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Reparatur eines Voll-Gfk-Modells

Reparatur eines Voll-Gfk-Modells

Jörg Wolter
Erstveröffentlichung 20.01.2003


Dank RC-Network habe ich jetzt endlich auch einen F3B-Modell. In besagtem Forum ging es in einem "Fred" um "begnadete Reparierer". Eines vorweg - zu dieser Spezies zähle ich mich nicht!

Jedenfalls suchte dort jemand einen Bastler, der in der Lage ist, ein Voll-Gfk-Modell zu reparieren. Zu dieser Sorte wiederum zähle ich mich wink.gif. Also wurde gemailt und telefoniert und nach kurzer Zeit waren wir uns einig, dass ich den Bruch kaufe, um ihn für mich zu reparieren. Hierbei handelte es sich um einen DRAGON.

Das Beurteilen der einzelnen Beschädigungen stellte sich als relativ problematisch heraus.

Die Sprache - Anfang allen Übels.....

Da es kein Foto von dem abgestürzten Modell gab, wurden die Mängel so gut es ging beschrieben. Das stellte sich als sehr schwierig heraus. Dies soll kein Vorwurf sein, sondern einfach deutlich machen, wie problematisch es werden kann, wenn zwei Leute mit unterschiedlichen Interessen und Kenntnissen dasselbe Modell beurteilen. Es führt zu völlig unterschiedlichen Ergebnissen. Ich war sicher vom Preis geblendet und hab’ mir meine Vorstellungen von den Beschädigungen schöngeredet. Und von dem Fliegerkollegen wurde sicher die eine oder andere Beschädigung nicht genau genug beurteilt ("da kann man doch einfach Harz reinlaufen lassen!"). Also bin ich 360 km gefahren (die ich allerdings sowieso auf mich nehmen musste, da ich in der Gegend zu tun hatte), um dann festzustellen, dass die Beschädigungen so gravierend waren, dass sich nach meiner Auffassung eine Reparatur nicht lohnte sad.gif.

Dann eben kein DRAGON.

Sondern ein Pike V F3B. Technische Details gibt es hier.

Über selbiges Forum ergab sich dann ein weiterer netter Kontakt, in dem mir ein ebenfalls beschädigter Pike V F3B angeboten wurde. Und auch hier gab es keine Fotos, statt dessen erneut kommunikative Problemchen. Was ist zum Beispiel der Unterschied zwischen einem gestauchten und einem geknitterten Flügel?!

Kurzum - der Preis war o.k. und das Modell ist inzwischen wieder fertig!

Nun zur Reparatur. Es sei noch erwähnt, dass hier nicht der Königsweg beschrieben wird, sondern lediglich die Art der Reparatur, wie ich sie gemacht habe.

Bestandsaufnahme
Als erstes folgte eine genaue Untersuchung des Modells. Hierbei war es wichtig, alle Schäden zu entdecken.

Der Holm war entsprechend der Beschreibung unbeschädigt. Ebenso der rechte Außenflügel. Der Rest wies folgende Beschädigungen auf:

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Stauchung und Riss der Nasenleiste im Bereich der Wurzel...

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...und zum Randbogen hin.

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Das arg lädierte Mittelstück

Mein erster Eindruck: das kaufen wir mal besser neu...

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Auf der Unterseite war der Stützstoff (Balsa 1 mm) über ca.10 cm delaminiert.

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Der linke Flächenanschluss ist gebrochen, die Außenlage über einen weiten Bereich delaminiert.

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Das Balsaholz fristet sein Dasein in Form von Spänen.

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Im Bereich der vorderen Flächenauflage ist die Anformung weggebrochen. Hier hat sich der Hersteller wirklich nicht mit Ruhm bekleckert, sondern nur mit angedicktem Harz. Leider ohne jede Faser.

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Der Leitwerksträger ist komplett abgerissen, demzufolge natürlich auch die Bowdenzugrohre.

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Das Leitwerk war auf den ersten Blick unbeschädigt. Hier war der zweite Blick wahrscheinlich lebensrettend. Denn bei meiner Suche nach dem Spiel in der Anlenkung wunderte ich mich, warum eine Klappe mehr Spiel hatte als die andere. Bei genauem Hinsehen stellte ich fest, dass eine Lötstelle zwischen Kugelkopf und Stahldraht gebrochen war

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Die Rumpfreparatur



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Der Rumpf ist mit Sekundenkleber fixiert und abgeschliffen.

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In den Leitwerksträger ist ein Loch geschnitten worden, um von innen Gewebe einzulaminieren. In der Spritze ist Fett. Dieses wurde in die Bowdenzüge gespritzt, um so das Einlaufen von Harz zu verhindern.

Die Idee war gut und hat soweit auch funktioniert. Allerdings wurden die Züge im Nachhinein noch getauscht, da die Rückstellgenauigkeit zu wünschen übrig ließ.

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Hier ist das Gewebe bereits von innen einlaminiert.

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Besserung brachten die Glasfaserzüge, die in einem passenden Rohr neu verlegt wurden. Außerdem freut sich die Empfängerantenne darüber, dass sie nicht mit zwei Stahldrähten parallel verlegt wird wink.gif.

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Einziger Nachteil dieser Aktion: der Rumpf musste hinten abgeschnitten werden, damit die Bowdenzüge vernünftig verklebt werden konnten.

Das Loch auf der Rumpfoberseite ist wieder verschlossen und mit Rovings verstärkt.

An dieser Stelle bricht der Rumpf nicht mehr smiley10.gif!

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Das zuvor abgeschnittene Ende ist wieder festgeharzt.

Nachdem das Leitwerk verschraubt war, stellte ich fest, dass es noch irgendwie "wackelte". Bei genauer Betrachtung konnte man sehen, dass die Anformung des Leitwerks nicht exakt zum Rumpf passte und Spiel hatte. Das heißt, das Leitwerk lag nur punktuell auf. Also wurde die Rumpfseite angeraut und das Leitwerk mit Trennwachs behandelt. Dann stellte ich mit Harz und Baumwollflocken eine neue Passung (die diesen Namen auch verdient) her.

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Die Flächenanformung wurde wieder zusammengepuzzelt. Den fehlenden Rest habe ich mit angedicktem Harz aufgefüllt.

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...und so sieht er jetzt aus. Die technischen Voraussetzungen für einen passablen Geradeausflug und für knackige Wenden sind jetzt gegeben (soweit man das überhaupt von einem "Nichtkohleflieger" behaupten kann).

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Die Tragflächenreparatur

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„Einschneidende“ Maßnahmen wurden erforderlich.

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Das Stützmaterial war zum Teil so zerbröselt, dass auch durch das Injizieren von dünnflüssigem Harz nichts mehr zu retten war.

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Rohacell 31 als Füllmaterial. Es lässt sich sehr gut verschleifen und ist außerdem sehr druckfest.

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Auch auf der Unterseite war es notwendig, einzelne Teile zu ersetzten.

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Zum Verschleifen der Profilkontur verwende ich lange Schleifklötze auf die das Schleifpapier aufgeklebt ist. Dadurch vermeidet man das Einschleifen von Dellen ganz gut.

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Durch mehrlagigen Gewebeaufbau wurden die Fasern wieder angeschäftet.

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Die linke Flächenhälfte wies auch einige Delaminationen auf. Diese konnten jedoch durch das Injizieren von dünnflüssigem Harz behoben werden.

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Nach dem Harzen folgt das Spachteln und das Verschleifen...

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...und es gab viel zu verschleifen. Dieses Bild zeigt die Fläche nach der ersten Grundierung. Die letzten kleinen Poren wurden mit Nitrospachtel geschlossen. Jetzt noch einmal grundieren, dann mit 400er Papier nassschleifen und lackieren.

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Der Lohn von ca.10 Arbeitstunden!

Durch die Reparatur hat das Modell insgesamt 150 g an Gewicht zugelegt. Für den von mir geplanten Einsatzzweck (F-Schlepp und Hangfliegen) ist das Mehrgewicht zu vernachlässigen.
 

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