Graupner Piaggio FW P 149D (1961)

cobe

User
Hallo Zusammen,
Ich bin vor kurzem zu einer alten Piaggio von Graupner gekommen, die erste von 1961.
Die Baupläne habe ich auch doch leider fehlt mir die Bauanleitung.. Kann mir jemand weiterhelfen?
Interessant ist das die Piggi lediglich über Seitenruder und Drossel gesteuert wurde bei einem Tiefdecker kann ich mir das kaum vorstellen.. Jeder Flug ohne Bruch war wahrscheinlich die Ausnahme damals.
Natürlich würde ich mich auch wie immer über Bilder oder Infos zum Modell freuen :)
PS der Bericht http://www.rc-network.de/magazin/artikel_07/art_07-002/art_002-01.html ist mir bekannt.:D

mfg Cornelius
 

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Interessant ist das die Piggi lediglich über Seitenruder und Drossel gesteuert wurde bei einem Tiefdecker kann ich mir das kaum vorstellen.. Jeder Flug ohne Bruch war wahrscheinlich die Ausnahme damals.
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Mit einer Bauanleitung kann ich leider nicht aufwarten.

Ausreichend V-Form und auch der Tiefdecker lässt sich mit Seitenruder steuern. Die Modelle waren praktisch flugdynamisch als Freiflugmodell ausgelegt und Baufehler bzw. eine verzogene Tragfläche waren kaum zu kompensieren.

Mit dem Motor steuert man die Höhe, mit dem Seitenruder die Richtung. Das funktioniert!

:) Jürgen
 
Servus Cornelius,

dazu von mir ein kleiner Hinweis.

Dieses Modell hatten wir Mitte/Ende der Sechziger als Jugendliche mal von einem „frustrierten Erwachsenen“ geschenkt bekommen, da er es auch nach vielen vergeblichen Versuchen nicht „in die Luft“, also zum Fliegen bringen konnte – und letztendlich schafften auch wir es nie. Sicher war die Piaggio nicht sehr leicht (gut lackiert !) und alle Flug-Versuche endeten beim (Hand-) Start mit sog. „Bauchplatschern“ bzw. bei letztlich verzweifelten Würfen über eine sanft abfallende Hangkante mit ebensolchen totalen Absackern oder sogar auch Strömungsabrissen. Natürlich waren zu dieser „Anfänger-Zeit“ ja auch die im Lauf der Jahre hinzu gekommenen modellfliegerischen Erfahrungen noch nicht vorhanden (allerdings wüsste ich auch im Nachhinein nicht was wir damals „falsch“ gemacht hätten ?!)

Vor ein paar Jahren erklärte mir einmal ein älterer, ehemaliger Graupner-Mitarbeiter aus der Konstruktions-Abteilung dass das damals „bei Graupner wohlbekannte Flug-Problem“ dieses Modells wie folgt behoben werden musste: Ursache sind anscheinend die Luftverwirbelungen, die durch die Spalte des oberen Motor-/Tankraum-Deckels entstehen – überklebt man diese Deckel-Spalte mit Tesa, so verbessern sich die Start- und Flugeigenschaften erheblich!

Vielleicht hilft Dir dieser Tipp bei Flug-Problemen ein bisschen weiter, wär ja schade wenn der „schöne Klassiker“ nicht gut fliegen sollte.

Wie Jürgen schreibt wurde damals häufig nur „über Seite“ (und dazu noch Tipp-Tipp !) gesteuert, oder auch vielleicht noch Drossel/Vollgas dazu – dies war natürlich auch eine Kostenfrage bzw. Gewichts- und Platzfrage im Modell. Hat schon (irgendwie nach viel Übung funktioniert), besser und sicherer wäre natürlich schon noch zusätzlich die Steuerung des Höhenruders, was inzwischen mit den kleineren und leichteren Servos und Empfängern ja kein Problem mehr darstellt – sofern man es nicht als „Stilbruch“ ansieht.

Gruß Erich
 
Hallo Cornelius

Leider kann auch ich nicht mit einer Bauanleitung dienen...
Die Graupner 'Piaggio' hatten wir in den sechziger Jahren zwar nicht, jedoch die 'Klemm', als Fesselflugmodell, aus gleichem Hause.

http://www.ronald-valentine-engines.com/Graupner_Klemm.html

Was beide Modelle an sich hatten, war die erstaunliche Detailtreue. Zum Bauen jedoch eine echte Herausforderung: Die Einzelteile waren lediglich auf's Balsa aufgedruckt und dies mit dicken schwarzen Linien. Als unerfahrene jugendliche Modellbauer haben wir mittig dem Riss entlang gesägt, dabei den Laubsägebogen etwas schräg gehalten, und schon war das Untermass da... Mein Klemm-Modell wurde zum Bleibomber und, da mit dem empfohlenen Taifun 'Hobby' zu schwach motorisiert, musste beim (Fessel-) Fliegen immer etwas 'Schwung' dazugegeben werden.
Ich denke dass man mit den heutzutage leichten Empfängern, Akkus und Rudermaschinen gegenüber früher gewichtige Vorteile hat und das Modell so einfacher zum Fliegen bringen sollte. Wie Erich bereits ausgeführt hat, steht der Anlenkung des Höhenruders nichts im Wege. Viel Erfolg und trage Sorge zu diesem schönen Baukasten - ist eine echte Rarität!

Gruss aus der Schweiz, Daniel
 
Anfang der 60er gab es bei Graupner einen Konstrukteur, keine Ahnung wer, der hat immer halbe Bäume verarbeitet: Piper Tri-Pacer, Bölkow 208 Junior, die Piggi, Do 27, Klemm 107... sind grausame Konstruktionen. Evtl. ist dies dem Gewicht und Ausführung der damaligen Fernsteuerungen geschuldet? Dagegen steht z.B. die Cessna 180 von KHD, oder W.Sörgel, W. Klinger, alle drei konnten es deutlich besser. Alle diese Modelle sind aber sehr schön vorbildgetreu und warten noch auf eine Neubearbeitung der Konstruktion und Bau...
Bei der alten Fa. Graupner bin ich einigen Mitarbeitern in den Ohren gelegen, diese Bausätze zu überarbeiten und neu auf zulegen, aber man hat sich nur auf Segler konzentriert. Die Bo208 wurde mal als Fertgmodell in grausamer Ausführung angeboten, wie ich den Karton öffnete, hab ich ihn schnell wieder geschlossen...;)

Bezgl. Bauanleitung: bei ebay Kleinanz. wird ein angefangener Bausatz angeboten, einfach mal den Verkäufer fragen...aber das weisst du ja eh...
 

cobe

User
Super! Vielen Danke euch für die Antworten, Geschichten und Infos zur Piaggio. Immer wieder schön so alte Geschichten zu hören
Vor allem den Tip mit dem Abkleben der Haubenschlitze werde ich auf jeden fall beachten.
Ich habe eine alte gebaute Piaggio diese muss restauriert werden das Modell hat aber ein ganz gute Basis dafür, ein angelenktes Höhenruder werde ich auf jeden Fall nachrüsten
auf Querruder will ich aber verzichten.

PS: Auch wenn es ein wenig off Topic ist weis jemand noch mehr zum Robbe Modell? Davon habe ich bis jetzt noch nie gehört das es da auch eine gab

beste Grüße, Cornelius
 
Grausame Konstruktionen ?

Grausame Konstruktionen ?

Vor einem Kosten-Nutzen Hintergrund bestimmt und dass die guten Stücke mit dem damaligen Equipment (eher schlapper Motor verbunden mit schwerer Fernsteuerung) eher was für Modellbau-Masochisten waren, íst aus meiner Sicht unstrittig.

ABER-

- Wo sonst fand man solche Pläne: Jedes der 1000 Teil(chen) liebevoll ausgezeichnet, dazu einen 1:1 Scaleplan, nur um das Modellchen schön zu bemalen...

- Wo sonst fand man so viele charmante Details: Bei der Tri-Pacer gab's z. B. ein gefedertes Bugfahrwerk, ein Auspuffrohr durch den ganzen Rumpf, eine irre Beleuchtungsanlage...

Also ich erfreue mich daran, baue ein leichtes/starkes Equipment ein und fliege mit Freude....

Mit den besten Wünschen vom Niederrhein

Armin
 
hauptberuflich war er Filmplakatmaler und so mancher heutige Bauplanzeichner könnte sich an ihm eine ganz dicke Scheibe abschneiden.
Aber wirklich eine ganz dicke.....

Gruß
Hans-Jürgen
 
Was hat Armin Kerle gemacht? konstruiert, oder Bilder gemalt? ich dachte letzteres?

@HJF: war er dein Lehrer?
 
Von Robbe gab´s übrigens auch eine Piaggio - als Fesselflugmodell mit Polystyrolrumpf.

Das kommt zumindest im '64er-Katalog nicht so wirklich heraus:

Piaggio-Focke-Wulf_149P_Robbe1964_k.png

Da steht nur lapidar was vom Gemischtbauweise, man darf sich also was zusammenraten.

Spontan mit einem PS-Rumpf hatte ich die Cessna 182 verbunden:

Cessna182_Robbe1964_k.png

Da wird dem "Polystryrol" eine Eigenschaft angedichtet, für das man gerade dieses Material so gar nicht kennt. Gut, wenn ein W48 runtergefallen war, war da sicher eine Ecke vom Bakelit weggeplatzt, so gesehen mag das schon gestimmt haben.

servus,
Patrick
 
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Da wird dem "Polystryrol" eine Eigenschaft angedichtet, für das man gerade dieses Material so gar nicht kennt. ...

Das muss wohl ein ganz spezielles Polystyrol gewesen sein - zu erkennen am extra "r". ;)

Die Piaggio von Robbe als Bausatz nach Original Unterlagen auch für den "ungeübten Modellbauer"? Ich schätze ein heutiger ungeübter Modellbauer hätte damit seine liebe Not. ;)

:) Jürgen
 
Hallo Jürgen,

Das muss wohl ein ganz spezielles Polystyrol gewesen sein - zu erkennen am extra "r". ;)

Mönsch, ich hab' mir extra Mühe gegeben, das "richtig" zu schreim.

Die Piaggio von Robbe als Bausatz nach Original Unterlagen auch für den "ungeübten Modellbauer"? Ich schätze ein heutiger ungeübter Modellbauer hätte damit seine liebe Not. ;)

Nö, nicht mehr, da > Grund < ...

Vielleicht aber auch aus dem Grund, daß eben doch ein PS-Rumpf vorhanden war (schomma in eine real existierende Graupner-Piggie reingeschaut ..?) und daß auch Robbe einen begabten Plakatmaler engagiert, der sie schöngemalt hatte. Denn auch das zugegeben sehr aufwendige Graupner-Flugi hatte weder die am Eingang dargestellte hydraulische Dämpfung und auch nicht die Kondensnebelbildung hinterm Bugrad durch den gewaltigen Unterdruck à la SU-27 bei der Kobra.

Und wer schonmal einen Aal gesehen, z.B. weil gefangen hat, möchte dessen Pelle nicht auf seinem Flieger wiedergegeben haben. Oder vielleicht gerade, Stichwort: "Vortexgenerator".

servus,
Patrick
 
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