Fläche sichern beim Segler - MPX Multilock oder Klebeband

Porkus

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Mein 2.4m E-Segler (Challenger von Staufenbiel) ist bald fertig. Nach Anleitung werden die Flächen mit dem MPX Multilock gesichert, dazu müsste man aber relativ große Löcher in die Wurzelrippen bohren die mit Sicherheit die Statik schwächen würden.

Alternativ könnte man Klebeband nehmen, der Spalt zwischen Rumpf und Fläche sollte eh abgedichtet werden. Das soll laut Forum wohl halten, die Frage ist halt was bei einer gerissenen Rolle passiert. Bei 360°/s Rollrate wäre die Belastung nach v²/2r etwa 0,5g, also etwa 250g Zugkraft nach außen bei 500g schweren Flächen. Ist zwar mehr ein Thermiksegler, aber etwas Kunstflug muss er schon aushalten. :)

Hat schon wer Erfahrung damit gemacht, b.z.w. hat schon wer eine Fläche verloren beim Segler?
Welches Klebeband wäre geeignet.
 

shoggun

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Hallo Porkus

Deine Bedenken sind unbegründet...

Die Kräfte werden am Holm, bzw. der Steckung aufgenommen, eine Bohrung in der Eurzelrippe schwächt da überhaupt nichts. Ausserdem bleibt das Loch ja nicht, du klebst da ha den Zapfen wieder ein.

Klebestreifen als Flächensicherung hält auch alles aus... Ob als Flächenbefestigung am Rumpf beim Erwin XL, oder als Flächensicherung wie du es verwenden willst an diversen F3B und F5F Modellen, das hält alles aus.

Du solltest nur bedenken, dass du das Tesa immer wieder lösen musst, das wird auf einer bespannten Fläche Spuren hinterlassen. (Druckstellen und sich lösende Folie)

Gruss Mathias
 
Das Klebeband hält sicher auch bei einer gerissenen Rolle noch die Fläche am Rumpf. Problem mit dem Klebeband ist halt nur, dass es bei jeder Demontage entfernt werden muss. Je nach Bauweise leidet da dann irgendwann die Struktur auch. (Da bröselt sogar bei den Grossen ab und zu etwas aus, wenn die Kante durch die Betriebslasten (z.B. Landestoss) auch mal Zusatzdruck bekommt.)

Gern genommen bei den Grossen wird das Nitto Isolierband. Bleibt gut flexibel in der Kälte (im Modellbau weniger relevant), geht rückstandsfrei ab (auch nach langer Zeit) und lässt sich gut um relativ enge Kurven ziehen.
 

Porkus

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erstmal danke für die Tips, werde mir das Isolierband mal anschauen.

Das Klebeband bräuchte man ja auch beim Multilock, weil so ein 1-2mm Spalt zwischen Rumpf und Fläche macht sich ja aerodynamisch auch nicht gut.
 

shoggun

User gesperrt
Das Klebeband bräuchte man ja auch beim Multilock, weil so ein 1-2mm Spalt zwischen Rumpf und Fläche macht sich ja aerodynamisch auch nicht gut.
:confused:
Was für ein Spalt? Richtig eingebaut ergibt sich kein Spalt beim Multilock - wäre ja sonst komplett witzlos.
 
Den Flächenspalt abkleben ist schon sinnvoll. Weniger wegen einem klaffenden Spalt, sondern als Dichtung. Es ist ja doch ein deutlicher Druckunterschied zwischen oben und unten, und wenn es da durchpfeift kann das schon rechte Zusatzwiderstände verursachen.
 

Porkus

User
Ein luftdichten Übergang von Rumpf auf Fläche wird man wohl ohne Klebeband nicht hinbekommen auch wenn der Spalt nur 0,5mm breit ist. Hier Fotos von der Challanger:

http://www.modellhobby.de/Modelle/F...onId=&a=article&ProdNr=0314067M&t=3&c=31&p=31

Für ein von Plattnasen gebastelten Modell fand ich die Qualität recht gut, vorher hatte ich den Caliber vom selben Verkäufer und mußte da viel nacharbeiten, nachbügeln, Kabinenhaube , Motorspant einharzen. Dafür flog das Teil aber auch super und konnte in der Thermik mit wesentlich teureren Seglern mithalten.

Challanger ist nun mein erster Versuch mit Wölbklappen, ich hoffe das der in der Thermik noch besser geht als der mehr auf Kunstflug getrimmte Caliber. Vieleicht schiert er auch ab, dann war´s wenigstens nicht so teuer wie ein 4m voll GFK :)
 
Die Fliehkraft bei (schnellen, auch gerissenen) Rollen wird weit unterschätzt.

Bei geschätzten 300g Flächengewicht und Halbflächen-Sp 50cm von der Wurzelrippe entfernt (ich habe mal für Dein Modell geraten) zieht die Fläche bei 2 U/sec mit 2,3kg vom Rumpf weg.
Mir wären mit Sicherheit schon Snaplock-gesicherte Flächen vom Rumpf geflogen, wenn nicht in der Praxis zusätzliche Kräfte wie Reibung an der belasteten Steckung o.ä. das verhindert hätten.
Mir sind nur ein Mal die Flächen abgesprungen: Bei einem Loop zu stark gezogen, dabei hat sich die GFK-Steckung (Glasstab, nicht Kohle) so durchgebogen, dass die Snaplocks durch Verkanten der Wurzelrippe aufgehebelt wurden. Das hätte ein Klebeband aber auch nicht verhindern können. (Die Flächen blieben aber auf der Steckung, drehten sich aber beide um 90°, woraufhin der Segler fallschirmartig nach unten sank.)

Zum Vergleich: bei meiner ASW-15 (4m SpW) beträgt die Fliehkraft an den Flächen bei 1 U/sec (und das schaffe ich) etwas über 7kg.

Bertram
 

Relaxr

User
Bei einem Loop zu stark gezogen, dabei hat sich die GFK-Steckung (Glasstab, nicht Kohle) so durchgebogen, dass die Snaplocks durch Verkanten der Wurzelrippe aufgehebelt wurden. Das hätte ein Klebeband aber auch nicht verhindern können
Zumindest hätte es das Klebeband aber "überleben" können und dadurch das Drehen der Flächen verhindern können. Bedenke, daß dabei praktisch keine Zuglast auf das (vermutlich oben) aufgeklebte Klebeband gekommen ist.

Das ist genau der Punkt: Locks halten bis eine starke Durchbiegung oder ein kurzer, kräftiger radialer Impuls auftritt , das Klebeband hingegen, kann (!) über seine Elastizität weiter halten.
Bei regem Hangbetrieb kombiniere ich daher Lock mit Band, um ein Aufspringen des Locks bei nem Midair besser überleben zu können - hat sich bewährt. Klebeband nimmt auch mehr und länger "ungünstige" Energie bei sowas auf. Bei einem alten sehr empfindlichen Modell hatte ich mal mangels Tesa Film das stabile Tesa Textil aufgeklebt. Bei einer missglückten Landung (alle gingen von einer zerrissenen oder verbogenen Flachbandsteckung aus) riss das Band fast vollständig über dem Spalt durch, demnach ging die Energie da rein und nicht in die Steckung.
 
Hoi Relaxr,
Du hast die Rechnung ohne den Wirt gemacht - in diesem Fall das Dihedral aka "V-Winkel": Da der Vorfall ja nicht bei Schleichgeschwindigkeit (sondern eher so bei Vmax...) passierte, entstand ein enormes Drehmoment, das die Flächen nach hinten drehte, also die Vorderkante 90° nach oben. Möglicherweise hätte ein echt klebriges Gewebeband gehalten, aber die Standarddinger wie TESA Krepp, Scotch Crystal oder weisses Isolierband ganz sicher nicht.
Die Diskussion driftet aber langsam in folgende Richtung: Flächen doch lieber von innen mit Nylonschrauben sichern? Darum ging es dem TE aber nicht.

Bertram
 

Andreas Maier

Moderator
Teammitglied
Entschuldigung, aber habt ihr keinen Arretierstift in den Flächen ? oder sind Eure nur zu kurz ?
Bei meiner DG sind diese je 30mm lang.


Also ich würde 2Ring- / Ösenschrauben in die Wurzelrippe eindrehen,
ein Durchgangsloch in den Rumpf machen und dort die beiden Flächen mit einer
kräftigen Feder zusammen halten. ( oder Abscheerstift. ;) )


Gruß
Andreas
 

jmoors

Vereinsmitglied
Den Flächenspalt abkleben ist schon sinnvoll. Weniger wegen einem klaffenden Spalt, sondern als Dichtung. Es ist ja doch ein deutlicher Druckunterschied zwischen oben und unten, und wenn es da durchpfeift kann das schon rechte Zusatzwiderstände verursachen.
Kannst Du das quantifizieren? Von welchen Größen reden wir hier?


Ich wundere mich ein wenig über die Diskussion. Bei meinen Flugzeugen verdrehen sich die Flächen an den Wurzelrippen nicht - eben wegen der von Andreas angesprochenen Arretierstiften.

Das Thema war: "Fläche sichern beim Segler - MPX Multilock oder Klebeband"

Ein MPX-Flächenlock hält eine ganze Menge aus. Ich habe die schon bei Seglern mit 5m+ Spannweite gesehen.
Zum Abdichten der Spalten habe ich gesehen, dass jemand 3mm Schaumstoff zwischen Wurzelrippe und Rumpf geklebt hat. So konnte er ohne Abkleben die umlaufende Strömung vermeiden und Schrauben zum Arretieren der Flächen nutzen.

Klebeband würde ich nur bei nicht mit Folie bespannten Flächen verwenden und dann auch nur widerwillig, da ich ein Freund des unkomplizierten Aufbaus am Flugplatz bin.


LG, Jürgen
 
Kannst Du das quantifizieren? Von welchen Größen reden wir hier?
Quantifizieren kann ich es nicht, aber kein Seglerpilot steigt in sein Flugzeug, ohne diese Spalten abgedeckt zu haben.

Aus dem Bauch geschätzt hätte ich einen niedrigen einstelligen Prozentbetrag vom Gesamtwiderstand angesetzt, evtl. auch unter 1%.
 

Dix

User
Guten Morgen,

eine gerissene Rolle ist nicht nur geprägt von einer schnellen Rollrate, sondern auch von einer Überschreitung des maximalen Flügelauftriebs.
Die Biegebelastung auf die Steckung durch Auftrieb wird also die Reibung in der Steckung erheblich erhöhen. (Je größer die Masse zwischen den Flügeln, desto mehr). Wer also eine sowieso leicht klemmende Steckung hat, braucht da nix weiter befürchten.

Die Fläche kann sich losarbeiten durch die unterschiedlich starken Luftwiderstände bei Querruderausschlag. In Flugrichtung ist das eine wechselnde Last. Der Hebelarm bei Seglern ist groß, wenn dann die Steckung in Flugrichtung biegeweich ist (z.B. bei Flachstahl) und der Rumpf auch noch ein wenig arbeiten kann, dann kann das anfangen zu wandern. Sollte man da mal ein Auge drauf haben.

Die "Großen" kleben ab aus mehreren Gründen:
- Flugleistung: Wenn offen, dann entstehen dort Auftriebsverluste durch Druckausgleich von unten nach oben. Dazu entstehen entsprechend Wirbel. In manchen Flughandbüchern (von den alten "Holzdrachen") ist die Rede von einigen Gleitzahlpunkten, also ausm Bauch raus 5-10%. Also 5% bestimmt.
- Lautstärke: Es pfeift, rauscht oder sonstwas. Der Pilot sitzt mit seinen Ohren praktisch direkt dazwischen.
- Flugeigenschaften: Diese unerwünschten Wirbel können mit ihrem Nachlauf das Höhenleitwerk beaufschlagen. Das Rubbeln ist unangenehm, versaut die Anzeige der TEK-Düse (bis zu unbrauchbar) und kann auch die natürliche Stall-Warnung beeinträchtigen. Ablösungen entstehen zuerst im Flügel-Rumpf-Übergang und treffen dann erwünscht (!) das Höhenleitwerk, damit soll der Pilot vor dem beginnenden Strömungsabriss gewarnt werden.
 
Hi,

hier noch ein Tipp zum Abkleben des Flächenspalts (nur für Modelle, nicht für die Großen ;) ):

Die Fläche an der Wurzel einmal komplett mit transparentem Tesa umwickeln (Überlappung auf der Unterseite), das bleibt dauerhaft drauf.
Das Klebeband klebt nun auf diesem Tesa und nicht auf der Folie. Beim Entfernen kann es jetzt nicht die Folie lösen.


Grüße
Karl-Heinz
 
@Dirk
Danke für die genauere Erklärung. So etwas habe ich mir schon "erflogen" bzw. gedacht, denn die Snaplocks bei meiner ASw-15 halten gerade Mal so um die 8kg, und bei anderen kleineren Modellen teilweise erheblich weniger (ich habe nur die mit 3 Ringen mal gemessen).

@Karl-Heinz
Den Tipp habe ich auch schon öfters gehört, obwohl er logisch für mich nicht nachvollziehbar ist. Wieso soll die Zugkraft auf die Bespannfolie dadurch abnehmen, dass man noch eine Klebebandlage dazwischenschaltet? Ausser die oberste Klebefolie haftet auf der Zwischenlage schlechter als auf der Bespannfolie... Persönlich halte ich das für eine Art urban legend.
Ich achte allerdings beim Abziehen der Folie sehr darauf, dass ich sie nicht 90° nach oben abziehe, sondern flach nach vorne bzw. hinten. Und langsam abziehen, damit das Adhäsiv sich lösen kann!

Bertram
 
Na ja insbesondere bei VGFK-Flächen umwickle ich die "Wurzelrippe" mit ner Lage Tesa die immer drauf bleibt.
Denn gelegentlich kann beim abziehen schon etwas Farbe hängen bleiben ;)

Mit dem Tesa drum ist auch nach Jahren die Fläche an der Stelle wie neu :cool:

lg Tobi
 
Also das mit dem Tesa habe ich selbst bei mit Folie bespannten Rippenflächen so gemacht.
(Natürlich war die Fläche dort, wo das Tesa war beplankt.)

In etlichen Jahren musste ich nicht ein einziges Mal irgendwas ausbessern oder nachbügeln.
Wahrscheinlich ist es tatsächlich so, daß Tesa auf Tesa schlechter hält als Tesa auf Folie.

Gruß
Reinhardt
 
Der Trick ist, dass der Tesafilm einen kompletten Ring bildet und auf der Unterseite überlappt. Es gibt also keine Nahtstelle, an der das Klebeband die Folie anheben kann.

In meinen Augen keine urban legend, sondern practical experience ;) :cool:

Grüße
Karl-Heinz
 
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