Langzeitarbeitslose ....

hallo.

mal zurück zur frage:

"langzeitarbeitslose sollen nun vergattert werden, jeden Job anzunehmen"

das ist absolut korrekt.

jede anderslautende meinung akzeptiere ich nicht und belegt mir nur, wie fett und bequem viele meiner mitbürger geworden sind. :o

der staat hat die aufgabe, den einzelnen vor existenziellen risiken zu schützen ( hunger, obdachlosigkeit, etc. ) ärztliche versorgung sicherzustellen, sowie ein mindestmass an sozialisation zu ermöglichen.
mehr nicht.
dazu gehört selbstverständlich die zahlung von A - geld, A - hilfe, S - hilfe, und zwar genau so lange, bis derjenige wieder arbeit findet.
lehnt ein arbeitsloser eine vermittelte arbeitsstelle ab, gehört ihm JEGLICHE finanzielle unterstützung entzogen.
für mich ist ERSTE bürgerpflicht, dass jeder für seinen lebensunterhalt selbst zu sorgen hat, wenn er kann.

gruss, manfred
 
Was ich nicht ganz nachvollziehen kann , ist daß in hier meistens der "böse" Arbeitgeber Schuld hat.

Es soll ja auch Leute geben die gekündigt worden sind weil sie z.B. nicht fähig sind, oder?

[ 17. Dezember 2003, 20:12: Beitrag editiert von: Eric ]
 
Eric, ich z.B. bin Ag, wenn auch nur für 2 Männers. :rolleyes:
Deswegen kann ich mich auch erregen.

@ Manfred: Hammerhart, aber grundsätzlich nix hinzuzufügen.

[ 17. Dezember 2003, 20:38: Beitrag editiert von: Norbert Eisert ]
 

JeBe

User
Original erstellt von manfred walter:
hallo.

mal zurück zur frage:

"langzeitarbeitslose sollen nun vergattert werden, jeden Job anzunehmen"

das ist absolut korrekt.

jede anderslautende meinung akzeptiere ich nicht und belegt mir nur, wie fett und bequem viele meiner mitbürger geworden sind. :o

gruss, manfred
genau, und du zuerst.
einkaufswagenschieben für 3,50 bei lidl
auch wenns weniger wie die stütze ist.
hauptsachejob

wer von euch war denn schon mal arbeitslos. in den letzten 2 jahren meine ich??
spricht hier jemand aus erfahrung??
heute nimmt doch schon jeder arbeitslose jeden job an. ich lese nur heraus: 5 millionen faule schw.... und drückeberger.
soll ja auch architekten geben die einen job suchen.
sind die nun alle zu doof zu faul oder gibs in der branche zu wenig zu tun.
von den klasse akademikertarifen in der branche mal abgesehen. oder anders: warum ist die gebührenordnung eigentlich schon ausser kraft gesetzt??
Original erstellt von Eric:
Was ich nicht ganz nachvollziehen kann , ist daß in hier meistens der "böse" Arbeitgeber Schuld hat.

Es soll ja auch Leute geben die gekündigt worden sind weil sie z.B. nicht fähig sind, oder?
sind die 5 millionen alle faul oder unfähig?
wohl kaum.
haben die sich selbst gekündigt?
leider erlebe ich es zu oft das der arbeitgeber kommt und sagt: nimm das geld und geh, wir suchen uns jemanden unter 40.
bei uns im letzten quartal 15 leute.

das mit den arbeitsplätze schaffen ist eine ziemlich einseitige angelegenheit.
kann in der regel nur ein arbeitgeber.

aus einzelnen die regel zu machen halte ich für subversiv.

jebe
 
Buenos Dias Eric :D

AG= Arbeitgeber. D.h. in meinem Falle, daß zwei Männer, deren Lebensunterhalt ich (mit)bestreite, für mich ihre Arbeitskraft investieren. Das tun sie (so hoffe ich :D ) gerne. Ich tu meines auch.

Nun für Dich: Ich betrachte mich als den "doofen" Kapitalisten: Sie müssen für meine Helimasche(Kinder hängen im Übrigen auch noch dran)ihre Arbeitskraft hergeben, auch noch für Hans und meine Mutter, denn wir zahlen für die Zwei RV. Dafür(bei 2 ganz leicht)sorge ich mich um ihr Wohlergehen, ausserhalb der ges. vorgeschriebenen Leistungen.
Ich bin also "stolzer AG", rein emotional.
Ist das in HH oder F anders? :D
 
Hallo Norbert,
bin auch AG in der gleichen Größenordnung wie du :p
nur hängen bei mir noch 4 Kinder und 2 Großeltern als Pflegefälle dahinter :D
ich glaube das viele Arbeitnehmer sich garnicht vorstellen können wie besch... es so manchem AG geht wenn mal wieder Zahlungen von Kunden ausstehen und die Lohnzahlungen fällig sind :confused:
ansonsten bin aber frohen Mutes :D
 
Bonsoir Norbert

jetzt habe ich es verstanden, sehe das ja wie ich vorher schon schrieb, als normal.

Wäre trotzdem nett wenn du weniger Abkürzungen benutzen würdest :D

Post scriptum: Wer ist Hans?

[ 17. Dezember 2003, 21:56: Beitrag editiert von: Eric ]
 
Wenn hier von Arbeitgebern geredet wird, so ist wohl weniger der kleine Handwerksbetrieb um die Ecke gemeint, sondern ab Mittelstand aufwärts. Dieses habe ich ja bereits in einem vorangegangenen Beitrag deutlich gemacht.

Wer nun Arbeitslose in Niedriglohngruppen hineinpressen will, der möge sich bitte überlegen, daß er morgen der nächste Arbeitslose ist! Es wird wohl niemand bestreiten, das die Unternehmerseite alles versuchen wird auf diesem Wege die Löhne zu drücken. Man stellt Langzeitarbeitslose zu Niedriglöhnen ein, dann macht man seiner längjährigen Belegschaft klar das rationalisiert werden muß, und eine Weiterbeschäftigung nur zu deutlich geringem Lohn möglich wäre. Wer nun ablehnt, der findet sich auf dem Arbeitsamt wieder.

Wie es mir erging, als ich mich bei einer Norderstedter Schraubengroßhandlung vorstellte, habe ich in einem vorangegangenen Beitrag geschildert. Mir wurden dort für den zu vergebenden Arbeitsplatz mtl. 1500 EUR brutto angeboten. Meine späteren Recherchen ergaben, daß ein Mitarbeiter an gleicher Stelle vor ca. 5 Jahren mit einem Bruttoanfangsgehalt von 2200 EUR eingestellt wurde.
Auch habe ich Euch Zahlen vorgelegt, die nicht einer B..-Zeitung entstammen, sondern von einem Bekannten kommen, für den ich Wohngeldzuschuß beantragte/ bzw. beim Einspruchverfahren behilflich war. Die von mir dort bezifferte Arbeitslosenhilfe von mtl. 850 EUR liegt gringfügig über dem Sozialhilfesatz, so daß es keinerlei Miet- und sonstige Beihilfen gibt. Wer nun noch immer der B..-Zeitung Glauben schenkt, und der Meinung ist, den Arbeitslosen gehe es glänzend, der wird wohl ewig ein Träumer bleiben. Die in der Öffentlichkeit zur Erregung führenden Fälle, sind nur Einzelfälle im Promillbereich.

Deutschland ist kein Schlaraffenland für Arbeitslose. Wer anderes behauptet, der war noch nie arbeitslos, und sollte sich erst einmal bei den Arbeitslosen erkundigen. Und die Mitbürger, welche sich erdreisten, einen Arbeitslosen für gesellschaftlich tot zu erklären, nur weil dieser nicht jeden Niedrigstlohnjob annimmt, die stellen sich ein Armutszeugnis aus, denn sie wissen nicht was sie reden!

Die Hoffnung stirbt zuletzt.
Joachim
 
hallo jebe.

ein job für 3.50 und somit weniger als die stütze:
ist in ordnung, nur sollte der staat die differenz zur stütze ausgleichen.
du hast die sache aber auf den punkt gebracht:
hauptsache job.

was mich angeht:
ich bin selbst arbeitgeber.
ich führe mit 3 partnern ein architekturbüro mit derzeit 14 mitarbeitern. wir haben diesen monat kurzarbeit eingeführt, weil wir zu wenig aufträge haben, aber niemanden entlassen wollen. wir haben es aber bis heute ganz gut geschafft, uns selbst bezahlte arbeit zu verschaffen und obendrein 14 mitarbeiter zu ernähren.
auch kenne ich den arbeitsmarkt der architekten sehr gut. wir haben in deutschland ein heer von arbeitslosen architekten. ein kollege hat kürzlich einen architekten direkt nach dem studium eingestellt. für 700.- euro im monat, als "praktikant". auch in ordnung, wenn es nicht anders geht. hauptsache job, schon deswegen um "in übung" zu bleiben und das arbeiten nicht zu verlernen. glaube mir, ich weiss wovon ich rede.
ich habe kürzlich mal hochgerechnet: wenn sich unsere auftragslage bis mitte nächstes jahr nicht verbessert, können wir den laden dicht machen. wir hinterlassen dann 300.000.- euro schulden und ich bekomme nicht mal arbeitslosengeld, da ich als selbstständiger nicht arbeitslosenversichert bin. dann geh ich wohl einkaufswägen schieben bei lidl. :D
auch das ist hart, lieber jebe.
auch ich lebe nicht auf der insel der glückseligen.
allerdings glaube ich fest daran die kurve zu kriegen.

warum ist die gebührenordnung eigentlich schon ausser kraft gesetzt??
weil uns die bauherren auspressen bis blut kommt.
architekten nehmen derzeit JEDEN auftrag an, auch wenn es sich nicht rechnet, nur um das büro an laufen zu halten.

5 millionen faule schw.... und drückeberger?
sicher nicht.
arbeitslosigkeit ist nicht schuld, sondern schicksal.

allerdings möchte ich gerne jeden arbeitslosen als drückeberger bezeichnen, der eine vermittelte arbeit nicht annimmt.
wobei wir wieder an der ausgangsfrage angekommen wären...

gruss, manfred

ps:
ich bin schon über 40, habe letztes jahr grün gewählt, bekomme im märz mein erstes baby und:
sorgen um meine zukunft mache ich mir keine.

[ 17. Dezember 2003, 22:31: Beitrag editiert von: manfred walter ]
 
Hallo Manfred,
nicht nur Architekten werden ausgequetscht, ich denke bei den Bauhandwerkern ist es noch viel schlimmer :mad:
und ha helfen deine Kollegen noch fleißig mit, dann warten die Handwerker am Ende noch ewig auf Ihr Geld :rolleyes:
aber es kann nur noch besser werden :cool:

[ 17. Dezember 2003, 22:31: Beitrag editiert von: Friedrich ]
 

Ulrich Horn

Moderator
Teammitglied
Hm, was besseres kann der Politik ja gar nicht passieren, als dass jetzt die Arbeitslosen und Arbeitgeber, die Linken und Rechten, die Ossis und Wessis, und womöglich die Jungen und Alten aufeinander einhauen.. ;)

Das lenkt nämlich trefflich davon ab, was für ein Mist da schon wieder gebaut wird.
So alt sollten wir eigentlich sein, dass wir wissen, dass nicht alle Arbeitslose faul und nicht alle Unternehmer skrupellose Raffzähne sind.

Was da jetzt aber wieder Gesetz werden soll, ist noch mehr mit halbem Herzen und heißer Nadel gestrickt als die letzten sogenannten Reformen. Und die waren schon so schlecht durchdacht, dass sie nur der Klientel cleverer Rechtsanwälte und Steuerberater etwas positives gebracht haben.

Klar, so geht es nicht weiter. Die Schuld daran liegt aber weniger an den geizigen Arbeitgebern oder den faulen Arbeitnehmern als an der Politik, die uns mit Hilfe der Lobbys in punkto Bürokratie an die Weltspitze gebracht hat. Und Bürokratie kostet nun mal Geld, das wir alle aufbringen müssen.

Als Wahlvolk wurden wir immer schon angelogen. Irgendwo nachvollziehbar, schließlich wählen wir immer den, der am besten lügt. Jetzt plötzlich fällt es allen Politikern wie Schuppen aus den Haaren, dass wir ja schon seit Jahren über unsere Verhältnisse leben. Aha, wir sind wieder mal schuld.

Jetzt plötzlich überschlagen sich Politiker mit "Reformvorschlägen", besonders diejenigen, die vor der letzten Wahl noch keinerlei Notwendigkeit für irgendwelche Änderungen erkennen konnten. Das spricht nicht unbedingt für Kompetenz, viel eher ist zu befürchten, dass angesichts dieser Panik wieder einmal die Lobbys zuschlagen.

Um jetzt den Bogen zur Langzeitarbeitslosigkeit zu schlagen: Hier schlägt für mich das Pendel nun in die Gegenrichtung aus, und zwar gleich wieder zu weit.
In der Tat beklagen sich bestimmte Wirtschaftszweige (z.B. Gastgewerbe, Reinigungsfirmen) darüber, dass kein Personal zu bekommen ist. Deutsche seien eben nicht bereit, für geringe Löhne zu arbeiten, wird geklagt. Machen wir uns doch nichts vor: diese Löhne sind deswegen so gering, weil jeder diese Jobs machen kann, einschließlich illegalen rechtlosen Flüchtlingen und schwarz arbeitenden Hausfrauen. Das hat mit Profitgier des Unternehmers übrigens noch nichts zu tun; er kann sich ja aussuchen, ob er bei der nächsten Ausschreibung unterboten wird oder solches Personal beschäftigt.

Keinem Arbeitgeber ist damit geholfen, auf einem Handlangerjob einen Ingenieur zu beschäftigen. Das ist Wunschdenken der Politik, die den Mann nur irgendwie aus der Arbeitslosenstatistik heraus haben will. Wenn nun aber hochqualifizierte Leute "jeden legalen Job" annehmen müssen, liefert das cleveren Unternehmern tatsächlich eine Handhabe zur Kostensenkung. Das mag die Wettbewerbsfähigkeit steigern und langfristig sogar Arbeitsplätze schaffen, in Wirklichkeit ist es aber eine verdeckte Senkung des Lohnniveaus und wird damit nicht nur auf dem Rücken der Arbeitslosen, sondern aller Arbeitnehmer ausgetragen.

Denn jeder, der jetzt noch einen vermeintlich sicheren Arbeitsplatz hat, möge sich überlegen, was passiert, wenn seinem Arbeitgeber ein gleich oder besser qualifizierter Arbeitsloser angeboten wird, der nicht freiwillig, sondern neuerdings gesetztlich gezwungen ist, für deutlich weniger Geld zu arbeiten.

Vielleicht sehe ich das auch zu schwarz.. wer seinen Job verliert, kann sich ja immer noch per Ich-AG selbstständig machen ;)

Grüße, Ulrich
 

Hans Rupp

Vereinsmitglied
Hallo,

auch ich kann Ulrich nur zustimmen. Das was uns gerade als Reform verkauft wurde ist doch nichts ale Zahlenschieberei. Solange alles (Steuern, Gewerbeordnung, Handwerksordnung, Altersteilzeit usw.) so kompliziert bleibt wird für den Standort Deutschland nichts gewonnen. Das meiste an Steuerentlastung wird ja durch Gegenfinanzierung und steigende Sozialversichungsabgaben wieder genommen. Es wird gespart wie noch nie (über 10% des Volkseinkommens), weil doch kaum einer auf die Reformfähigkeit und unsere Sozialsystem mehr vertraut.

Das Problem ist, dass die letzten 20 Jahre ein Staatsapparat aufgebaut wurde, den man jetzt nicht so schnell wieder zurückfahren kann. Die Pensionsansprüche der Beamten (die persönlich nichts dafür können) eingeschlossen.

Zur Ich-AG:
Meine Mandanten aus Handwerkerkreisen beklagen sich zurecht, dass immer mehr Ich-AGs gegründet werden. Da entlässt ein Flaschner Leute, weil er nicht genug kostendeckende Aufträge hat. Nach 2 Monaten unterbieten diese Leute ihn beim nächsten Auftrag, weil sie ja anfangs ihr "Gehalt" vom Arbeitsamt bekommen und nur den Materialwert als unterste Angebotsgrenze einhalten müssen. So er noch Mitarbeiter beschäftigt muss er diese entlassen.

Leider ist die Erkenntnis, dass alle Parteien die Taktik über Bord werfen müssen und zusammen eine wirkliche Reform ausarbeiten müssen noch nicht bei den Politikern angekommen. Und so eien Rform hgehjt nicht iun ein paar Wochen oider Monaten. Die Ausarbeitung unseres bürgerlichen Gesetzbuches hat 4 Jahre gedauert. Dafür hat es über 100 Jahre ohne große Nachbesserung gehalten. Die Steuerreform ist vielleicht in 2 Jahren zu schaffen, aber nicht in ein paar Wochen. Aber ich befürchte, es muss uns erst nochviel schlechter gehen, bis das klappt.

Hans

P.S. Sorry, stecke gerade im alljährlichen Jahreswechselfrust.
 
Original erstellt von 22848joachim:
. Die von mir dort bezifferte Arbeitslosenhilfe von mtl. 850 EUR liegt gringfügig über dem Sozialhilfesatz, so daß es keinerlei Miet- und sonstige Beihilfen gibt.
Die ich aber durch meine Steuern bezahle, nur weil du dir zu schade bist für 1500 € arbeiten zu gehen und du auch noch dasGlück hattest daß man dir eine Stelle angeboten hat, was ja nicht bei jedem der Fall ist.

Aber du hats ja Recht, man sollte einem anderen Arbeitslosen nicht die Arbeit wegnehmen

Dafür bin ich mit Fahrzeiten jeden Tag fast 12 Stunden unterwegs.
 
@ Eric !

Da hast Du ja ´mal wieder einen deiner genialen Beiträge losgelassen ! Ein Satz wird aus dem Zusammenhang gerissen und Aussagen erhalten durch Weglassen eine völlig andere Gewichtung. :mad:

Hier extra für Dich zum besseren Verständnis, wenn´s denn was nützt:

Jeder Arbeitslose zahlt in einen gemeinsamen Topf bei der BfA ein. Hierraus erhält er dann im Falle eines Falles Leistungen. Ich z.B. habe 30 Jahre in diesen Topf eingezahlt. Du kannst ja in einer ruhigen Minute einmal nachrechnen, welche Summe da mit Zins und Zinseszins zusammengekommen ist.

Als Nächstes führst Du die von mir bezifferten 1500 EUR an. Durch deine Darstellung erweckst Du nun aber den Eindruck, es handele sich hierbei um ein Nettoeinkommen. Das diesem nicht so ist, kann in entsprechendem Beitrag von mir nachgelesen werden, denn dort habe ich diese Summe ausdrücklich als Bruttolohn bezeichnet. Auch Dir sollte hinlänglich bekannt sein, das hiervon Sozialabgaben etc. abgezogen werden. Weiterhin führte ich an, das es sich bei der Beispielperson um einen Ledigen und kinderlosen handelt, dieser hat somit die höchstmöglichen Abzüge. Da kommt unter´m Strich netto dann geringfügig mehr herraus, als die Arbeitslosenhilfe. Bei einer Arbeitsaufnahme entstehen nun aber zusätzliche Kosten durch den Arbeitsweg, was bedeutet, daß nach Abzug dieser Position vom Nettolohn, letztlich weniger auf dem Konto ankommt als bei der Arbeitslosenhilfe - wovon soll man da noch leben -. Eigentlich sollte es so sein, das man arbeitet um zu leben, hier lebt man dann aber nur noch um zu arbeiten. Auch beschleicht mich da das Gefühl des Rückschritts in die "Sklaverei".

Es ist übrigen völlig an den Haaren herbeigezogen, das ich mir für "Niedrigentlohnung" zu schade bin zum Arbeiten. Ich habe im letzten Jahr eine zeitlich befristete Tätigkeit zu diesen 1500 EUR Bruttolohn ausgeübt. Da ich eine gute Abfindung vom vorangegangenen Arbeitgeber hatte, war ich in der Lage hiermit den Arbeitsplatz zu subventionieren!

Da wir hier im Forum ja Arbeitslose, Arbeitnehmer und Arbeitgeber haben, stelle ich hier einmal Zahlen ein, die vielleicht in dieser Diskussion überdenkenswert sind:
Langzeitarbeitsloser ( 1 1/2 Jahre )
47 Jahre alt
30 Jahre Berufserfahrung
Feinmechaniker mit Zusatzausbildung im Bereich der E-Technik, Englischkenntnisse und PC- Grundkenntnisse
Wunschgehalt zu Beginn der Tätigkeit 2000 EUR brutto
Liege ich da völlig aus dem Kurs ? Bin ich zu teuer ? :confused:

Nun bin ich ja ´mal gespannt was für Antworten hier kommen.

Joachim

[ 18. Dezember 2003, 11:20: Beitrag editiert von: 22848joachim ]
 
Original erstellt von 22848joachim:
Langzeitarbeitsloser ( 1 1/2 Jahre )
47 Jahre alt
30 Jahre Berufserfahrung
Feinmechaniker mit Zusatzausbildung im Bereich der E-Technik, Englischkenntnisse und PC- Grundkenntnisse
Wunschgehalt zu Beginn der Tätigkeit 2000 EUR brutto
Liege ich da völlig aus dem Kurs ? Bin ich zu teuer ? :confused:

Nun bin ich ja ´mal gespannt was für Antworten hier kommen.

Joachim
Ganz einfach , Joachim nach 1 1/2 Jahren ist der Zug abgefahren, da stellt dich keiner mehr ein.

Und ja , ich ging von 1500 € Bruttolohn aus.Ist nicht viel, sicher.

Vielleicht wären ja daraus eines Tages 2000 € geworden, an diesem Arbeitsplatz, oder an einem anderen.

Aber so bist du auf das Wohlwollen des Staates angewiesen, keine schöne Perspektive.
 
Eric vergesse mal die Lebenshaltungskosten, die Miete und die Unterhaltungskosten für die Familie nicht.
Wenn Du das in Summe abziehst kannst Du froh sein wenn mal 50 - 100 ? für Notzeiten zurücklegen kannst.
Aber mit Deinen Beiträgen zu diesem Thema zeigt sich doch eine gewisse Unkenntnis der Materie.
Wenn man zuhause kostenfrei bei den Eltern wohnt, Lebenshaltungkosten gesponsert werden und ein Fahrzeug selbstverständlich jederzeit zur Verfügung seht ist es einfach solche Sprüche zu machen.
Mit 1500 ? netto eine Familie zu unterhalten ist heutzutage eine haarige Sache. Im Gegensatz zu Dir weiss ich von was ich spreche bin nämlich verheiratet und habe zwei Kinder. Ich bin nämlich froh wenn etwas für das Hobby überbleibt und nicht für Reparaturen z.B. ausgegeben werden muss.
 

Stephan Ludwig

Moderator
Teammitglied
Original erstellt von 22848joachim:
@ Eric !

Da kommt unter´m Strich netto dann geringfügig mehr herraus, als die Arbeitslosenhilfe. Bei einer Arbeitsaufnahme entstehen nun aber zusätzliche Kosten durch den Arbeitsweg, was bedeutet, daß nach Abzug dieser Position vom Nettolohn, letztlich weniger auf dem Konto ankommt als bei der Arbeitslosenhilfe - wovon soll man da noch leben -. Eigentlich sollte es so sein, das man arbeitet um zu leben, hier lebt man dann aber nur noch um zu arbeiten. Auch beschleicht mich da das Gefühl des Rückschritts in die "Sklaverei".

Es ist übrigen völlig an den Haaren herbeigezogen, das ich mir für "Niedrigentlohnung" zu schade bin zum Arbeiten. Ich habe im letzten Jahr eine zeitlich befristete Tätigkeit zu diesen 1500 EUR Bruttolohn ausgeübt. Da ich eine gute Abfindung vom vorangegangenen Arbeitgeber hatte, war ich in der Lage hiermit den Arbeitsplatz zu subventionieren!

Da wir hier im Forum ja Arbeitslose, Arbeitnehmer und Arbeitgeber haben, stelle ich hier einmal Zahlen ein, die vielleicht in dieser Diskussion überdenkenswert sind:
Langzeitarbeitsloser ( 1 1/2 Jahre )
47 Jahre alt
30 Jahre Berufserfahrung
Feinmechaniker mit Zusatzausbildung im Bereich der E-Technik, Englischkenntnisse und PC- Grundkenntnisse
Wunschgehalt zu Beginn der Tätigkeit 2000 EUR brutto
Liege ich da völlig aus dem Kurs ? Bin ich zu teuer ? :confused:

Nun bin ich ja ´mal gespannt was für Antworten hier kommen.

Joachim
Du hättest diesen Job nehmen müssen.
zum einen liegts somit dem Gevatter Statt nicht mehr auf der Tasche.... zum anderen hast Du schonmal darüber nachgedacht, daß Deine Chancen, einen besser bezahlten Job zu bekommen, wenn Du tatsächlich in Lohn und Brot stehst, wesentlich höher sind ? Das dies auch eine Art Werbung für Dich ist ?

Gerade Dein Alter ist in unserer Gesellschaft ein Alter, in dem man auf dem Arbeitsmarkt so langsam aber sicher als ALT gilt... isso.

Wenn Du solche Chancen wie oben geschildert ablehnst, machst Du dich auch leider für andere potentielle Arbeitgeber uninterssant.

Auch ich habe einen Job angenommen, der finanziell an meiner Schmerzgrenze liegt, dazu fahre ich jeden morgen und jeden Abend jeweils 70 km. Oftmals bin ich besonders abends 2,5 Std für eine Strecke unterwegs.... na und ? Ist lästig, aber meine Chancen einen besseren (gibts zwar nicht :D ) arbeitgeber zu finden sind immens gestiegen, gut, ich üßte evt. in eine andere Stadt umziehen, aber weer weis ;)
 
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