Orkansegeln, oder Pleiten Pech und Pannen

Stephan Ludwig

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Nach den hervorragenden Hilfen von Thomas habe ich am Samstag die Gelegenheit genutzt und meine Rubin neu eingetrimmt. Aufgrund der Windverhältnisse schien es angebracht den Sturmsegelsatz anzuschlagen. Da ich bisher nur das Sturm-Grossegel im Einsatz hatte sollte nun endlich auch die Sturm-Fock den ersten Einsatz haben.

Ein Blick vor die Tür versprach Action pur.

Also gegen 17.00 Uhr am Samstag alles ins Auto gepackt, Frau Hund und Tochter in den Zweitwagen (man will dann ja gleich die Gelegenheit nutzten, den Spass mit sinnvollem verbinden und den Hund nochmals auswringen) und ab zum Teich, 5 Minuten Fahrzeit.

Ich war wie gehabt als erster da und begann mit dem Aufbau.

Wenig später traf die restliche Familie und diese zog es vor schonmal einen kleinen Spaziergang zu beginnen.

Als ich eigentlich mit dem Aufbau fertig war, hörte ich aus der Ferne meine Frau rufen. Sch… was denn nun ? Einmal um die Ecke geschaut, sehe ich meine besessene Hälfte auf einer Absperrung sitzen. Mein erster Gedanke war, Mist, jetzt ist sie auf nassem Laub ausgerutscht und gefallen. Was mach ich ? Klaro, versuche Schiff aufgetakelt ins Auto zu bugsieren – geht nicht. Stehen lassen ? Besser nicht. Also Schiff untern Arm, Sender mit und los. Am „Unfallort“ angekommen erfahre ich dann, das ich mir etwas beeilen sollte, grrrr….. und dafür Panik machen … dann ein Geräusch aus dem Schiffsinneren. Einer der Akkus hat sich aus seiner Halterung gelöst und polterte im Schiffsrumpf…. GRRRRRRR.
Das heißt, abtakeln, Akku befestigen, auftakeln. Also noch mal 10 Minuten geopfert.

Endlich Schiff im Wasser, aber was ist das ? Wo ist der Wind ? Warum habe ich Sturmsegel. Tatsächlich war der Wind eingeschlafen…. Na Gut ! Die ein oder andere Bö kam und das Schiff fuhr anständig, aber leider zu unbeständig um nachhaltig Aufschlüsse über die Trimmung zu geben.

Um meine 3,5 Tochter zu beruhigen habe ich ihr den Sender gegeben damit sie ein paar Kreise (im wahrsten Sinne des Wortes) drehen konnte. Dabei konnte ich sehen, das sich ein Fender gelöst hatte und an der Sorgleine außenbords hing. Das kostet normalerweise ne Kiste Bier wenn das einer sieht, also Kurs Ufer.

Kurz vorm „anlegen“ noch eben Smalltalk gemacht und den Ast übersehen, der seit Jahre an dieser Stelle über dem Wasser hängt und „festgemacht“. Normalerweise kein Problem… nur zwei Meter vom Ufer entfernt und saukaltes Wasser schränkten die Bergungsmöglichkeiten erheblich ein.

Mit langen Ästen konnte das Schiff nicht befreit werden, also bin ich auf den Baum geklettert um den Ast zu entfernen o.ä. Nach ca. 20 min Rettungsaktion mit Hilfe meiner Frau, die den Sender bediente und die zum Glück vorhandene Maschine jeweils nach Angaben des „Fach“-Mannes vor- oder rückwärts fuhr, konnte, ohne den Ast abzubrechen, in einer waghalsigen Kletteraktion das Schiff befreit werden.

Eine erste Inspektion ergab, das eine Saling angebrochen war. Naja die Dinge hielt ich sowieso nie für besonders stabil, aber genau diese hatte ich schon vorab verstärkt und der Bruch erfolgte genau hinter der Verstärkung.

Egal, ich WILL segeln, ich will WIND !! und zwar viel !

Schiff wieder aufs Wasser, eine Bö… toll….und still ruht der See…. Nur noch ein laues Lüftchen. Die Saling ist zwischenzeitlich ganz ab.

Die Familie fängt an sich zu langweilen und beschließt nach Hause zu fahren, nicht ohne den dezenten Hinweis, das es dann auch gleich Abendessen geben wird, an dem ALLE teilnehmen….

Also wieder den Sanyo-Wind aktivieren, ans Ufer, abtakeln, einpacken, nach Hause fahren.

Sturmsegeln hat was ! Was der Wind nicht schafft, schafft der Skipper, Havarien und Strandung.

Das Schiff liegt noch immer im Auto, irgendwie frustriert mich sein Anblick im Moment :D

Und Sonntag ? Tja Wind war ja da ;) Aber mit kaputter Saling ? Verträgt die Rubin einen satter zwölfer Wind ? Beim nächsten Mal wird’s bestimmt getestet, wenn nichts dazwischen kommt. :D
 
Dazu fällt mir nur folgendes ein

Es sind dies die Momente, wo die Droge Segeln zu wirken beginnt, in der man alles um sich herum vergißt und die Leute an Land bedauert, die nie erfahren, was es heißt, Wind und Wasser, der Urnatur, Lust zu entlocken für eine Sportart, die gar keine Sportart mehr ist, sondern eine Art zu denken, zu handeln, zu fühlen, in der Tradition von zwei Jahrtausenden Seefahrt.

:D
 

Walter Ludwig

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:D :D :D :D

Walter
 

Stephan Ludwig

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Lachen und Grinsen könnt Ihr.... paaah !

Aber gewagt hat es keiner am Wochenende oder ?

:D

Waiting for wind is okay, so many people spending time with waiting for nothing

:D :D
 

Gast_633

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pahhhh
am wochenende fanden in Muenchen die Deutschen Meiterschaften der M-boote statt bei winden bis 9 bf. wasser quer durch die luft. die Marbleheads normalerweise mit 2 m riggs waren diesmal noch 1,20 zu goss . glueck wer nur ein 1 m rigg oder kleiner hatte. da gings echt zur sache. davon wird es einen video mal geben und bald auch fotos auf meiners eite. gebt mir noch 3-4 tage.
gruesse an den pechvogel und die feigen stubenhocker ;)
andreas
 

Stephan Ludwig

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Danke Andreas :D

und der nächste Starkwind kommt bstimmt ;)

Allerdings wars schon ganz heftig am Sonntag, wohl dem der nicht auf dem Wasser war.
 

Stephan Ludwig

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:D :D :D

Schade, daß man sowas nie beim segeln sieht.... ;)

das hätte aufgrund unverzüglich nachlassender Konzentration verheerende Folgen, bei dem Wind ;)
 

Walter Ludwig

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Paaaaaahhh .... !!!

Etwas Nass war es schon, das Toppsegel runter, die Lenzpumpe kam zum Einsatz, die Kapuze auch - aber meine Sailing ist noch dran :D :D . Nur zum fotografieren blieb einfach keine Zeit :D :D .

Sonntag wäre ich aber nicht mehr ans Wasser gegangen.

Alles Sturmvögeln Mast und Schotbruch

Walter
 
Hi,
ich mag auch Sturm und habe natürlich meinen Wasserfloh am Sonntag nachmittag baden geschickt. Hat Spaß gemacht - und gewaschen ist das Schiffchen jetzt auch bis zur Mastspitze.....











Laut kleinem mobilen Windmesser waren es zwischen 3 bis 7 Windstärken - an der Wasseroberfläche. Bis 5 war es "Segeln", über 5 dann "Treiben".....

Mehr dazu die nächsten Tage bei

www.micromagic-rc-segeln.de unter Berichte

Gruß
Thomas
 
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