahllineal schied leider aus, da wir kein so langes Lineal hatten und sich beim Anlegen an den Rumpf eine leichte Welle ergeben hätte. Also mußte ich freihändig arbeiten. Zwei 33cm lange Schnitte freihändig, meine Güte, das ist eine nervenaufreibende Sache. Besonders, weil man nicht absetzen darf. Was ich natürlich prompt tat, weil mir die Luft ausging! Ich hatte aus Angst, schief zu kommen, die Luft angehalten, was mir 20cm gelang, dann mußte ich atmen. Und dabei natürlich eine kleine Macke produziert. Hoffentlich kann ich das irgendwie füllern. Aber insgesamt ist das Ergebnis ansehnlich.


Das, was ich absolut befürchtet hatte, trat ein: Der hintere Flächensicherungsstift (ein 6mm Stahlstift) muß im Rumpf durchtrennt werden, da das KTW im eingefahrenen Zustand aus dem Rumpf herausragen würde. Doch wie? Mit der Trennscheibe war kein rechtwinkliges Drankommen. Mit der Eisensäge konnte ich nach 10 Minuten lediglich einen halben Millimeter Stahl abtragen. Da ich keine 10 Jahre wie ein Gefängnisausbrecher habe, der sich mit der Nagelfeile durcharbeitet, mußte eine radikalere Methode her. Mit einer Dremel, flexibler Welle und zylindrischen Schleifern habe ich den Stift nach fast 1h Stunde Arbeit rausbekommen.

K1024_IMG_0123bearbeitet.JPG


Hiermit waren die gröbsten Arbeiten geschafft und das KTW durfte probesitzen:

K1024_IMG_0126.JPG

K1024_IMG_0129.JPG

Bald geht es weiter...
 

Robinhood

Vereinsmitglied
Einbau des hinteren Spantes

Einbau des hinteren Spantes

Das KTW liegt vorne auf einem Brettchen auf, das am Einziehfahrwerksrahmen befestigt wird. Schwieriger ist da schon die hintere Auflage. Diese Auflage muß einiges verkraften, da das laufende KTW eine enorme Zugkraft entwickelt. Aber je weiter die Fixierung vom Drehpunkt weg ist, desto kleiner sind die Kräfte. Dennoch muss Spant ziemlich passgenau angefertigt werden, damit sich eine gute Verklebung im Rumpf ergibt.

Dazu habe ich mich einer Methode erinnert, die ich die "Lamellenmethode" nenne. Diese Art der Spantenanpassung habe ich erstmals bei einem Scaleheliprojekt verwendet, bei dem keinerlei Spanten für den Rumpf vorhanden waren.

Vereinfacht ausgedrückt geht das so:

1) Aus Balsaholz oder dicker Pappe einen ersten Rohspant zuschneiden, der so einigermaßen an der gewünschten Stelle passt. Dazu lege ich einen Abschnitt Lötzinn ca. 2cm HINTER der geplanten Position außen um den Rumpf, um ganz grob die Kontur zu bekommen. Den Lötzinnring auf ein Balsabrett oder dicken Karton/Stück Wellpappe legen und innen die Kontur nachzeichnen. Der jetzige Rohspant hat natürlich Übermaß, weil es ja der Außendurchmesser des Rumpfes ist. Aber wir hatten ja ca. 2cm hinter der Stelle abgenommen, also ist der Durchmesser durch den sich verjüngenden Rumpf kleiner. Dann müßte es einigermaßen hinkommen.

2) Den Rohspant in den Rumpf schieben und gegebenenfalls nacharbeiten, damit er an der gewünschten Stelle leicht klemmt. Dabei ist es nur wichtig, daß der Rohspant-Entwurf an zwei oder drei Stellen Kontakt zum Rumpf hat, es können ruhig einige Stellen mit Luft bleiben, die werden im nächsten Schritt aufgefüllt.

3) Von einem ca. 4cm breiten Streifen mittelfesten Karton (Tonpapier, Rückseite eines Schreibblocks etc.) schneide ich ca. 4-5mm breite Streifen ab:

K800_P1030704.JPG

4) Mit flüssigem UHU-Alleskleber (oder ähnlich) werden die dünnen Streifen an die Rumpfinnenwand anstoßend auf den Rohspant geklebt, damit die evtl. Lücken überbrückt werden:

K800_P1030702.JPG
 
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Robinhood

Vereinsmitglied
Jetzt den Rohspant rausnehmen. Von vorne sieht es so aus:

K800_P1030706.JPG


Und von hinten so:

K800_P1030705.JPG

Man erkennt gut die Lücken, die durch die Pappstreifen ausgefüllt wurden. Dieser Rohspant kann jetzt auf das richtige Spantmaterial übertragen werden. Dadurch erhält man einen Spant, der kraftschlüssig an der Rumpfwand anliegt.
 
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