Erfahrungen mit TEK (Geschwindigkeitskompensation bei Varios)

Jan

Moderator
Hallo @alle:

ich finde Varios spannend, habe (bisher) aber keinerlei praktische Erfahrungen damit. Besonders anspruchsvoll ist bei Varios sicherlich das Problem der TEK
(TotalEnergieKompensation) bzw. für mich als Nicht-Techniker: "Fahrtkompensation". (Das Vario soll erkennen können, ob das Modell wg. Thermik steigt oder weil der Pilot Fahrtenergie durch Ziehen in Höhe umwandelt). Die technischen Probleme, die zu lösen sind, um diese "Knüppelthermik" als solche erkennen zu können, sind ziemlich komplex. Dazu vielleicht mal als Grundlagen-Info:

Info von Thommy zu TEK

Meine Anregung: Alle, die praktische Erfahrungen mit Varios haben, könnten mal Bericht erstatten. Interessant ist:

  • Wenn Ihr keine TEK habt: Vermisst Ihr die Fahrtkompensation?
  • Wenn Ihr eine der möglichen TEK-Lösungen habt: Welche Hardware habt Ihr und was habt Ihr für Erfahrungen gemacht? (auch: welche Modelle, welche Flugbedingungen, Modifikationen gegenüber der Serienausstattung).

[ 19. Mai 2002, 09:23: Beitrag editiert von: Schultze-Melling ]
 
Ich habe keine TEK und ich vermisse sie auch nicht.

Die automatische Höhenansage reicht mir vollkommen aus. Ich kreise ein und lasse mir den
Höhen-gewinn/verlust einfach ansagen. Das ist besonders effektiv, wenn das Modell weit
entfernt vom Piloten unterwegs ist.

Anders sieht es bei Scale-Modellen aus. Wenn schon eine TEK-Düse eingebaut wird um dem
Original möglichst ähnlich zu sein, warum nicht auch gleich die Fahrtkompensation des Varios
nutzen.

Ich hoffe dieser Thread artet nicht in einer technischen Grundsatzdiskussion aus.

Viel Spaß beim Fliegen.

Andreas
 

Ulrich Horn

Moderator
Teammitglied
Moin Jan,

klingt ja ganz interessant, was Thommy da ankündigt.. allerdings hat er nicht dazugeschrieben, ab dem Beginn WELCHER Saison es die neuen Ergebnisse gibt :)

Der Unterschied zwischen Vario und nicht Vario ist zunächst mal der eigentliche Unterschied. Ich habe eine Gurke von Vario, die im Prinzip nur die Höhendaten mit brauchbarer Auflösung auf ein Display übermittelt. Man spickelt damit sozusagen dauernd zwischen Modell und Display hin und her. Immerhin hilft mir dieses System, ein 'subjektives' Steigen des Modells zu überprüfen, und das führt bei mir bereits zu deutlich erhöhten Flugzeiten.

Kommt noch eine akustische Höhenansage hinzu, sind die 'wesentlichen' Bedürfnisse gedeckt. Soweit stimme ich Andreas zu. Für normales Thermikfliegen reicht das dicke.

Etwas anders sieht das aus, wenn man auf minimale oder zerrissene Thermik bei böigen Winden angewiesen ist. Auch beim Hangfliegen mit schwacher, ungleichmäßiger Anströmung des Hanges kann ich mir vorstellen, dass eine TEK einen deutlichen Vorteil bringt, die 'nützlichen' Ecken herauszufinden.

Ob und wie eine TEK das leisten kann, weiss ich nicht. Thommy wird uns sicher informieren :)
Meine Bedenken sind, dass eine TEK derzeit nur zwei Parameter auswertet: Luftdruck und Staudruck. Daraus die Energie zu ermitteln, ist eine Approximation (perfekt wäre ein 3D-Lagemesser und ein hochauflösendes GPS). Diese Annäherung muss sehr gut sein, denn die TEK hat nun mal gerade bei eher 'widrigen' Verhältnissen ihren Sinn.

Unter Berücksichtigung der Modelleigenschaften als Konstanten lässt sich wahrscheinlich auch mit nur zwei gemessenen Parametern ein gültiger Zusammenhang zwischen Modellenergie und -höhe herstellen; die Umrechnung übernimmt ein Bordrechner. Schwierig dürfte es aber sein, die bekannten Modelleigenschaften (Gewicht, Spannweite) mit den tatsächlich benötigten Daten zu korellieren und das Ganze so in eine Benutzeroberfläche zu packen, dass man damit die Energiekompensation einfach programmieren kann.

Grüße, Ulrich Horn
 

Jan

Moderator
@Andreas
Was hast Du gegen eine "technische Grundlagendiskussion"? :confused: Eigentlich hatte ich vor, genau so etwas, also eine möglichst systematische Aufarbeitung von Vor- und Nachteilen von TEK hier "anzuzetteln" :D . Dazu ist das Forum doch da, oder? ;)
 

Jan

Moderator
@ Andreas
Kannst du mal deutlicher werden? Was soll an diesem Thema jetzt problematischer sein als an anderen? Hat sich damals einer daneben benommen? Wird es immer wieder geben. Ich finde bisher Deine Andeutungen nicht sehr hilfreich.
 

leinel

Vereinsmitglied
hi,

habe einiege erfahrungen mit dem TEk-vario skymelody von schulze gemacht, baujahr spaetes 1999 in einem F3J namens graphite.
ich fliege damit nahe berlin, brett-ebene, thermik wenig. habs heute noch, das vario.

effekt des varios: das bringt sicher was. man hoert an der tonhohe, obs raufgeht oder runter.
mit vario war ich signifikant laenger oben, und der graphite ist eh schon immer von den moehren am platz mit am laengsten oben.
TEK: tja, also das hab ich nie so richtig rausgekriegt, ob das so richtig funktionierte wie in der theorie. hat mich auch nicht so super interessiert. wenn ich mit vario bei berliner popel-thermik 45 min oben bin, ist das fuer mich ok. :) ich hatte immer den eindruck, dass es hoeher piepst beim ziehen. ich finde, dass ist kein problem, weil es doch schoen ist, wenns raufgeht beim ziehen, solange das modell ausreichend fahrt macht, und das siehst du ja. hab gelernt: wenns raufgehts soll man ziehen und wenns runter geht druecken im "thermikbuch fuer modellflieger", das supergeile werk.

die TEK-duese von schulze ist mechanisch sehr empfindlich, immerhin ragt sie 10cm oben raus. mittlerweile ist sie etwas sehr deformiert. das vario funktioniert auch ohne sie.

soweit mein senf - :p :)

gruss rainer
 

Jan

Moderator
@rainer,
von dem Thermikbuch habe ich auch schon gehört. Wo bekommt man das? Amazon antwortet:

"Wir haben keine Treffer für Titel "Thermikbuch für modellflieger"." :confused:
 

Jan

Moderator
ups, man suche bei Google und werde fündig:

Buchkritik von Sigi

Danke Sigi, werde wohl bestellen.
 

Jan

Moderator
@rainer
Ok, schon bestellt! Man gönnt sich ja auch sonst nichts - außerdem ist meine family gerade an der Adria und planscht im Wasser, während ich hier schuften muss. Da muss jetzt mal ein gutes Buch her! :D
 
Hallo Jan,

zu Deiner ursprünglichen Frage möchte ich als RCN-Neuling doch nochmal was aus meiner Erfahrung beitragen. Ich habe mir als Vario zu Weihnachten das Teil von Thommy gegönnt :) , das natürlich auch ohne TEK ganz prima ist. Da aber zwischenzeitlich meine Neugierde bzg. TEK immer größer wurde (soon Ding muß her...), bastelte ich mir mehrere Selbstbaudüsen aus 3mm Alu-Rohr. Die habe ich auf einem 2,2 m Allround E-Segler ausprobiert (und bin noch dabei).

Meiner Ansicht nach bringt es was, weil das Vario-Signal "ruhiger" wird (also mus so'n Ding auf auf meine anderen Flieger :p ). Beim Kurvenfliegen, beim Eindrehen gegen den Wind in Bodennähe oder am Hang, beim Kreisen in der Thermik und auch beim Geradeausflug (durch die Phygode = leichtes Pumpen, das das Modell von alleine macht) hat man im Vario meist als akustische Rückmeldung der tatsächlichen Flugbewegung ein Wechsel zwischen steigen (oder Nullschieber) und sinken (oder Nullschieber). Diese Wechsel werden durch die TEK reduziert oder fast ganz unterdrückt.
Ob man das will oder braucht ist natürlich Geschmachssache.

Gemessen am geringen Aufwand für eine Selbstbauversion :cool: kann ich jeden, der ein Vario mit TEK-Anschluss hat, dazu ermutigen, es mal zu probieren :D :D .

Am besten hat bei mir bisher eine Bauform funktioniert, die bei Schulzes Website als V-Leitwerksdüse bezeichnet wird.
Bei meinem Nachbau ragt das Alu-Rohr kurz hinter der Tragfläche etwas in Flugrichtung geneigt ca. 8 cm fast senkrecht nach oben. Am obenen Ende ist das Rohr zu (fest zusammenzwicken) und ca. 1 cm darunter habe ich auf der Rückseite (vom Fahrtwind abgewandt) ein kleines Loch (1mm ist ok).
Zum ersten Testen biegt man am einfachsten am unteren Ende des Alu-Röhrchens eine Schleife, die sich dem Rumpf anschmiegt und mit doppelseitigem Klebeband aufgeklebt wird (eine Lage drunter, eine drüber). Dann braucht man am Rumpf nur ein kleines Loch für den Schlauch. Aktuell verwende ich dünnen Schrumpfschlauch sowie etwas Silikon-Kabel-Isolation als Übergang zwischen dick und dünn. In geschrumpftem Zustand kriegt man damit auch einigermaßen enge Radien hin. Knickstellen müssen dabei jedoch vermieden werden.

So, jetzt habe ich ganz schön viel geschrieben - und hoffentlich niemanden gelangweilt. Wenn sich jemand an den Nachbau macht, kann er sich ja mal melden.

Gruß,

Frank

PS. Das Ding auf dem Rumpf ist ganz schön sperrig - von der Lagerung neben Rippenflächen rate ich ab ... ;)
 
@Thommy
@alle

bevor ein falscher Eindruck entsteht:

"TEK lebt" - und zwar gut!

Die meisten Mitbürger hier sind aber vermutlich noch sehr RCO-geschädigt.

TEK-Interessenten biete ich gerne an, mir die Telefonnummer zu mailen und ich rufe sonntags (xxl-Tarif!) zurück.

Gruß H. Eberbach
 

Hans Rupp

Vereinsmitglied
Hallo Raphael,

Du bist meines Wissens nach dem Glaubenskrieg um die richtige Variotechnik zu RCO gekommen. Da ging es nicht immer Gentlemanlike zu. Deshalb verstehst Du den Beitrag von H. Eberbach nicht. Er möchte wohl einfach nicht, dass wieder so ein Hickhack ensteht.

Hans,
der erst noch lernen muss, die Möglichkeiten seines Varios auszunutzen ;)
 

Jan

Moderator
@alle
...der Versuch eines Vorschlages: Wie wäre es, wenn wir - aufbauend auf den (schlechten) Erfahrungen aus RCO-Zeiten versuchen, hier einen vernünftigen und sachlichen Fred zu basteln? (wobei ich klarstellen möchte, dass ich den Fred damals nicht mitbekommen habe).

Es sind ALLE eingeladen, sich hier zu beteiligen. Der Thermikflug ist unglaublich aufregend. Es muss möglich sein, seine Begeisterung hier einzubringen, ohne persönlich zu werden, wenn ein anderer eine vermeintlich falsche Meinung hat. Also bitte Sachlichkeit und los: RAN AN DIE TASTEN! Das Thema ist es wert. Versucht es einfach noch mal.
 

WonkotheSane

Vereinsmitglied
Hi allerseits, dann will ich auch mal meinen Senf dazugeben:
Seit 2 Jahren fliege ich das Sky-Melody mit TEK Düse.
Ich bin sehr zufrieden damit. Leider muß ich gestehen, das mich zur Anschaffung der TEK-Düse in erster Linie das Aussehen bewogen hat, denn eine solche Düse an einem Modellflieger und dann auch noch funktionsfähig? Das ist doch DER Knaller oder?
Nachteile (für mich):
1. Sehr empfindliche dünne Aluröhre, darf keins meiner Kinder dran
2. Muß in einem Flieger bleiben, nicht einfach umzubauen
3. Keine Höhenangabe beim Skymelody, evtl. später für einen noch nicht genannten Preis nachzurüsten.
Vorteile (für mich):
1. ruhigere Varioanzeige - funzt wirklich
2. Coole Optik
3. Ein kleines technisches Wunderwerk mit hohem Unterhaltungswert.

Mein Fazit wäre, Vario für Thermik fliegen unbedingt ja, am liebsten allerdings mit Höhenangabe, und wenn ich sowieso das Geld ausgebe, dann ist die TEK-Düse eiogentlich sooo teuer auch nicht mehr.

Also ich würds wieder kaufen - hoher Funfaktor.

Gruß Wonko

P.S. weil ich keine Lust habe, den Artikel später zu löschen, lege ich Wert auf die Feststellung,das alle Angaben rein subjektiv sind ich abweichende Meinungen absolut akzeptieren kann und ich nicht ex cathedra spreche, allerdings kann jeder gerne vorbeikommen und sich die Sache ansehen-- oK?
 
Hallo an alle TEK-Diskussionsgeschädigten,

bedeutet das, ein Erfahrungsaustausch kommt hier nicht zustande, weil alle davor Angst haben, dass einige mit vorgefasster Meinung im Graben lauern, um aufs Stichwort hervorzuspringen und loszuschlagen :eek: ? Schade...

Gruß,
Frank
 
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