Membrane nass machen - aber wie?

Hardy

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Ein DLE 20 RA treibt mich gelegentlich zur Verzweiflung, beim ersten Anwerfen am Wochenende kurbele ich mir immer einen Wolf, bin schon mal minutenlang mit dem E-Starter dran gewesen. Hat er einmal gelaufen brauch ich ihn nur einmal mit dem Stöckchen anticken und er läuft wieder. Ziemlich eindeutig: Ist die Membrane trocken, saugt er nicht. Das Löchlein in der Choke Klappe hab ich schon verschlossen, scheint nichts zu bringen.

"Einfach ein bisschen Sprit direkt in den Vergaser, die Membrane nass machen!"

Nur ist der Heckvergaser in diesem Fall sehr schwer zugänglich, ich muss einen Wartungsdeckel unter dem Auspuffkrümmer abschrauben, den Vogel auf die Nase stellen und mit der Spritze in den Ansaugtrichter am Vergaser. Einmal funktioniert das super, an einem anderen Wochenende kurbele ich danach trotzdem ohne Ende.

Also, wie kriege ich den Sprit bei diesem Heckvergaser zuverlässig dahin, wo ich ihn haben will, also an die Membrane?

Messingröhrchen in den Trichter verlegen und dann Choke auf, Drossel zu und einspritzen? Drossel auf?

Oder durch die Tankentlüftung Überdruck herstellen um den Sprit durch die Vergaser - Zuleitung zu pressen?

Oder was anderes?


MfG Hardy
 

postler

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Hallo,
entweder ist die Membran "auf" also hart.
Dann brauchst due eine neue. Sonst wird das nie etwas vernünftiges.
Oder an der Vergasereinstellung L-Schraube passt etwas nicht. ( wenn mit Überdruck im Tank, Sprit in den Vergaser kommt ist im Vergaser definitiv etwas defekt/undicht. Das darf nicht gehen!
Ggf. ist auch das Sieb im Vergaser verdreckt und lässt zu wenig Sprit in den Vergaser. (Einfach mit Spritpumpe ausspülen.)

Gruß Heinrich
 
Hallo Hardy,
wenn man Sprit direkt in den Ansaugtrichter spritzt, macht das noch lange keine feuchten Vergasermembranen, da der durch den Trichter eingebrachte Sprit garnicht dort hin gelangt. Ich würde mal vermuten, dass das Problem eher an nicht sauber schließenden Flatterventilen liegen könnte.
Gruß
K.-H.
 

GJodel

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Wenn der Motor kein Sprit ansaugt ist entweder am Spritschlauch das er Luft zieht.
Oder wie schon geschrieben muss Du die Membrane wechseln. Es kann auch sein das der Vergaser Dreck gezogen hat, dann reinigen und das geht nur wenn Du den Vergaser abbaust.
Gruß
Sammy
 

mannikla

User
Hallo,
ich bin bei Karlito.
Wenn der Motor mal gelaufen ist, läuft er danach auch wieder an. Ich gehe davon aus, das er dann auch sauber durchläuft, Gas annimmt und auch Vollgas läuft.
Dann scheidet ein undichter Saugschlauch zum Tank und Schmutz im Vergasersieb eigentlich aus.
In dieser Fällen würde der Motor unter Teillast und Vollast nicht sauber laufen oder sogar aus gehen.
Bei der Pumpe im Vergaser würde ich anfangen zu suchen. Unterdruck kommt zur Pumpe? Gummiteil mit den Flatterventilen richtig eingebaut?
Da ist noch eine Dichtung dabei - die muss zwischen Deckel und Gummiteil liegen, das Gummiteil direkt auf dem Vergaser. Unter den beiden Flatterventilen müssen die die Spritbohrungen liegen.

Du kannst die Nadelmembrane einfach testen. Saugschlauch (durchsichtig damit man auch was sieht) zum Tank leer machen, wieder auf Vergaser stecken. Natürlich muss Sprit im Tank sein.
Bisschen Druck auf den Tank. Bis dahin darf die Spritsäule noch nicht durch den Schlauch wandern. Wandert die Spritsäule doch, macht dein Nadelventil nicht zu.
Dann den Propeller drehen ( wie zum anwerfen - dreht man zu langsam enteht kein oder nicht genug Unterdruck) - dann müsste die Spritsäule durch den Schlauch wandern. Dann funktioniert dein Nadelventil und die Membrane dazu.

Gruss Klaus
 

Bernd Langner

Moderator
Teammitglied
Hallo Klaus
Ich möcht an dein Beitrag noch etwas anfügen dazu lade ich wie schon so oft das Bild des Walbrovergasers hoch.
Walbro.JPG
Der gesamte Vergaser funktoniert wie du richtig schreibst mit dem leichten Druckschwankungen im Kurbelgehäuse.
Ist der Kolben/Motor trocken oder die Flatterventile schließen nicht weil beschädigt oder verbogen entsteht beim
langsamen durchdrehen keine Druckunterschiede bzw weil der Kolben auch trocken ist .
Wenn auch der Druck reichen sollte für die Pumpe muß auch noch Sprit aus der Kammer per Luftstrom
und Düse mitgerissen werden. Erst wenn die Regelmembrane entlastet wird öffnet das Nadelventil und die Pumpe
drückt Sprit über das Nadelventil nach.
Warum klappt es wenn ich Sprit einspritze?. Durch die Dämpfe vom Kraftsoff bekomme ich trotz trocknen Kolben/Motor
eine Verbennung/Zündung zustande. Damit bewegt sich der Kolben viel schneller als ich mit der Handanwurfmethode
und es wird trotz trockenen Motor genügend Druckunterschied erzeugt das Kraftstoff mitgerissen wird und auch frischer nachgepumpt wird.
Danach klappt das dann auch ohne Kraftstoff einspritzen weil der Motor mit Öl/Kraftstoff innen benetzt ist..
Die verbogenen Membranen vom Flatterventil werden durch die höheren Drücke beim laufen zusätzlich zugedrückt
deshalb läuft der Motor auch. Nur halt fehlt der höhere Druck beim Handstart und die Membrane stehen leicht offen und der
leichte Druck entweicht. und führt zur Fehlfunktion am Vergaser (meine Vermutung).

Gruß Bernd
 
falls es sich noch nicht rumgesprochen hat ...

schon von Anfang an hat Gerhard Reinsch immer emphohlen den Tank nicht vollständig zu entleeren

ich habe schon sehr früh gelernt ... (ich bin schon ein alter Mann und fliege auch erst 48 Jahre)
- wenn man Samstags fliegen will Freitag Abend Akkus ans Ladegerät, okay galt für DEAC NiCa NiMh aber auch für die legendäre 2V Glühkerzen oder auch 12V Elektrostarter Bleibatterie,
- wenn man Samstag fliegen will bei Benzinmotoren Freitag Abend Benzin in den Tank, Vollgas, Choke zu, schnell durchdrehen bis er leicht matscht,
so werden verhärtet Membranen über Nacht weich und auf dem Flugplatz gibt es keine Probleme,
 

Bernd Langner

Moderator
Teammitglied
Hallo Johannes

Die ZG Motoren haben ein gänzlich andere Einlassteuerung über den Kolben also
mit diesem Problem hier nicht zu vergleichen. Sprit im Tank was soll das bewirken?
Nachdem abstellen ist das Schwimmernadelventil zu und die Lamellen der Pumpe
sind auch dicht.Du hast eine Restmenge in der Schwimmerkammer und mehr nicht.
Die Pumpenmebran wird mittlerweile aus anderem Material hergestellt Regelmembrane ist
wie gehabt. Probleme mit dem verhärten und andere Wehwehchen haben wir erst seit dem Kraftstoff Ethanol / Methanol
beigemischt haben. Deshalb auch der Tip von Gerd mit dem Ultimate 102 welches eben diese Anteile nicht hat.

Ich habe bei meinen Benziner kein Kraftstoff im Tank und bekomme sie auch nach längerer Stillstandzeit problemlos
zum anspringen.

Gruß Bernd
 
dafür enthält Ultimate 102 Bio-Esther ....

den Unterschied zwischen Bio-Esther und Bio-Ethanol soll sich jeder mal selber zu gemühte führen ...
wird erstaunen bezogen auf Bernds Argumentation auslösen ...
 
Hallo Hardy,
jetzt gebe ich auch einmal meinen Senf dazu. Hier wird ja viel geschrieben was zur Standardlektüre gehört, aber irgendwie beim DLE20 nicht automatisch so greift. Bevor jetzt wieder Einwände kommen, ich habe selber x-Benzinmotore aller Größen die alle funktionieren.
Vorweg gesagt, der DLE20RA ist ein geiler Motor und ich habe in den kleinen Warbirds inzwischen 4 davon im Einsatz. Und bestimmt noch einmal 4x sind im Verein im Einsatz. Noch nie ein Absteller gehabt, auch nach 3 Jahren im häufigen Einsatz und läuft wie eine EINS:-).
Alle DLE20RA, beim 20er Seitenauslaß sollte es genauso sein, sind damit aufgefallen, daß sie nach ca. 4-5 Wochen Ruhezeit zuerst sehr schlecht bis gar nicht anspringen wollten. Sie haben einfach nicht angesaugt. Standardmäßig wurden bei allen das Choke-Loch zugelötet. Aber das hat nicht den gewünschten Effekt gebracht.
Dann ging es weiter mit der Pumpmembrane. Diese war nicht direkt hart oder festgeklebt, aber man konnte einen kleinen Widerstand spüren beim Lösen mit einer Pinzette. Danach funktionierte wieder alles wie es sollte. Bis zur nächsten etwas längeren Pause.
Also,..was nun? Dann habe ich mir den GFK-Membranenkasten angeschaut, ob da eventuell etwas unsauber ist und der Druck für die Pumpe nicht in der erforderlichen Höhe zur Verfügung gestellt wird, da die GFK-Plättchen vielleicht nicht richtig abdichten.
Aber alles soweit in Ordnung.
Getankt wurde bisher immer mit normalen Superbenzin. Die Pumpmembran ist im Original aus dem bekannten schwarzen Gummi/Kunststoff. Die habe ausgetauscht und durch die halbdurchsichtigen Membrane (GFK??) ersetzt, ist im jeden Ersatzteilset enthalten. Zusätzlich bin ich auch auf ARAL Ultimate 102 umgestiegen, um allen 'Verunreinigungen' aus dem Weg zu gehen. Bisher hat alles funktioniert und die Motore sind bisher super angesprungen.
Allerdings fehlt mir auch die Langzeiterfahrung bei einer längeren Pause größer 1-2Monate. Als letzte Option würde ich dann noch auf Gerätebenzin Stihl-Motormix ausweichen. Benzin im Tank lassen hatte beim DLE20 auch keine Verbesserung gebracht. Ich favorisiere das es an dem Material der Pumpmembrane gelegen hat.
Vielleicht hilft dir das alles weiter.

Gruß Malte
 

mannikla

User
Hallo Malte,
Danke für dein Statement zu den DLE 20.
Hab hier noch eine 2 mot. ME 410. Da sollen die DLE 20 rein, damit die endlich mal nach über 20 Jahren in die Luft kommt.

Selbst hab ich bisher nur einen DLE 55 im Einsatz. Bin sehr zufrieden damit. Leicht, zuverlässig und ordentlich Dampf.
Gruss Klaus
 

Bernd Langner

Moderator
Teammitglied
Hallo Johannes

Dann klär uns doch mal auf ich bin kein Chemiker. Laut Datenblatt ist da Bio Ether drin was zwar aus Ethanol gewonnen wird
aber mit weiteren Substanzen veredelt wird. Das Ethanol macht nicht nur die Membrane defekt sondern ist ansich
für den Betrieb in Walbrovergasern mit deren Legierungen nicht geeignet bzw greift das Material an.
Bei meinem Sato FG90R3 wird in der Anleitung klipp und klar darauf hingewiesen den Ethanol versetzten Sprit zu vermeiden.

Gruß Bernd
 
Zuletzt bearbeitet:

mannikla

User
Hallo,
@ Bernd - dein Bild wollt ich verlinken, hab's aber nicht gefunden.

Ich flieg jetzt seit ca. 8 Jahren nur noch Aral Ultimate 102 mit allen meinen Motoren.
Konnte aber noch keine Beeinträchtigung feststellen.

@ Hardy - was beim Choken auch hilft - Drosselklappe auf Vollgas.
Auf Bernd's Bild steht die Drosselklappe schon auf deutlich erhöhter Drehzahl.
Beim normalen Standgas liegt meist nur eine der Standgasdüsen vor der Drosselklappe. Wegen dem kleinen Spalt der Drosselklappe kann sich der Unterdruck im Vergaserrohr nicht schnell genug im Raum zwischen Drosselklappe und Choke Klappe ausbreiten und wirkt dadurch nicht mit dem gesamten Unterdruck auf alle Düsen. Geht man beim Choken ins Vollgas wirkt der Unterdruck auf alle Düsen - auch auf die Vollgasdüse.
Kann man bei transparentem Tankschlauch schön kontrollieren. Tankschlauch entleeren - einmal im Standgas mit Choke ansaugen bis der Schlauch voll ist - die dafür benötigten Schläge auf den Prop zählen und das gleiche mit Vollgas - geht deutlich schneller, bzw. mit wesentlich weniger Schläge auf den Prop.
Sollte man aber mit Bedacht benutzen, bzw. nur bei gesichertem Modell.
Gruss Klaus
 

Hardy

User
Vielen Dank für die zahlreichen Antworten, da ist ja schon einiges dabei dem ich noch nachgehen kann, und auch ein paar Sachen, die ich schon mache. Ich tanke Ultimate 102 mit Stihl Ultra, lasse etwas Sprit im Tank und choke bei Vollgas und immer gesichertem Modell.

@malte - das mit dem Membranmaterial ist ja ein sehr spezifischer Hinweis. Hört sich vielversprechend an, da wir ansonsten ja gleiche Rahmenbedingungen haben.

MfG Hardy
 
Hallo Klaus,

ich habe die DLE20RA auch in einer Bf 110. Luftschraube Master Airscrew Dreiblatt 16x10, gekürzt auf 15x10.
Eine Me 410 schwebt mir auch noch vor, aber etwas größer.
Gruß Malte


Hallo Malte,
Danke für dein Statement zu den DLE 20.
Hab hier noch eine 2 mot. ME 410. Da sollen die DLE 20 rein, damit die endlich mal nach über 20 Jahren in die Luft kommt.

Selbst hab ich bisher nur einen DLE 55 im Einsatz. Bin sehr zufrieden damit. Leicht, zuverlässig und ordentlich Dampf.
Gruss Klaus
[/QUOTE]
 
Hallo, Ich hab jetzt nicht alles Gelesen, ich kenne das Problem aber von den ZG Motoren mit Rumpfansaugung. Ich biege mir ein 3mm Messingrohr, so das es in den Vergaser Zeigt. Das wird eingeklebt und endet so das ich mit der Spritze dran komme.Dann Vollgas, Choke Auf, Flieger auf die Nase und mit der Spritze etwas Benzin In den Vergaser. Meine Erfahrung ist das der Motor nach der Ersten Zündung Saugt. Ich glaube das die Nadeldüse fest Klebt. Der Starke Impuls durch die Zündung löst das dann.
Gruß Manuel
 
Hallo

Das angesprochene Problem breitet offensichtlich immer wieder Probleme.

Vertrocknete Membranen, Kraftstoff ansaugen problematisch wenn nicht unmöglich.
Komisch nur:
Mein Rasenmäher und meine Benzinmotorsense lagern den ganzen Winter über im Geräteschuppen.
Im Frühling hervorgeholt, einige Male den Seilzug betätigt und die Motoren laufen. Dies seit Jahren und ohne den Tausch der Membranen.
Praktisch bei der Motorsense: sie verfügt in der Kraftstoffzuleitung über einen durchsichtigen Plastikknopf, der, einige Male zusammengedrückt, den Vergaser flutet.
Warum ist sowas bei unseren Modellmotoren nicht möglich?

Mit freundlichen Grüßen, Daniel
 
Automotoren (Gröschel ZG, Reely CY, etc.) haben den Pumpbalg regelmäßig auf den Vergasern, läßt sich gut für kleines Geld nachrüsten ...
 

Genie

User
Der DLE 20 hat eine recht geringe Kompression. Der benötigte Unterdruck zum Ansaugen nach längerem Stillstand reicht oft nicht aus, um die Membran zur Arbeit zu bewegen. Das war ja schon beim 30-ger DLE nicht immer einfach. Wenn die Kolbenringe dann endlich eingeschliffen waren, dann wurde es etwas besser. Ihr könnt die Grundkonstuktion nicht mehr ändern, also muss etwas nachgearbeitet werden. Die beste Wahl ist der Umbau auf Vergaser mit der Primerglocke. Dann liegt das Benzin sofort an. Aber in fast allen Fällen sind die Motorhauben im Weg.
Das Nacharbeiten der Auflagenfläche für die Flatterventile ist geringfügig hilfreich und auch das Zulöten der kleinen Bohrung an der Chokeklappe hilft in geringem Umfang. Erhöht aber noch immer nicht den benötigten Unterdruck.
Daher bleibt bei den meisten kleinvolumigen Motoren nur die Einspritzung direkt in den Vergaser / Kurbelgehäuse . Aber auch nicht soviel, dass der Motor absaufen muss.
Zum geschlossenen Choke auch Vollgas geben, dann hat es das Benzin auch etwas leichter seinen Weg zu finden. Wer großes Glück hat und an seine Zündkerze rankommt, der hat den Hauptgewinn. Kerze raus und die Luftschraube schnell durchdrehen. Dann kommt auch sofort schnell Bewegung in die Spritleitung. Ein paar Tropfen Benzin in den Zylinder erhöhen zusätzlich die Kompression und der Motor wird auch wieder anspringen.
Etwas Restbenzin im Tank ist sicher nicht verkehrt, es kommt allerdings nichts davon im Vergaser an. Egal wie lange das Modell rumsteht. Wenn das anders wäre, wäre der Vergaser defekt. Gegen das Verdampfen von Benzin im Vergaser ist noch kein Zusatz gefunden worden, also müssen wir mit dem Aufwand leben. Da muss jeder seinen Weg finden, oder einen größeren Motor einbauen. Aber auch das ist keine Garantie dafür, dass es nach längerem Stillstand sofort auf Anhieb funzt

Gruß Ralf
 
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