Schubrohrproblematik

PB

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Hallo,

am Wochenende flog ein Fliegerfreund mit seiner F-20 (Bausatz Turbo-Didi). Bestückt ist das das Geschoss mit einer AMT Olympus HP. Das Schubrohr wurde von Turbo extra für das Modell angefertigt. Die gesamte Konfiguration fliegt so schon knappe 3 Jahre.

Während des ersten Fluges hörte sich die Olympus "anders" an als sonst und stellte nach ca. 3 Min. plötzlich ab. Nach der Landung begann das Rätselraten. Auffällig ist die "neue Form" des Schubrohres.

IMG-20111002-00251333.jpg

Nun die Frage an die Experten:

Kann sich das Schubrohr am Ende so zusammenziehen, weil die Turbine schlagartig abgestellt hat oder ist das eher im Flug passiert?

Danke vorab und viele Grüße

Philip
 

ThomasE

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Während des ersten Fluges hörte sich die Olympus "anders" an als sonst

Das beantwortet die Frage doch schon, das ist sicher nicht beim abstellen passiert sondern während "Voll Schub". Vielleicht noch beim Start durch reingelaufenes Kero zu heiss geworden oder so, allerdings vermute ich das das SR schon länger einen Fehler hatte der "jetzt" plötzlich zum Versagen geführt hat.
 
Wie sieht es denn farblich im Schubrohr aus ,bezüglich eventueller einseitiger Hotspots und darauf folgende Hitzeverfärbungen?
Verformung nur durch Abstellen ö.ä halte ich für unplausibel.

Ist der Abstandsring mit dem Hüllrohr verpunktet oder lose ?? Sonst könnten evtl.Schweißungen gelöst sein und so für die Verformung ursächlich sein.....


.

Gruß Frank
 
Vor kurzem habe ich ein ähnlich verzogenes Rohr gesehen. Das ist kaputt gegangen, weil sich in der Brennkammer beim Starten der Turbine Kerosin befand. Ein verändetes Geräusch lasst eventuell auch auf einen Defekt von Lagern, Brennkammer, Sticks schliessen. Daraus resultierendes Feuerspucken. Bei mir hat mal "nur" ne Schraube von der Schubdüse gefehlt. Der Druckverlust endete in einem zwei Meter langen Feuerstrahl. Ich hatte aber Glück mit meinem Schubrohr. Wirst also die Feuerdose mal gründlich unter die Lupe nehmen müssen.

Gruß Axel

PS. Der ist mit dem verzogenen Rohr noch geflogen. Ging, hätte ich aber nicht gemacht
 

PB

User
@Franki: die Schweißnähte sind noch OK. Der Abstandsring ist war nicht verschweißt.

@Axel: damit ist er natürlich nicht geflogen! Das war vorher schon OK. Vorflugkontrolle!

@Paul: das weiß ich leider noch nicht.

Viele Grüße

Philip
 
die zusammenziehproblematik ist ja nicht unbekannt, die kräfte, die dort durch den turbinenstrahl und die druck-/sogverhältnisse wirken sind ja recht heftig.
es wird ja, da der turbinenstrahl das schubrohrlumen nicht vollständig "ausfüllt", am rand frischluft (venturieffekt) mitgezogen. wenn diese frischluft nicht ausreichend nachströmen kann (closed ducting, andere zuluftprobleme), gibt es ein "vakuum", das das rohr zusammenziehen kann.
deshalb brauchts eine möglichst einwandfreie materialstruktur, also nichts weichgeglüht, ausreichende materialstärke oder -verstärkungen und eine durchgehend kreisrunde wandung, die auch unter belastung kreisrund bleibt.
soweit ich weiß sind ja in der vergangenheit einige dieser superdünnen chinarohre regelrecht implodiert.
 
ach mein lieber thüringer thomas:)
ja hab ich gelesen, und wenn du meinen text gelesen hast, steht das schubrohr vom didi ja auch prinzipiell überhaupt nicht in frage. sondern die sämtlichen o.a. parameter müssen abgeprüft werden. ich kenn didis schubrohre, und weiß daß sie was aushalten.
trotzdem ist die materialbeschaffenheit (ermüdung nach 3 jahren flugbetrieb, übermäßige erwärmung mit materialerweichung, evtl. auch materialfehler) und die frischluftzufuhr bzw evtl. -nichtzufuhr klärungsbedürftig.
im endeffekt machst du das gleiche wie in der großfliegerei: alle parameter wie werkstoff, fertigung, äußere umstände abprüfen und ursache finden.
im endeffekt nichts anderes als eine checkliste. und rumhören, ob es das gleiche phänomen schon anderweitig unter ähnlichen oder gleichen voraussetzungen gegeben hat.
beste grüße,
thomas.
 
Venturiluft

Venturiluft

die zusammenziehproblematik ist ja nicht unbekannt, die kräfte, die dort durch den turbinenstrahl und die druck-/sogverhältnisse wirken sind ja recht heftig.
es wird ja, da der turbinenstrahl das schubrohrlumen nicht vollständig "ausfüllt", am rand frischluft (venturieffekt) mitgezogen. wenn diese frischluft nicht ausreichend nachströmen kann (closed ducting, andere zuluftprobleme), gibt es ein "vakuum", das das rohr zusammenziehen kann.
deshalb brauchts eine möglichst einwandfreie materialstruktur, also nichts weichgeglüht, ausreichende materialstärke oder -verstärkungen und eine durchgehend kreisrunde wandung, die auch unter belastung kreisrund bleibt.
soweit ich weiß sind ja in der vergangenheit einige dieser superdünnen chinarohre regelrecht implodiert.

So sehe ich es auch ,

die Bine war zu Stark ( nicht im Sinne vom schub ) und die Luftzufuhr.... Frischluft .....machte beiden zu schaffen .( ...Schlupf..Implodiert )

Einfach zu wenig Luft,zum System vorhanden.

Ps.meine Meinung

Fliege die B300F mit 30 Kg schub in meiner F-15 mit einem China-Rohr....(.Papierrohr..sagen manche )
habe von überall Luft.
Habe auch dann den schub vom Hersteller.
die meisten Jet können überhaupt nicht richtig Atmen ( weil alles verbaut ist,vor der Bine )

Gruß Paul
 
deshalb werd ich meinem jüngst erstandenen flash mit momentan geschlossenem ducting und ner 74S ein bissel mehr luftzufuhr für die sekundärluft verschaffen, bevor ich da irgendein risiko fahre. ;)
 
Ich glaube ,die Karre ist so langsam,

da wollte ein Piepmatz( bestimmt ein "Jetfink";))während des Fluges ein Nest im Zwischenraum bauen...,aber es sich dann doch anders überlegt.;)..........oder ein Marder hat vorher versucht dort zu wohnen ,und ihr hattet das verformte Rohr einfach nicht bemerkt....

im Ernst:.......will damit sagen das diese Verformung am hinteren Ende äussert schwierig im normalen Flugbetrieb zu erreichen ist(bei Implosion zieht es sich in der Mitte zusammen), vielleicht war der Schaden ja wirklich vorher beim Transport oder Lagern passiert.....glaube es wird nicht genau zu ermitteln sein was, warum ,wieso..... wobei der Piepmatz ja doch eher die Plausibelste ........:D

Ps : bin nüchtern
Gruß Frank
 
gegrillter marder mit noch fell dran, grauslicher gedanke:eek::eek:
 
Hallo zusammen,

Also mich verwundert auch etwas, dass das Schubrohr hinten verformt ist... Nach der Physik bildet sich der größte Unterdruck am Anfang des Schubrohres und nimmt stetig nach hinten hin ab. Also der Unterdruck (als Differenz zwischen statischem Druck im Rohr und der Umgebung) wird kleiner, der statische Druck im Rohr nimmt zu.
Zur Erklärung ein kleines Bild einer Strahlpumpe. Die Schubrohre sind aerodynamisch nichts anderes. :D

http://www.baelz.de/images/strahlpumpen/strahlpumpe_diagramm.gif

Ich halte es somit für unmöglich, dass das Rohr nur durch die Strömung so verformt wurde. Eine Schädigung im Flug durch Fremdkörper (Vögel, andere Flieger, wer weiß was da alles in der Luft war? :D) ist hinten auch sehr unwahrscheinlich.

In welcher Phase des Fluges ist das denn genau passiert? Welchen Lastzustand hatte das Triebwerk?

Cheers
Chris
 
ah, jetzt werden endlich vernünftige fragestellungen kundgetan.:)
das beispiel des vorredners ist einleuchtend, wobei trotzem immer noch auch am schubrohrende ein unterdruck herrschen kann.
zu prüfen wäre hier auch auf eine schwachstelle (materialschwäche, delle bzw. wiederausgebeulte delle, leichte ovalität durch die formgebung der nozzle) am hinteren bereich das rohres, die den selbststabilisierenden effekt des kreisrunden rohres geschwächt haben könnte. das außenrohr ist denk ich mal alu, und steht ja richtigerweise etwas über das schubrohr um auch hier einen venturieffekt zur schubrohr- und rumpfkühlung zu erzeugen...
schlabberte evtl. das schubrohrende im rumpf oder war es vorschriftsgemäß kreisförmig vielpunktmäßig eingepaßt und abgestützt zur rumpfwand an der nozzle?
oder eben trotzdem die sekundärluftsituation: wie weit nach hinten könnte sich ein derartiger unterdruck aufbauen in diesem individuellen fall?
gab es eine bemerkbare änderung im flugverhalten durch ungleichmäßigen schubstrahl? hat erst die bine abgestellt und gab es dann die verformung, oder umgekehrt?
etc.

hilfreich ist natürlich bei solchen fragestellungen immer, wenn der fragende eine möglichst umfassende schilderung ALLER umstände und auffälligkeiten gibt, damit man sich ein bild machen kann zur ferndiagnose:D:D:D
 

PB

User
Hallo zusammen,

so ich habe mal mit Didi über den Fall gesprochen und wohl auch die Ursache gefunden. Unabhängig davon ist die F-20 nicht aus Didis Form, sondern aus der von Robert Lichius. Dieser hat seinerzeit das Rohr bei Didi bestellt und war für Größe und Auslegung verantwortlich. Die Größenverhältnisse sind lt. Didi nicht glücklich gewählt worden. Ebenfalls wollte Robert nicht, dass Didi die notwendigen Verstärkungsringe einschweißt, um das, was jetzt passiert ist, zu verhindern. Durch das schlagartige Abstellen des Triebwerks und die zu große Menge an Bypassluft ist das Rohr am Ende zusammen gedrückt worden.

Nun ja, ich bin sicher, dass Didi gebeten wird diese Verstärkungsringe an das neue Rohr zu schweißen :D

Jetzt suchen wir mal weiter nach dem Abstellgrund...

Viele Grüße

Philip
 
Hallo Zusammen,

leider war der Paul an diesem Wochenende nicht dabei. Der hat mit dem gleichen Modell, gleicher Turbine, gleiches Schubrohr ca. 70 Flüge gemacht.
Ohne Probleme.

Das 1. Schubrohr hat damals der Didi mit dem Rainer Kamitz gemacht was ich dann so übernommen habe und beim Paul wie gesagt ohne Probleme war.

Ach die Hotspots in dieser F- 20 mit dem zerbeulten Schubrohr waren bis jetzt nicht von schlechten Eltern.


Grüße
Robert Lichius
 
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