Scorpion HK-4020 1400 KV an 6s mit APC 7 x 10 fordert 160 Ampere ?!

rcspass62

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Moin zusammen,
bin als langsamer Kunstflieger über den Erwerb eines Speedmodells für 4 - 6s Antriebe zum Speederlebnis gelangt. Der Flieger aus der Hand eines ehemals sehr erfahrenen Piloten und Modellentwicklers ist mit einem Scorpion HK-4020, einem YGE 120 LVK, einem APC 7 x 10 Prop und einem von mir neu erworbenen 6s 3200 mAh 45C Akku ausgerüstet. Laut seiner damaligen Aussage, soll dieses Setup rund 110 A geschluckt haben. Als ich nun beim zweiten Flug mit mehr Gas ansetzen wollte, kam es zur unerwarteten Motorabschätzung ab zirka 60 Prozent Leistung wegen Spannungsunterschreitung oder zu hoher Temperatur. Daraufhin habe ich den Strom am Boden mit einem Zangenamperemeter gemessen und habe bei Vollgas sagenhafte 165 A abgelesen. Die Abschaltung hatte also seinen Sinn. Wenn ich nun so in dem Forum Herumforscher, dann lese ich vielfach, dass der etwas kleinere HK-3226 1400 KV Motor mit dem APC 7 x 10 Prop zirka 110 A ziehen soll. Kann es denn sein, dass der groessere Motor gleich 55 A mehr zieht oder muss ich befürchten, dass der Motor vom Vorbesitzer möglicherweise modifiziert würde. Hat vielleicht jemand von Euch Erfahrungen mit meinem vielleicht etwas speziellem Setup ? Was wäre die geeignete Massnahmen, um den max. Strom um rund 50 A zu reduzieren, Prop kürzen, Prop gegen kleineren tauschen (welcher ?) oder Motor tauschen. Auf keinen Fall kann ich die hohe jStrombelastung belassen, da der benutze Akku schon das Maximum für den kleinen Speeder darstellt.

Über Ratschläge würde ich mich sehr freuen.

LG
Holger
 
Zumindest die NS des Motors wäre schon hilfreich um dir vernünftig weiter helfen zu können. Dann wäre auch noch nützlich um welches Modell es sich handelt bzw grösse und Gewicht. Und top wäre noch was deine "realistische" Ziel Geschwindigkeit ist.
Dann kann man dir mit Sicherheit sinnvoll weiter helfen ;)
 
Hallo Holger,
also bei einen kv von 1400 und 6s sind 165A an der APC7x10 ein super Wert. Der YGE120 ist damit verständlicher weise überfordert.
Wenn das jetzt alles zu viel ist, würde ich von 6s auf 5s gehen. Das wäre ein einfacher Weg, um den Strom nach unten zu bekommen.
Alternativ wird gerade ein YGE200 FAI in der Börse angeboten. Damit sollte es auch funktionieren.

Die Stromangaben mit der Zange würde ich mit Vorsicht betrachten. Meine Logs wichen davon deutlich ab. Gibt da sicher auch Unterschiede bei den Zangen aber ich fand´s schon etwas krass.

Der 4020 ist meiner Meinung nach auch nicht so effizient, wie der 3226. Deshalb ist der Vergleich etwas schwierig. Der nächst größere Rennmotor von Scorpion ist der 4225 - das ist dann aber eine ganz andere Hausnummer. 110A im Stand beim ansonsten gleichen Setup halte ich aber beim 3226 für wenig realistisch. Hier mal meine Ergebnisse zum 3226: http://www.rc-network.de/forum/showthread.php/250292-Neue-Scorpion-Motoren?highlight=3226

Die Stromangaben im Stand sind auch so eine Sache. Der Strom geht bei diesen Antrieben im Flug um 30-50% zurück.

Wenn Unterspannung angezeigt wird, sollten die Zellen bis auf 40° vorgewärmt werden. Dann wird aber keine Unterspannung angezeigt, sondern der Steller wird die Grätsche machen - falls der Strom tatsächlich so hoch ist. Durch die Vorwärmung wird er in jeden Fall noch mehr belastet, da die Zellen dann einfach mehr Druck haben - und das ist bei diesen Strömen dann nicht nur ein Bisschen.

Ein wenig kann man den Steller über den Buckel helfen, wenn er frei angeströmt auf dem Rumpfrücken gespannt wird. Das wird aber das Grundproblem nur verschieben.

Nimm 5s und hab Spaß - aufrüsten kannst dann immer noch.

VG
 
Hallo,

vielen Dank für Eure Ratschläge und Informationen. Dass der 4020 gegenüber dem 3226 Motor natürlicherweise mehr Strom zieht ist mir nun mit Blick auf den deutlich niedrigeren Widerstand R (dickerer Draht) gemäß I = U/R bewußt geworden. Habe die 7 x 10 Latte auf 6 Zoll gekürzt, was den Strom am Boden auf 125 Ampere reduziert. Dies ist natürlich nur eine unbefriedigende Testmaßnahme. Dann bin ich wieder geflogen und nach einem diesmal wesentlich längeren Flug und mehreren kurzeitigen Hochlastphasen auf zirka 75 - 80 % Leistung wurde der Motor dann wieder abgeregelt. Am Boden gab der YGE Regler dann Taktfolgen mit 3 x Piep von sich, also die Temperaturabschaltung wurde aktiviert. Dies war beim ersten Flug wohl auch schon der Fall/Grund, also keihe Spannungsabschaltung. Der LVK Regler ist innenseitig an der Rumpfseitenwand montiert und der gerippte Kühlkörper ragt vollständicg durch eine Rumpfausschnitt ins Freie. Im Rumpf geht es natürlich sehr eng zu und der wahrscheinlich unzureichend Luftdurchfluß durch kleine Luftein- und auslässe ist durch den dicken Akkupack stark behindert (4 - 40 mm Spalt).

Ich weiß nicht, ob man wie vorgeschlagen, den vorgeheizten MyLipo 3200 mAh 45C Akku das ursprüngliche Setup mit dem APC 7 x 10 Prop wirklich zumuten kann. Hatte vor zwei Jahren in meinem F3A Modell einen Akkubrand (ein Smoker ist nichts dagegen), der von der Kapazität sehr auf Kante bzw. auf Überkante bemessen war, um Gewicht zu sparen. Aber wenn solche Setups mit vorgeheizten Akkus in der Speedfliegerei so üblich sind, dann würde ich im Fall einer realisierbaren Kühlungsoptimierung natürlich gerne bei der 7 x 10 Prop bleiben. Frage: würde der Motor vom 120 Ampere LVK Regler überhaupt annähernd 160 Ampere zugeführt bekommen, oder werden die 40 Ampere vorrangig in Wärme umgewandelt ?

Beim Flugmodell handelt es sich übrigens um ein 1,2 x 1,1 m Speemodell mit T-Leitwerk, GFK-Rumpf und Sperrholz/Styro-Sandwich-Flügel aus der Testserie eines alten Hasen aus Münster, der schon Ende der 1960er Jahre mit W. Käseberg und F. Bosch an ersten Speedmeisterschaften teilnahm (habe auch noch zwei NF-Speedmodelle von ihm).

LG

Holger
 
Mach noch einen Luftein- und Auslass in den Rumpf, so daß der Regler mit Frischluft durchströmt wird, dann hast du Ruhe.
Evtl. den Schrumpfschlauch bei den Kabeln kürzen, so daß die Luft ungehindert durch kann.
 
Hallo,
...
Dann bin ich wieder geflogen und nach einem diesmal wesentlich längeren Flug und mehreren kurzeitigen Hochlastphasen auf zirka 75 - 80 % Leistung wurde der Motor dann wieder abgeregelt. Am Boden gab der YGE Regler dann Taktfolgen mit 3 x Piep von sich, also die Temperaturabschaltung wurde aktiviert.

Hallo Holger,
bei Teillast wird der Regler wesentlich stärker belastet, als bei Vollgas. Vor allen der Bereich um 80% ist da nicht so optimal.

So ein Lüftungskanal, wie von Erwin empfehlen, hat sich auch bewährt. Aber der 120er bleibt der Flaschenhals. Der wird das auch nicht mehr lange mitmachen.

Vom Flugstil belastet ein durchlaufender Antrieb den Steller auch weniger, als wenn sich Phasen von Teillast mit Beschleunigungsphasen abwechseln.

VG
 
Wie Steve schreibt: hohe Teillast ist böse. Also entweder bis 50% rumgurken mit Kühlung wird das schon passen, oder 100% - und checken, ob bei 100% auch die Regler-Led ausgeht (zumindest glaub ich mich zu erinnern, dass sie aus und nicht angeht), dann schaltet der Regler voll durch und erst dann sind es wirklich 100%.
Der 120A-Regler wandelt bei 160A die 40A nicht in Wärme um sondern wird nur über der Herstellerangabe betrieben, wobei die Angabe ja nicht zufällig ausgewürfelt wird . Bei 100% Gas geht auch sowas eine Weile, aber eben nicht besonders lange.
 
Die LED sollte erst an und bei Vollgas Aus gehen ;)
Btw. Überleben die Heinos Gut gelüftet auch deutlich mehr als draufsteht :)
Allerdings sollten die FETs (im zweifel lieber den schrumpfschlauch entsprechend wegschneiden) schon mit luft umströmt werden, und die Warme Luft sollte auch nen großen ausgang haben ;)

Gruß
Max
 
Standstrom bei einer überquadratischen Schraube im Strömungsabriss mit dem Zangenamperemeter zu messen bringt leider rein gar nix. Die Schraube zieht im Flug ganz was anderes.

Tippe auch auf zu viel Teillast. Habe da mal aus Unwissenheit einen YGE100 gegrillt. Nach 3 oder 4 Abschaltern ging er irgendwann in Flammen auf.

Ich denke schon dass der beschriebene Antrieb funktioniert, würde aber - gerade wenn einem die volle Leistung anfangs zu hoch ist - zu geändertem Flugstil raten. Idealerweise fliegt man kürzere Vollast-Phasen statt Teillast.

Habe selbst ein recht ähnliches Setup (Scorpion 3226 1100kV mit 120er Regler, allerdings LS 8x17 oder 10x17, 6S). An der 10x17 schaltet der Regler bei Teillast nach knapp 10sec ab. Vollgas (2,5kW auf 2kW absinkend) ist überhaupt kein Problem. Inzwischen starte ich nur mit Teilgas, ansonsten verzichte ich komplett darauf. Die Vollgasphasen sind zwar nicht super lang, aber allemal besser, als den Antrieb bei 60% zu nuddeln. Man liest auch oft, dass gerade Teillast oberhalb 50% den Regler besonders beansprucht.

Alternativ kann man auch an der Schraube ansetzen: mit einer 7x6 oder 7x7 wird es nicht ganz so arg schnell. Das ist der billigste Weg, erst mal etwas langsamer zu fliegen, ohne das Setup grundlegend zu ändern, und trotzdem wird es mit Vollgas nicht zu rasant.
 
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