• Liebe RC-Network Benutzer: Bitte beachtet, dass alle Passwörter zurückgesetzt wurden. Mehr dazu in den News...

    Momentan sind leider keine Neuregistrierungen möglich, um eine schnelle Unterstützung der bereits registrierten Benutzer zu ermöglichen.

Urform aus Styrodur - welche Spachtelmasse?

Hallo Modellbauer,

Ich wage mich zur Zeit gerade an ein Projekt, welches meine modellbauerischen Fähigkeiten auf eine harte Probe stellen wird und teilweise komplettes Neuland für mich bedeutet. Ich möchte eine Urform für einen GFK Rumpf bauen. Diese wird aus mehreren Schichten Styrodurplatten aufgebaut sein, die ich mit meiner Fräse in 3D ausfräse. Keine Ahnung ob der Plan total bescheuert ist, aber ich habe jetzt mal mit der Cowling begonnen und die Ergebnisse haben mich zumindest noch nicht total demotiviert. ;)

IMG_8995.jpg

IMG_9083.jpg

Der Styroblock soll dann mit GFK überzogen werden und danach gefilltert, lackiert und abgeformt werden. So mein teuflischer Plan. :p
Wenn das Zeug aus der Fräse purzelt ist erst mal grobe Schleifarbeit vonnöten, da ich teilweise Probleme mit Hinterschneidungen habe, die die Fräse nicht bearbeiten kann. (ist halt nur eine 3-Achs-Fräse). Außerdem gibt es einige Unregelmäßigkeiten, die ich vor dem Überziehen spachteln möchte. Ich musste leider die Erfahrung machen, dass meine Zweikomponentenspachtel (Polyester, glaube ich) das Styrodur leicht angreift. Also meine Frage an euch? Was verwendet man da am besten, was sich auch ganz leicht schleifen lässt und trotzdem nicht sofort aus den Spalten bröselt?

Bei der Cowling habe ich mir jetzt erst mal so beholfen, dass ich erst GFK drüberziehe und dann gespachtelt habe. Ist aber natürlich auch suboptimal für die weiteren Komponenten des Rumpfes.

Gruß, Oli
 

Claus Eckert

Moderator , Hangflug, GPS-Modellfliegen, Computer
Teammitglied
Hallo

Na so teuflisch ist der Plan nicht.
Es gibt mehrere Wege zum Ziel.
Entweder Leichtspachtel verwenden, danach drüberschleifen und dann laminieren.

Oder Du machst Dir eine Spachtelmasse aus 24 Stunden EP-Harz mit Thixothropiermittel und Microballons oder/und Baumwollflocken, spachtelst damit und nach leichtem Angelieren laminierst Du Deine Gewebelagen drauf. Beim Andrücken mit dem Pinsel die Stellen vorsichtig mit Harz benetzen, damit die Spachtelmasse nicht verdrückt wird.
Bei größeren Löchern verwende ich Baumwollflocken. Bei dünnem Spachtelauftrag Microballons. Muss man ein bisschen experimentieren was sich leichter mit dem Spachtel ziehen lässt.
Da Du sowieso vor dem Lackieren noch mit 2K-Spachtel und Füller arbeiten wirst, kommt es nicht auf jedes Zehntel an.

Wie gesagt, Beides funktioniert.
 

SZD 22 Mucha

User gesperrt
..................

..................

Moin Oli,

Außerdem gibt es einige Unregelmäßigkeiten, die ich vor dem Überziehen spachteln möchte. ..............
Was verwendet man da am besten, was sich auch ganz leicht schleifen lässt und trotzdem nicht sofort aus den Spalten bröselt?
Molto Holz Fein Spachtel

....den Untergrund ( Ps ) ganz leicht anfeuchten, mit Spachtel abziehen, überschleifen.
( längere Trockenzeiten )

VG
Olaf
 
Acrylbinder ausm Künstlerbedarf (große Gebinde und recht günstig) mit Microballoons in gewünschter Kosistenz, schleift sich ähnlich und einfach wie dein Styrodur. Oder fertig gemischt den Leichtspachtel.
 

Claus Eckert

Moderator , Hangflug, GPS-Modellfliegen, Computer
Teammitglied
Hallo

Ich will nicht unken. Wenn man Leichtspachtel verwendet dann bleibt immer noch das Problem, dass Styrodur so empfindlich auf Druckstellen ist. Auf jeden Fall vorsichtig mit „Samthandschuhen“ werkeln. Dann klappt das auch mit Leichtspachtel.
Baue gerade ein Urmodell für eine Fahrwerksverkleidung für einen manntragenden Flieger. Styrodur Urmodell und mit Leichtspachtel. Deshalb die „eindrückliche“ Erfahrung. ;)
 

Gideon

Vereinsmitglied
Hallo

Ich will nicht unken. Wenn man Leichtspachtel verwendet dann bleibt immer noch das Problem, dass Styrodur so empfindlich auf Druckstellen ist. Auf jeden Fall vorsichtig mit „Samthandschuhen“ werkeln. Dann klappt das auch mit Leichtspachtel.
Baue gerade ein Urmodell für eine Fahrwerksverkleidung für einen manntragenden Flieger. Styrodur Urmodell und mit Leichtspachtel. Deshalb die „eindrückliche“ Erfahrung. ;)
Ich hatte vor vielen Jahren einmal ein Urmodell aus EPS (18 kg/m³ Modellbau-Hartschaum) mit verdünntem Gips überzogen, fein geschliffen und später dann die Oberfläche mit Epoxy versiegelt. Das hat sehr gut funktioniert und war erstaunlich einfach zu bewerkstelligen. Für Urmodelle ist das Gewicht ja sekundär.
 

steve

User
Hallo,
ich spachtel relativ grob über die offensichtlichsten Vertiefungen, Rillen etc.

Dann kommt eine relativ steifes Gewebe mit Epoxy drüber. Heute würde ich nur noch cfk nehmen. Früher bevorzugt 3-5x 100g feines Glasgewebe.

Welcher Spachtel dann folgt, hängt von der Druckfestigkeit des Gewebes und des Schaums ab: Je weicher der Untergrund und das Laminat, desto weicher sollte der Spachtel sein. Hintergrund ist, dass man sonst leicht beim Schleifen den Spachtel nur zum Teil abschleift und zum Teil in den Schaum drückt. Lässt der Schleifdruck nach, kommt der Spachtel wieder hoch und die Beule ist höher als vorher.

Bewährt hat sich der Polyester-Leichtspachtel, den es von verschiedenen Herstellern gibt. Er hat einen Füllstoff, wodurch diese Mampe einfacher zu bearbeiten ist. Vor allen gibt es ein sehr langes Zeitfenster nach der ersten Anhärtung, in dem der Spachtel schon gut schleifbar ist aber eben noch weicher als der Schaum ist. Muss man ein bisschen probieren und Stück für Stück vorgehen. Richtig Spaß macht es dann beim Nachspachteln auf den sehr harten Spachtel. Der neue Spachtel ist dann deutlich weicher.

Die einzelnen Schichten beim Schaum, Glas und Spachtel kann man auch mit unterschiedlichen Farbtönen einnebeln. Dann hat man eine Kontrolle, wie weit man geschliffen hat, wobei die Spachtelschichten im Verlauf der weiteren Härtung meist die Farbe ändern - von einem kräftigen Lila in ein eher helles Lila. Meist reicht das aber am Anfang ist das eine enorme Hilfe.

VG
 
Vielen Dank schon mal für die vielen profunden Tipps! Ich werde die nächsten Versuche mit Leichtspachtel und Samthandschuhen machen und euch berichten wie es läuft.

Inzwischen ist die Cowling bereits grundierfertig gespachtelt. Foto unten aufgenommen noch während des 2. Spachtelgangs nach dem Überziehen mit GFK. Das Rumpfvorderteil ist auch bereits aus der Fräse gefallen und bedarf vor dem GFK Überzug eigentlich kaum Nacharbeit.

IMG_9404.jpg

Noch eine Frage: Ich habe jetzt mal eine Schicht dünnes GFK Gewebe drüberlaminiert und empfinde das eigentlich schon relativ stabil. Meint ihr, dass ich da noch mehr Schichten brauche um später beim Abformen kein blaues Wunder zu erleben?

Schöne Grüße, Oliver
 

steve

User
Hallo,
Du wirst die Urmodelle beim Abformen wahrscheinlich verlieren. Das hängt im wesentlichen vom Trennmittel ab. Wenn Du Trennlack nimmst, sollten die Urmodelle wieder verwendbar aus der Form kommen. Je mehr Du in Richtung Hochglanz und Trennwachs gehst, desto besser haften die Urmodelle in der Form und es besteht die Gefahr von Delaminationen beim Urmodell. Es gibt auch Wachse mit erhöhter Trennwirkung für den Formenbau. Glaube Mirror-glace fällt darunter. Damit könnte es gehen.

Wichtig ist auch das Lack-System. Da passieren die meisten Pannen - auch beim späteren Modellbau. Ich nutze 2k-Autolacke. 1k ist meist Mist. Die Lösungsmittel im Wachs scheinen den 1K-Lack wieder anzulösen. Die 2k-Lack-Systeme aus dem Kfz-Bereich sind ziemlich robust und verzeihen Fehler bei der Anwendung.
- sind dafür auch "etwas" teurer.

VG
 
Hi Steve,

Das sehe ich genau so wie du. Ich wäre sowieso auf 2K Lack gegangen. Mit 1K hab ich einfach schon zu viele schlechte Erfahrungen gemacht. Seit ich ausschließlich mit 2K Lacken (in meinem Fall MIPA) arbeite, klappt es eigentlich ganz gut.

Was wäre das Problem, wenn ich das Urmodell verliere? Ich hab ja dann eine Form. Und außerdem ist nicht geplant den Flieger in rauen Mengen zu produzieren. Wird ein Einzelstück, bzw. eine Kleinserie für Freunde. (wenn denn alles gut geht!) ;)

Oli
 

S_a_S

User
Hallo Oli,
da ich teilweise Probleme mit Hinterschneidungen habe, die die Fräse nicht bearbeiten kann. (ist halt nur eine 3-Achs-Fräse).
Hinterschneidungen können natürlich auch ein Problem beim Abnehmen der Form vom Urmodell werden. Und später werden die eigentlichen Bauteile aus der Form auch nicht gerade herausfallen wollen. Kann dazu führen, dass die Form entsprechend geteilt werden muss - oder ein zweites Mal erstellt, dann wäre ein unversehrtes Urmodell natürlich nicht schlecht.

Aber die Rumpfteile sehen sehr interessant aus!

Grüße Stefan
 

Gideon

Vereinsmitglied
Ich habe mich schon gefragt wie ich dann so ein grosses Modell spachteln soll
Gar nicht. Bei solch großen Bauteilen würde ich folgendermaßen vorgehen:



Dabei macht es allerdings Sinn, die Trennebene(n) und die Verschraubungen gleich zu integrieren. Das Video soll nur methodisch zeigen, wie so etwas gehen kann.

Prinzipiell wird ein leichter PUR- oder auch PS-Schaumkern mit Offset gefräst, mit einem dünnen Glaslaminat versehen, darauf dann eine Schicht einer fräsbaren Spachtelmasse aufgespritzt und zum Schluss mit einem Hochglanzlack gefinisht.
 
Zuletzt bearbeitet:
Oben Unten