Kipprotor

Hallöchen,

da ich immer auf der Suche nach dem etwas anderen Flugzeug bin, habe ich gerade überlegt ob ich nicht mal ein Kipprotorflugzeug so im Stil der VSTOL XV-15 bauen soll. Hat jemand sowas schon mal versucht? Habt ihr da Meinungen, Anregungen bzw. Tips für mich? Wieviel Schub-Gewichtsverhältnis würdet ihr da empfehlen? Wie löst man am besten das Problem mit der Instabilität bei Start und Landung? Kreisel auf Quer und Höhe? Klappen? Bin für alles offen.

Grüße

Frostfalke
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das Thema steht besser bei den Experimenten.
HWE

[ 09. April 2004, 12:23: Beitrag editiert von: Heinz-Werner Eickhoff ]
 
Oje, da hast Du Dir was ausgesucht! Guckst du unter www.tiltrotor.de .

So ein Ding ist schon eine Herausforderung und das, was ich so bisher in Erfahrung bringen konnte, kann man in folgenden Sätzen zusammenfassen:

Tiltrotor-Flugzeuge starten und landen als (Tandemrotor-)Helis. Damit ist die Frage nach Schub/Gewichts-Verhältnis eigentlich überflüssig: Der Schub MUSS größer als das Gewicht sein, sonst kriegt das Ding den Hintern nicht hoch. Anders geht es auch nicht, weil der Rotor- bzw. Propellerkreisradius bei 0° Tilt den Boden berührt.

In der Luft erfolgt dann die Konversion zum Flugzeug, indem entweder die ganze Tragfläche oder nur die Motorgondeln in die Horizontale gedreht werden.

Praktische Umsetzung: Wegen des Zwitterwesens eines solchen Gefliegs denkbar kompliziert, denn man muß -zig verschiedene Flugphasen definiert erfliegen und in seiner Fernsteuerung umsetzen. Dazu kommt noch, daß man ja beides gleichermaßen gut beherrschen muß - den Heli- als auch den Flächenflug. Und so, wie die oben genannte Seite aussieht, sind die Erbauer des Experimentalmodells auch noch nicht über die Heli-Phase hinausgekommen... :(

Ich habe allerdings einmal eine Seite gefunden, da war ein Tiltrotormodell abgebildet, das offenbar zu funktionieren schien. Leider habe ich den Link verbummelt. :mad: Wie auch immer: das Ding war ein reines Zweckmodell, also nix mit vorbildähnlich oder so, und erinnerte sowohl in Größe als auch im Aussehen stark an einen Funflyer mit zwei Motoren, bei dem für die Konversion von der Flugphase zu Start und Landung bzw. zurück die ganzen Tragflächen gedreht wurden.
 
Zum Tiltrotor habe ich mir auch schon meine Gedanken gemacht. Ich meine, dass es auch einfacher zu schaffen sein muss, als die Jungs von tiltrotor.de das vorhaben.
Denn deren Modell wird ein technisch 1:1 verkleinerter 'grosser' Tiltrotor und das hat bei Modellhubschraubern auch nicht zum Erfolg geführt.

Sowas müsste auch einfacher zu machen sein:
- 2 Rotorköpfe, bei denen die Rollachse totgelegt ist, da man Roll hier auch über vertrimmen des Pitch realisieren kann.
- Antrieb der Rotoren über üppig dimensionierte Heckrotorantriebe.
- 1 zentraler Hubimotor möglichst drehzahlgeregelt im Rumpf mit Freilauf, damit später auch mal Autorotation möglich ist.
- Das Ganze würde auf einem Aluchassis wie ein Heli aufgebaut.
- Zur Fluglageregelung: Im Schwebeflug werden Roll und Pitch über Kreisel stabilisiert. Die Tiltachse der Kipprotoren bewegt ein Poti, das unter zuhilfenahme einer zu entwickelnden Elektronik die Kreiselsignale ausblendet, je mehr die Achse richtung Horizontalflug schwenkt.
Im Horinzontalflug wirken die Kreisel dann auf Quer und Höhenruder, um mehr Stabilität während der Konversionsphase zu bekommen.
Ein vollkommen eigenstabiler Schwebeflug ist damit nicht hinzubekommen, da alle Kreisel eine Drift haben, die dieses verhindert. Ohne Kreisel ist der Vogel aber unfliegbar.
- Das Profil der Tragfläche muss ein Hochauftriebsprofil sein, das äußerst gutmütige Abrisseigenschaften aufweist. Evtl. müssen Landeklappen ran, aber wenn die weniger Auftrieb bringen als sie Zusatzgewicht mit sich bringen, kann man sie auch weglassen.

Wär ein nettes Projekt, aber da ich derzeit auf dem Turbinentrip bin, lasse ich da erst mal die Finger von. Man kann nur eins...
 
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