Neuer im Bereich Dampfmaschienen aus NRW

Hallo zusammen,
ich bin seid meiner Jugend Modellschiffbauer und seid langen interessieren mich Dampfmaschinen und nun hatte ich die Gelegenheit ein Boot mit einem Dampfantrieb zu erwerben.
Die Dampfmaschine ist wohl vom Hersteller Cheddar.
Nun ist die frage ob vielleicht jemand in der nähe ist der einem Anfänger in Sachen Dampfmaschine vielleicht ein paar Tipps geben könnte und vielleicht mal ein Auge auf den Dampfantrieb werfen könnte!
Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen.

Gruß Patrick
 

Volker Cseke

Moderator
Teammitglied
Hallo,

schön von dir zu lesen. Stell einfach deine Fragen und ein paar Bilder dazu, dann läßt sich vieles klären.


VG

Volker
 
Hallo Volker,
erstmal danke für die schnelle antwort, da ich komplett neu bin im Bereich Dampfmaschinen wollte ich zuerst wissen was ich beachten muß und welche Wartung ich vornehmen soll.
Bilder werde ich mal machen und hier rein setzen.
Außerdem geht es um die grundsätzliche Bedienung da der vorbesitzer nicht mehr lebt kann ich ihn da nicht mehr fragen.
Gruß
 

S_a_S

User
hallo Patrick,

schön, wenn ein Erbstück (?) in Ehren gehalten wird.

Grundsätzlich ist Dampf immer mit Vorsicht zu genießen, weil heiß (über 100°C) und mit Druck (2..3 bar). Und wenn irgendwo noch ein undichter Gasbrenner im Spiel ist, wird das ganze brandgefährlich. Wenn man das alles berücksichtigt (Kessel-(Kalt)-Druckprobe, Auslösedruck der Sicherungseinrichtungen...), kann man aber trotzdem viel Spaß mit der Sache haben.

Ansonsten ist die grundsätzliche Bedienung einfach: Öler füllen, Kessel füllen (über das Wasser kann man viel diskutieren), Gasbehälter füllen oder Kartusche einsetzen, anzünden und erst mal warten, bis sich der Betriebsdruck einstellt. Danach Dampfventil öffnen, Maschinen läuft - und den Kesseldruck über die Gasmenge regulieren, dabei immer den Wasserstand beachten.

Im Boot auf dem Wasser vom Ufer aus natürlich deutlich schwieriger...

Grüße Stefan
 
Hallo Stefan,
danke dir für die Infos dann werde ich mal alles reinigen und schauen ob etwas auffällt.
Habe mir auch mal ein Buch bestellt um mich ein wenig mehr damit auseinander zu setzen.
Wegen dem Wasser benutzt ihr normales Leitungswasser oder Destiliertes Wasser?

Von wo kommst du? Vielleicht könnte man sich ja mal treffen!

Gruß
 

S_a_S

User
Hallo Patrick,

wie der Name schon sagt, Stefan aus Stuttgart.

Normales Leitungswasser hat meist sehr viel Kalk (und sonstigen Dreck wie Rost) und irgendwann ist die Schicht im Kessel so dick, dass der Kalk thermisch isoliert. "Destilliertes" (eigentlich nur entmineralisiertes) Wasser hinterlässt weniger Kruste, ist aber auch nicht wirklich "rein". Etwas mehr weiß Wiki zu der Problematik bei den großen Kesseln (im Dauerbetrieb) zu berichten.

Jetzt ist natürlich die Frage, nach wie vielen Kesselfüllungen im Hobbybereich das ganze relevant ist (zur Not kann man ja auch mal entkalken) und ob die korrosive Wirkung von destilliertem Wasser in der Kessellebensdauer auch eine Rolle spielt. Viel kritischer ist, die Anlage nach der Fahrt nass zu lassen und so weg zu stellen. Da spielt dann der Faktor Zeit die Rolle. Meine Wilesco bekommt z.B. auch nur Wasser (9dH Bodenseewasser) aus der Leitung, aber das Schauglas wird nach einer Weile milchig und nach 40 Jahren habe ich sie einmal entkalkt...

Bevor Du alles auseinander baust um am Ende "tot" zu putzen, stell doch bitte erst mal Bilder ein.

Grüße Stefan
 
Super danke für die Erklärung,
wenn ich morgen Abend zu Hause bin werde ich mal Fotos machen und hier rein stellen.
Gruß Patrick
 
So habe ein paar Bilder gemacht und habe ein Problem entdeckt, der Gastank bzw die Gaskartusche fehlt.
Der Gastank darf nur einen Durchmesser von 45mm haben da eine Vorwarnung drum geht.
 

Anhänge

So nach einer schlaflosen Nacht habe ich eine Kartusche gefunden die paßt.
Rothenberger minigas 100 paßt da genau rein und war wohl auch dafür vorgesehen.
Nun muß ich schauen das ich mir einen Adapter baue.
Könnte mir jemand sagen was Cheddar für ein gewinde an den Verschraubungen hat.
Schonmal danke im voraus.
Gruß Patrick
 

S_a_S

User
Hallo Patrick,
das sieht sehr gut aus - an den wichtigsten Stellen auch schön isoliert.

Eventuell passt da direkt die Kartusche von Rothenberger Minigas 100 - die hat 4,5cm Durchmesser, ist 15cm lang (seh gerade beim Schreiben, dass Du das auch gefunden hast) - gibts in gut sortierten Baumärkten) und hat ein Schraubgewinde. Muss auch ein Dorn vermutlich das Ventil aufdrücken, damit Gas fließt - und geht wieder zu, wenn die Kartusche abgeschraubt wird.

Ein paar Infos: Auf diesem Foto siehst Du den Deckel des Verdrängungs-Ölers (kleines Kettchen drum herum). Deckel abnehmen, möglicherweise ist am Boden noch Kondenswasser (mit Spritze absaugen) und anschließend mit Heißdampf-Zylinderöl (Accucraft, Wilesco, Bengs, Regner?) befüllen.
Hinten (mit Kugelkopf) das Umsteuerventil, damit lässt sich Stillstand, Vor- und Rückwärts per Servo geben.
Rechts davor ist ein Absperrventil vom Kessel zur Maschine (dann kann man nachölen, ohne dass der Druck aus dem Kessel muss)
An der Welle unten ist ein Klappdeckelöler, da darf auch - so wie an allen anderen beweglichen Stellen - auch normales Öl ran.


Nun zum Kessel. Das Glasröhrchen ist der Wasserstandsanzeiger. Bei der grünen Marke soll wohl der Wasserstand üblicherweise sein. Am Manometer ist dann der Betriebsdruck ablesbar.


Das linke neben dem Kamin ist das Sicherheitsventil und bläst dann bei Überdruck nach oben ab (sollte nie vorkommen). Am rechten Dampfdom geht zum einen die Leitung an den Antrieb, aber auch zum Manometer und evenuell dort auch der Anschluss der Speisewasserleitung (das kann ich nicht so erkennen).


Nun die Frage, wo das ganze Wasser herkommt bzw. hingeht. Aus dem Antrieb kommt (hinter dem Umsteuerventil) eine Leitung raus, die erst einmal durch den Kondensator/Ölabscheider (stehender isolierter Zylinder links) geht. Ab da (oben raus) geht der Abdampf in den Schornstein und das Öl soll dort drin hängen bleiben (und muss ab und an geleert werden). Rechts daneben scheint der liegende (drucklose) Speisewasserbehälter zu sein. Dieser scheint auch noch für den Abdampf eine Kühlschleife eingebaut zu haben (und wärmt damit das Wasser auch vor - deshalb alles isoliert zum Energie sparen).
Wasser über die Schraube einfüllen, Überlauf am roten Schlauch, wenn genügend Wasser drin. Unten links scheint eine Speisewasserpumpe zu sein, möglicherweise über ein Servo betätigt, die das Wasser aus dem Behälter dann in den Druckkessel gibt. Wenn über Fernsteuerung, dann sicher nicht automatisch, sondern in regelmäßigen Abständen, je nach Dampfverbrauch. Oder es hängt an der Antriebswelle gekoppelt, aber dann besteht die Gefahr, dass entweder nicht genug Wasser kommt (-> Überhitzung) oder der Kessel absäuft, wenn zuviel gefördert wird.


Nun noch die Frage, wie das ganze dann angezündet wird - weil man ja an den Brenner nicht wirklich hinkommt. Vermutlich Gas aufdrehen, Feuerzeug an den Kamin halten, dann macht es einen Fump und dann brennt die Flamme unten im Kessel. Das aber bitte nur, wenn Wasser im Kessel ist.

Grüße Stefan
 
Hallo Stefan danke für die ausführliche Erklärung hilft mir sehr weiter. Habe auch schon das bestellte Buch studiert.
Ich bin jetzt am überlegen wie ich den Adapter herstellen kann um die Kartusche und mit der Gasanlage am Boot zu verbinden.
Oder weißt du vielleicht ob es den vielleicht irgendwo zu kaufen gibt?

Gruß Patrick
 

S_a_S

User
Patrick,
7/16" Eurogewinde ist an der Kartusche Standard. 7/16" sind 11,11mm.
Adapter werden wie Sand am Meer angeboten, aber dazu muss man beide Gewinde kennen (messen).

Gäbe auch noch die Möglichkeit, die ganze Leitung vom Gasventil abzuschrauben und dort einen neue Gasleitung zu verbauen (aber auch das Gewinde kenn ich nicht, kann zöllig oder metrisch M5x0,5? ) sein. Ein "richtiger" Dampfmodeller hat eh seine Werkstatt und dreht sich das zur Not selber ;) - seh ich aber für dieses Boot noch nicht als unbedingt erforderlich.

Grüße Stefan
 
Danke dir bin gerade dabei den Adapter zu planen aber dafür muß ich erstmal Leitungen, Verschraubungen und Überwurfmutter bestellen da ich ja erst mit der Dampftechnik beginnen habe ich die ganzen Ersatzteil nicht in der Werkstatt.
Ich glaube schon das ich ein "richtiger" Modellbauer bin und in fast 30 Jahren einige Modelle gebaut habe, aber eben nicht mit Dampftechnik.
Gruß
 
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