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Le concombre masqué
22.09.2004, 09:48
Ein Segelkollege erzählte mir neulich daß er bei einer Regatta disqualifiziert wurde weil er , nachdem er als Erster das Ziel durchfahren hatte, der Zielrichter auch das so eingetragen hatte die Zielboje berührt hatte. Die Disqualifizierung kam nachdem er das Boot schon aus dem Wasser genommen hatte und ein Konkurrent Protest eingelegt hatte, er also keine Chance mehr hatte sich durch einen Kringel zu entlasten.

Hätte der Schiedsrichter ihn nicht VORHER darauf aufmerksam machen sollen ?

Tiga
22.09.2004, 10:28
Hi Eric,

bei der DM in Krefeld gab es eine solche Situation, ich weiß nicht ob es derselbe Fall ist. Da war es so dass der Zielrichter die Berührung zwar angesagt hatte, dies aber vom Teilnehmer nicht gehört wurde weil er wohl zu weit weg stand. Ein Streitfall der sicher schwer zu lösen ist.

Aber eine ganz andere Frage ist ob es in so einem Fall mit einem Kringel erledigt ist, ich denke man muss hier zurücksegeln und die Linie noch mal korrekt passieren.

Was sagen die Regelexperten dazu?

Grüße
Rainer

[ 22. September 2004, 10:29: Beitrag editiert von: Tiga ]

Ulrich Burbat
22.09.2004, 10:31
Hallo Eric,
hat der Kollege
a)das Ziel regelkonform durchfahren und danach die Ziellinie mit der Bojenberührung nochmals gequert (was ich so lese), was oftmals Disqualifikation ohne Entlastungsmöglichkeit bedeuten kann?
oder
b)Hat er bei der Zieldurchfahrt die Boje berührt und mußte noch einen Kringel plus zweite Zieldurchfahrt absolvieren?

Falls a) könnte ich mir vorstellen, dass der Schreiber richtig handelte, falls er die zweite Überquerung nicht bemerkte und ein Protest später eingelegt wurde. Für solchen Fall wird von Veranstaltern oft die Disqualifikation vorgesehen.

Falls b), könnte ich mir vorstellen, dass der Schreiber die Bojenberührung nicht bemerkte und seinen Eintrag tätigte. Der Protest wurde ausgerufen. Der Schiri konnte die korrekte Beendigung der Zieldurchfahrt annehmen. Mit Herausnahme des Bootes war ein Strafkringel nicht mehr möglich und die Bestrafung festzusetzen.

Man muß aber die Situation genau kennen, um sie werten zu können.

MfG

Ulli

Le concombre masqué
22.09.2004, 10:40
soviel ich weiss, trifft b zu.

Allerdings verstehe ich da auch nicht den "Sportgeist" des Protestierer nicht.

Die regatta war doch gelaufen

[ 22. September 2004, 10:41: Beitrag editiert von: Eric ]

Ulrich Burbat
22.09.2004, 10:51
Hallo,

"Sportgeist" ist gut.

Vielleicht fehlt er manchmal, weil einige Segler deswegen mit RL nichts zu tun haben wollen.

Es soll schon vorgekommen sein, dass mit "Protest!" gegen einen Segler dieser zu überflüssigem Kringel animiert wurde (sogar bei einer Olypiaausscheidung).

MfG

Ulli

Tiga
22.09.2004, 10:59
Naja, was heißt da Sportsgeist!?
Wenn sich da zwei oder mehr Segler quasi ein Fotofinish liefern und der Erste hat es nur deshalb knapp geschafft weil er die Boje berührt hat - ansonsten hätte er eben nochmals Wenden müssen - dann würde ich das auch nicht stillschweigend akzeptieren.

Le concombre masqué
22.09.2004, 11:51
Original erstellt von Tiga:
Naja, was heißt da Sportsgeist!?
Wenn sich da zwei oder mehr Segler quasi ein Fotofinish liefern und der Erste hat es nur deshalb knapp geschafft weil er die Boje berührt hat - ansonsten hätte er eben nochmals Wenden müssen - dann würde ich das auch nicht stillschweigend akzeptieren.Klar, das ist ja auch kein Problem.

Man kann ja reden und den Konkurenten darauf aufmerksam machen.

Mir geht es ansich um den gewerteten Zieleinlauf, zählen tut ja die Bugspitze und die nachträgliche Disqualifikation, nachdem das Boot aus dem Wasser genommen wurde.

Aber vielleicht war es ja auch Absicht des "Protestierer" nichts zu sagen, weil dann der Disqualifizierte die volle Punktzahl aufbebrummt bekommt anstelle von 2 , und das entscheidet dann evtl. über Plätze.

GER141
22.09.2004, 15:32
Wenn es die Situation der Deutschen Meisterschaft ist kann ich auch was dazu sagen?!
In dem Lauf wurde ich Zweiter. Der Erste hatte einen Ausreichenden Vorsprunk und hat vermutlich die Ansage (die von der linken Seite des Steges kam) nicht wahr genommen. Ein Kringel hätte ihn vielleicht einen Platz gekostet. Durch die Berührung entstand für ihn kein Vorteil.
Wer Protestiert hat weiß ich leider nicht.
Seglerisch gesehen hat er den Lauf verdient gewonnen. Nach Regelbuch ist er aber zurecht dq.
Ich hätte hier keinen Protest eingelegt. Ich denke generell, man sollte Regeln danach auslegen,dass sie für ein faires Rennen sorgen,
mehr nicht.

Gruß Dirk

Le concombre masqué
22.09.2004, 16:37
Hallo Dirk

Dass du nicht protestiert hast, ist mir schon klar und ehrt dich, hattest du ja auf Grund deiner Platzierung auch sicher nicht nötig (gratuliere nachträglich.)

Wie du es richtig beschreibst, es ist ja dadurch kein Vorteil enstanden.

Ich finde halt so ein Verhalten mickrig.

Sicherlich gibt es Regeln die eingehalten werden müssen, aber irgendwann sollten fairness und Anerkennung der Leistung des Gegners wichtiger sein als Erbsenzählerei um einen 11 oder 12 ten Platz.Über ein Platzgewinn durch so ein Verhalten könnte Ich mich gar nicht freuen.

Oder sehe ich das falsch ?

[ 22. September 2004, 16:38: Beitrag editiert von: Eric ]

Greenpiece
24.09.2004, 18:09
Moin,

dass sind immer wieder schwierige Themen. Wenn man genau nach den Regeln geht hat der jenige der eine Protest einreicht diese auf seiner Seite. Ob das sportlich fair ist wird von den Regeln leider nicht hinterfragt und der DQ ist in diesem Fall leider richtig.

Allerdings ist auch für mich nicht zu verstehen wenn jemand aus dem Hinterfeld, der womöglich mit dem Augang der Regatta nix zu tun hat in so einem Moment protestiert. Wenn der Zweite dabei was sagt kann ich das ja noch verstehen, denn Erster oder Zweiter in einem Lauf kann evtl. eine Regatta entscheiden. Aber ob ich 10. oder 11. werde ist doch egal.

Leider gibt es in unserer Klasse ein paar dieser Kandidaten die meinen weil Sie mal die Regeln gelesen haben, dass sie zu alles und jedem ihren Senf abgeben müssen. :mad:

Dieses sollte aber niemend abhalten an eine RL Regatta teil zu nehmen, denn dieses ist zum Glück die absolute Ausnahme und nicht die Regel. ;)

Gruß

Nigel
GER 87

smunck
27.09.2004, 13:33
ich weiß gar nicht warum einige bei diesem thema so enttäuscht scheinen. regattasegeln hat auch immer mit regeln zu tun. angenommen ein segler versößt nun gegen eine regel, sei es aus unkenntnis, absicht oder sonstigen gründen, so kann man doch nicht von den anderen verlangen, daß sie ihn lieb darauf aufmerksam machen. entweder er kennt die regel, dann weiß er genau was er gerade falsch macht und kann frei entscheiden ob er eine ersatzstrafe (kringel) akzeptiert oder darauf setzt, daß kein anderer es gesehen hat, oder er kennt die regeln nicht, dann ist das unter erfahrung und mangelnder vorbereitung abzuharken.

Le concombre masqué
27.09.2004, 16:48
Herr Smunck.

Bitte Eingangsposting genau durchlesen.

smunck
28.09.2004, 12:02
he eric, wo ist das problem? genau das ist doch fall der aussage. ein schiedsrichter richtet einen regelverstoß, er muss nicht dem segler sagen was er darf oder nicht, zumindest nicht sofort. das kann man nun gut oder schlecht finden, aber so ist das. im regattasport mit richtigen booten ist das auch fast immer so (außer bei unerlaubten vortrieb und sehr sehr selten bei tonnenberührungen. bei zielbahnmarken nie.
gruß
sebastian