Neuen Rumpf verstärken?

flhrci

User
Hallo,
Rumpfverstärken, macht das überhaupt Sinn?

Habe die Absicht in den neuen Glasrumpf einer ASH26 5.14m von BA, (hat Beidseitig noch ein CFK Band), von vorne bis ca 10cm hinter die Tragflächensteckung möglichst vollflächig noch ein Aramidgewebe einzuharzen.

Grund: Harte Landung ev. Stecklandung durch Leewirbel aus geringer Höhe.

Hier im Forum hat es Div. Bilder von stark beschädigten Rumpf Vorderteilen.

Fliege mit Nasenmotor ohne Fahrwerk in Ebene und am Hang.

Gruss Housi
 
Hallo Housi,

also ich hab meinen 1:3,5 er Rumpf verstärkt und bin nach einer, sagen
wir, ungeschickten Landung ganz froh darüber, dass fast nichts passiert
ist.

Ob Aramid oder Spanten ist Ansichtssache. Mein Favorit waren eine
(abgeschaute) Lösung mit Spanten.

Schau Dir vielleicht auch mal den Giotto auf Swiss Composite an.
Auch ein interessanter Ansatz.
 
Hallo
Wenn du unbedingt verstärken willst, dann nimm immer das gleiche Material, also Glas alles andere ist mist!
dazu reichen dann schon links und rechts zwei streifen 5-6cm breite glasbänder hinten schräg angeschnitten
ich empfehle das gewebe diagonal anzuschneiden also 45/45° ist halt etwas schwieriger zu laminieren weil es sich leicht in die länge ziehen läßt!
wenn du spanten einziehen willst, dann mach die spanten mit 1mm untermaß und kleb die spanten mit karosseriekleber ein, der ist etwas elastisch, und du hast nach dem spant keine sollbruchstelle!!! nimm aber kein silikon, den falls du mal eine reperatur hast klebt hier garantiert nichts mehr.
gruß hermann
 
Hallo Christian,

danke für den Hinweis auf Giotto Swiss Composite.

Finde die Seite sehr gut werde wohl deren Erfahrung, Stringer in Kastenform zur Verstärkung des Rumpfboots mit einbinden, bauen.

Immer wieder interessant auf was man gelegentlich aufmerksam gemacht wird, Fraubrunnen liegt keine 1/2 Autostunde von meinem Zuhause entfernt.


Hermann, danke für den Hinweis der Sollbruchstelle.


Gruss Housi
 
Moin, ja eine Aramid(=Kevlar) Einlage in einem Glasrumpf wird nur bewirken, das falls der Rumpf bricht, alles an einem Stück bleibt, weil Kevlar reissfest ist.

Ich mache immer einen Spant zwischen Rumpfboden und Flächensteckung, und zwar so, das bei einer harten Landung sich die schweren Flügel direkt dort abstützen, wo der Rumpf den Boden normalerweise berührt, also entweder am Fahrwerk oder, falls ohne, dann senkrecht unter der Steckung oder schräg nach vorn.

Sollte der Rumpf natürlich den Boden mit einer nicht dafür vorgesehenen Stelle berühren, also z.B. mit der Nase zuerst, hilft das natürlich nicht, da helfen nur flächige Glaseinlagen.

Roland
 
Hallo Housi,

da ich keinen Wert auf ne Puppe legte, sieht meine Lösung so aus:

IMG00191.2.jpg

Die beiden Steher, die bis hinter die Tragflächen gehen, gleichen die
Schwäche durch den Haubenausschnitt aus. Nach oben und unten
bewegt sich gar nix. Da mir jedoch noch zu viel Torsion drin war, habe
ich vorn und mittig zusätzlich noch Spanten eingesetzt. Vielleicht zu
viel des Guten, aber wenn man schonmal dabei ist. So ists jetzt dafür
Betong. Die Giotto Lösung bietet das nicht. Vielleicht braucht mans
aber auch nicht.

Ich habs übrigens mit Harz gemacht, aber Hermann wird wohl recht
haben mit dem Karosseriekleber. Man lernt nie aus.

45 Flugstunden hat sie bisher auf dem Buckel... und einige härtere
Landungen. Da man nichts sieht, kanns so schlecht nicht sein.
Druckstege nicht vergessen.
 
Hallo Housi,

da ich keinen Wert auf ne Puppe legte, sieht meine Lösung so aus:

Anhang anzeigen 885063

Oha, das sieht schon sehr stabil aus, dagegen ist meine Lösung doch eher schlicht....

Ist aber auch mehr dazu gedacht zu vermeiden, das zwar normale, aber etwas härtere Landungen die Rumpfröhre überstrapazieren.

Hauptspant.jpg

Roland

P.S. da, wo der Spant wegen des Seitenruderantriebs ausgenommen und geschwächt ist, ist auf der Rückseite natürlich ein Kohlestab angebracht, der Antrieb musste so weit nach links, damit am Rumpfende die Öffnung für den Austritt der Schubstange möglichst kurz blieb, und aus Schwerpunktgründen konnte das Servo nicht weiter nach hinten.
 
Es ist schon gesagt worden, was ich auch denke bzw. durch Erfahrung gelernt habe: dass nur der Umbau des Rumpfbootes in eine "D-Box" wirklich etwas bringt - sei es mit 2 "Stehern" wie bei Christian oder mit einem "liegenden Holm", also grossflächigem Bodenbrett (finde ich persönlich besser).

Wenn Du Dir mal die Belastung bei einer harten Landung mit dem Rumpf in der Hand versuchst vorzustellen, wirst Du verstehen, dass die CFK-Rowings rund um den Haubenausschnitt nichts bringen. Das hintere untere Eck des Haubenausschnittes beult es nach aussen. Du kannst das entweder mit einem Querstab verhindern, der aber SEHR gut eingeharzt sein muss (sonst löst er sich natürlich bei Ausbeulung gerne innen von der Rumpfwand), oder Du klebst winkelförmige Platinenstücke oder einen schrägen fetten (4mm mit viel Mumpe) GFK-Stab (Polystal) um das Haubeneck. Damit verhinderst Du Einrisse in dieser Gegend (meist gehen die Brüche dort los).
Die CFK-Rowings an dieser Stelle brechen bei Ausbeulung einfach nur durch, völlig sinnlos.

Plan B:
Ca. 7 "Schuhsohlen" oder mehr (!, weniger bringen es nicht wirklich) aus prächtigem Glasgewebe (93er oder so) unten ins Rumpfboot laminieren, von vorne bis hinter die Steckung. Seitlich irgendwie bis Haubenrand, muss nicht perfekt sein (darf aber...). Hinten gestuft auslaufen lassen. Durch die sphärische Krümmung um die Längs- und Querachse erreichst Du damit auch eine gewisse erhöhte Biegesteifigkeit und Bruchfestigkeit.

Bertram
 
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