Nurflügel mit Frontantrieb ?

Ercam

User
Hallo zusammen

ich würde mir gerne einen simpeln Nuri mit Frontantrieb und einem klappproppeller ausrüsten.
gibt es einen speziellen Grund dafür, das Nurflügel meistens eher mit Druckantrieb versehen sind ?

weiterhin wäre ein Gedanke z.B. einen Funjet Ultra mit Frontantrieb auszurüsten. Die Problematik beim werfen gefällt mir einfach nicht wirklich.

herzlichen Dank und beste Grüße, Stefan
 
Hallo Stefan,

letztes Jahr habe ich einen Nurflidl (Lidl-Gleiter, gibt's wieder am Montag) mit Frontantrieb gebaut. Fliegt super. In der aktuellen FMT wird das gute alte Brettchen ebenfalls mit Frontantrieb vorgestellt. Auch bei anderen Nuri-Herstellern findet man diese Antriebsvariante.

Gruß
Gerald
 
Vor allem gepfeilte Nuris brauchen wg dem Schwerpunkt meisten hinten Gewicht! Bretter sind da eher schon mit Frontantrieb unterwegs!
Funjet sehr schwierig, schau mal in der Anleitung nach dem Schwerpunkt,
 

yet1-2

User
Servus, ich habe mir eine Tigra mit Frontantrieb gebaut .


Motor ist einer aus dem F5K Bereich und flugfertig wiegt er 399gr .( mit geteilten Flächen)

Gruß Markus
IMG_7282.jpeg
 

StephanB

Vereinsmitglied
Stefan,
ich habe vor geraumer Zeit widerholt gelesen, dass Druckantriebe bei Nurflügeln als eher stabilisierend gelten und Zugantriebe umgekehrt als eher destabilisierend. Verstanden habe ich diese Aussage nicht. Ich hatte schon beide Varianten und in dieser Hinsicht keinen Unterschied bemerkt.
Gruß
Stephan
 

Ercam

User
Moin Moin !
Danke für die Erfahrungen und Tips.
Mir geht es darum ein „Fuchsjagt“ Modell zu bauen,… da ich noch einen Funjet Ultra rumliegen habe könnte ich mir das gut vorstellen, den umzubauen. Das der Schwerpunkt passen muss ist klar, ich habe einen eher leichten Motor dafür .

Nuri Kerne haben ich aber auch noch , eventuell versuche ich das erstmal.

Herzliche Grüße und einen schönen Tag, Stefan
 

UweH

User
Stefan,
ich habe vor geraumer Zeit widerholt gelesen, dass Druckantriebe bei Nurflügeln als eher stabilisierend gelten und Zugantriebe umgekehrt als eher destabilisierend. Verstanden habe ich diese Aussage nicht.


Hallo Stephan,

das gilt für Horten und andere seitenleitwerklose Nurflügel und kommt von der Kreiselwirkung des Props. Der Flugmechanik / Steuerung ist es nicht egal ob die Kreiselwirkung den Flieger vor oder hinter dem Schwerpunkt festhalten will. Ich habe das bei der Horti und bei der Ho XII durch Kurvenwechsel überprüft und da war die Wirkung eindeutig. Bei geringen Antriebsleistungen in Verbindung mit relativ großer Spannweite merkt man das noch nicht.
Bei Brettern und Wingletpfeilen spielt das meist keine relevante Rolle.

Bei Druckantrieben ist der Prop-Wirkungsgrad etwas besser als bei Zugantrieben, ansonsten geht es bei der Entscheidung ob Zug oder Druck nur um die Anordnung der Massen von Motor und Akku im Bezug auf den Schwerpunkt. Meist geht das so aus wie Pierre in Post #3 geschrieben hat, Zugantrieb bei Brettern und Druckantrieb bei Hortens und Wingletpfeilen. Der Funjet Ultra gilt als Brett, also wenn´s mit dem Schwerpunkt hin kommt ist der Zugantrieb kein Problem.

Gruß,

Uwe.
 
Hallo Stephan,

die Erklärung, warum ein Druckantrieb stabilisierend ist, ist recht einfach.

Angenommen, der Flieger schiebt und wird dadurch schräg angeströmt. Der Propellerstrahl bläst aber parallel zum Rumpf, also wird die Luft umgelenkt wie durch ein Seitenleitwerk. Es entsteht eine "Seitenkraft".
Diese Seitenkraft zieht beim Zugpropeller die Nase in die schon jetzt falsche Richtung. Der Schwerpunkt ist dabei die Drehachse.
Beim Druckpropeller drückt die Seitenkraft, (diesmal hinter dem Schwerpunkt), den Flieger in die Flugbahn zurück.

Dies gilt für alle Flieger.
 

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Meine Bretter haben fast alle Zugantrieb. Wegen dem Schwerpunkt.
Meine Pfeile haben alle einen Druckantrieb bekommen.

Ich meine, der Effekt ist nicht so gravierend, wenn es Seitenleitwerkegibt, oder Winglets.
Bei Hortentypischen ist das eher sinnvoll.

Gruß
Klaus.
 

Verox

User
Hallo Stefan,
auch die Nuris von Wolfgang Werling haben Nasenantrieb und fliegen Alle sehr gut.
WWHai.jpg

Freundlich grüßt
Joachim
 
Hallo in die Runde,

übrigens: die destabilisierende Wirkung des Nasenantriebs bezieht sich nicht nur auf die Hochachse (Seitenstabilität), sondern auch auf die Querachse.
Dies bemerkt man häufig bei Brettern während des Startvorgangs. Sie bäumen sich gerne mal auf, oder gehen auf die Nase.
Wieso ist das so?
Nun, die Höhenruderwirkung ist beim Start noch schwach, weil Fahrt fehlt. Zusätzlich wird der Vogel eventuell zu steil nach oben freigegeben, oder zu stark nach unten. Und schon haben wir die schräge Anströmung, bei noch fehlender Höhenruderwirkung. Es erfolgt die zuvor beschriebene Umlenkung der Luft, mit ihrer destabilisierenden Wirkung. Der Rodeoritt ist vorprogrammiert.

Gruß
Klaus.
 
Jede schräge Anströmung eines sich drehenden Propellers oder Rotors bewirkt eine Verschiebung des Abwindes zur Seite, nach oben oder nach unten (bzw. beim Hubschrauber, nach vorne, nach hinten oder zur Seite).
Der Schub wirkt dann nicht mehr exakt in Richtung der Propellerachse sondern versetzt und verursacht so ein Moment, das hinten stabilisierend und vorne destabilisierend wirkt (bzw. beim Hubschrauber die Flugrichtung beeinflusst).
Bei großen, langsam drehenden Propellern tritt dieser Effekt stärker auf als bei kleinen Propellern mit hoher Abströmgeschwindigkeit.

Sprich:
Vorne macht ein kleiner Propeller tendenziell weniger Probleme beim Start oder im Langsamflug.
Hinten sorgt ein größerer Propeller eher für mehr Flugstabilität.

LG Franz
 

StephanB

Vereinsmitglied
(..)

Sprich:
Vorne macht ein kleiner Propeller tendenziell weniger Probleme beim Start oder im Langsamflug.
Hinten sorgt ein größerer Propeller eher für mehr Flugstabilität.

LG Franz
Das passt ja dann zu Stefans Plan "Fuchsjagd", wo sicher ein eher kleiner Prop mit hoher Steigung zum Einsatz kommen wird. 👍
Gruß
Stephan
 

steve

User
Ein Klassischer NF mit Frontantrieb ist die Me163 - was sich bei diesen Typ zeigt: Es ist ein gute Idee, wenn die Motorachse und die Profilsehne dicht beieinander liegen. Dann sind zumindest die Kippmomente auch der Querachse weg. Dieses Modell fliegt z.B. sehr gut und macht mit dem Frontantrieb keine Probleme.
Das große Props beim Frontantrieb eher destabilisierend wirken ist mir noch nicht aufgefallen. Meine Angela wird wohl bald einen stärkeren Frontantrieb mit größeren Duchmesser bekommen. Da werde ich mir das mal anschauen.

Was noch ein Punkt wäre: Die Frontantrieb lassen sich besser kühlen. Bei mittleren Leistungen kein Thema aber wenn etwas flotter gehen soll, wird einen das beschäftigen.
Punkt für den Pusher: Der Antrieb/Prop wird bei unsanften Landungen oder missglückten Starts nicht beschädigt...naja, fast nicht: Hab mich mit einem Druckantrieb auch schon mal bei der Landung beim Ausrutschen auf super gepflegte Rasen langsam um 180° gedreht und dann haben doch tatsächlich die Klapp-Probs eingehackt - und weg waren sie ;)
 

Gast_74695

User gesperrt
Jede schräge Anströmung eines sich drehenden Propellers oder Rotors bewirkt eine Verschiebung des Abwindes zur Seite, nach oben oder nach unten (bzw. beim Hubschrauber, nach vorne, nach hinten oder zur Seite).
Der Schub wirkt dann nicht mehr exakt in Richtung der Propellerachse sondern versetzt und verursacht so ein Moment, das hinten stabilisierend und vorne destabilisierend wirkt (bzw. beim Hubschrauber die Flugrichtung beeinflusst).
Hmm, es ist absolut faszinierend dem Entstehen eines weiteren RCN-Mythos folgen zu dürfen. Darf ich die Experten trotzdem bitten, die Argumentation zu überdenken und gegebenenfalls auch mal zeichnerisch zu überprüfen?
 
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