Servokabel crimpen - wer kann helfen?

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kalle123

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Also Bilder von so einem 'Anfräsen' hätten mich auch interessiert.

Das Bild, das Gerd da gelinkt hat, ist ein Anschliff, üblich in der Werkstoffkunde, vor Jahrzehnten mal Vorlesungen dazu gehört. Ziemlich viel Aufwand, um so Bilder hinzukriegen. Werkstück in eine Matrix einbetten, anschleifen, an ätzen und dann unters Mikroskop.

Sehe gerade, heutzutage in in diesem Fall 'Kontrolle der Verpressung' geht das recht schnell.

Ohne Einbettung. (Früher wurde noch von Hand poliert.) Sägen, polieren, anbeizen und dann unter das Mikroskop.


Toll, wenn man das so mal eben zu Hause machen kann!

Gruß KH
 
Gefährlich wird es nur wenn man das Kupfer an der Schnittstelle durch falsche Bearbeitung „verschmilzt“ und dann glaubt es passt alles weil die Fläche so schön homogen ist.
 

kalle123

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Mich würde ja einfach nur interessieren, wie 'uzim' das gemacht hat. Ich würde gerne mal versuchen, meine Verpressungen auch mal so zu untersuchen. Vielleicht hat 'uzim' ja mal die Freundlichkeit, sein Vorgehen dabei etwas näher zu erklären. Danke vorab.

Gruß KH
 

uzim

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Ich habe mich bemüht und im Abfallkorb nach dem Stecker mit Resten gesucht. Die Litze von gestern habe ich nicht mehr gefunden. Daher habe ich eine andere Litze von gestern im Crimpbereich mit einer diamantierten Trennscheibe aufgetrennt (linkes Bild). Damit lässt sich eine optisch dichte Verpressung jedoch schlecht beurteilen. Ich hab dann das Ende mit Spucke und 1200er Schleifpapier kurz aufpoliert und in Lötwasser getaucht. Ob die Säure im Lötwasser stark genug ist, um möglichen Abrieb in der Einwirkzeit aufzulösen, kann ich nicht beurteilen. Die Schlifffläche erscheint jedoch poliert und homogen. Für meine Wenigkeit reicht dies und nein, ich habe kein REM zur Beurteilung der Schlifffläche zur Verfügung und nein, die Bilder kriege ich mit dem Handy nicht schärfer hin.

Gruss
Urs
 

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DJBlue

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Weiß nicht wie Du da was beurteilen willst, aber auf den Bildern erkennt man schonmal nix.
Die zu beurteilende Fläche wird zuletzt poliert, und nicht mit 1200 Sandpapier und Spucke misshandelt.
Anschließend wird die Fläche gebeizt um nötigen Kontrast zu bekommen.
Die Oberfläche sollte/darf zuletzt keine Schleifspuren mehr haben. Bei deinem Schliff sieht man diese noch sehr sehr deutlich, und das trotz verschwommenem Handyfoto.
Das was Du gemacht hast ist ein Bild von einem abgeschliffenem Crimp, jedoch kein Schliffbild. Ist nicht böse gemeint, aber es hat keine Aussagekraft.

Im Anhang siehst Du ein Schliffbild von dem mit was ich täglich auf Arbeit zu tun habe, das ist ein Schliffbild. Zum Größenverhältnis, eine Drahtstärke entspricht 0,25mm.
 

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uzim

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Auf den rechten beiden Bildern sind kaum mehr Schleifspuren vorhanden, die Oberfläche ist ziemlich homogen. Ich streite deine Fachkompetenz gar nicht ab, aber mit deinen Massstäben, nicht böse gemeint, dürften die meisten hier im Forum gar keine Modelle selber bauen. Man dürfte weder crimpen, ausser jetzt du, noch löten, noch elektrische Leitungen selber verlegen und die Stromversorgung bewerkstelligen, noch Anlenkungen ohne genaue Kenntnis der Kinematik und der Kräfte verbauen, noch Verklebungen selber durchführen. Was für industrielle Fertigungsprozesse von Bedeutung ist, gilt für den Hobbybereich, in dem wir uns bewegen, glücklicherweise nicht. Wäre dies so, so könnten wir uns alle ein neues Hobby suchen, ausser du.

Wichtiger Hinweis für alle! Mein neues Steckersystem, das ist seit kurzem zum Crimpen verwende, Made in Germany, hat eine klare Schwachstelle. Die PVC ummantelten Litzen sind relativ starr und der mittlere Kontakt im Stecker (Pluspol) lässt sich durch Drehen der roten Litze im Gehäuse rotieren. Ich schaffe es auch, den mittleren Kontakt rauszuziehen. Das Gehäuse scheint beim mittleren Kontakt eine Spur grösser zu sein. Ich weiss jetzt nicht, ob ich nur eine schlechte Charge erwischt habe, aber so kann ich die Stecker nicht verwenden. Ich habe noch ältere schwarze Stecker, die sind etwas enger, die brauche ich jetzt.
 

DJBlue

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Es gibt schon Gründe warum man bestimmte Techniken (wie hier z.B. Crimpen) an bestimmten Qualitätsmerkmalen bewertet.
Das es anders auch geht, und auch gut funktionieren mag, streite ich ja nicht ab. Aber wenn Du schon von professionellen Techniken der Überprüfung (Schliffbildern) sprichst und deine Crimpungen als i.O. bewertest, solltest Du auch wissen von was Du sprichst.
Wenn man etwas nicht besser weiß (was auch kein Problem ist weil man kann nicht alles wissen) sollte man Kritik annehmen denn so kann man was dazu lernen.
 
Es gibt schon Gründe warum man bestimmte Techniken (wie hier z.B. Crimpen) an bestimmten Qualitätsmerkmalen bewertet.
Das es anders auch geht, und auch gut funktionieren mag, streite ich ja nicht ab. Aber wenn Du schon von professionellen Techniken der Überprüfung (Schliffbildern) sprichst und deine Crimpungen als i.O. bewertest, solltest Du auch wissen von was Du sprichst.
Wenn man etwas nicht besser weiß (was auch kein Problem ist weil man kann nicht alles wissen) sollte man Kritik annehmen denn so kann man was dazu lernen.
Da gibts nur eins: wie gehts denn richtig besser?
 

uzim

User
Okay, jetzt extra für dich. Die Schlifffläche meiner Crimpung ist für mein Auge ohne spezielle Vergrösserung und weitere Technik für mich homogen. Dennoch kann ich mit meinem Wissen und meiner Ausrüstung keine wissenschaftlich fundierte Aussage treffen, dies ist nur mit professionell erstellten Schliffbildern möglich, wovon ich keine Ahnung habe. Zufrieden?

Eigentlich ist der zweite Absatz meines letzten Kommentars viel wichtiger, dass bei meiner Charge die Stecker-Kontakte im Gehäuse zuviel Spiel haben. Da nützt auch eine optimale Crimpung nicht viel.
 
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kalle123

User
Dank dir Urs für die Bilder.

Hatte mir heute auch mal überlegt, wie man so einen Anschliff machen könnte. Aber ich muss sagen, das würde mir zu komplex. Das würde ne Masse an Versuchen erfordern, wie einbetten, wie schleifen, wie polieren, wie und womit beizen? Und dann das Resultat bewerten. Das erfordert verdammt viel Erfahrung!
Und dann. Ich beziehe mich nochmal auf die von Onki hier in #115 aufgeführte AMP Zange, die schon in den professionellen Bereich rein geht. Aber NUR bei Verwendung mit den AMP MODU IV Buchsen und Stiften, wobei noch je nach den verwendeten Drahtabmessungen die passenden AMP Kontakte zu verwenden sind.

Hier die Tabelle dazu aus https://docs.rs-online.com/f3bb/0900766b8125fd43.pdf

Screenshot_2024-02-17_19-23-20.jpg


Nur wer hier von uns, Onki ist da vielleicht die Ausnahme, hat so eine 600€ Zange, hat die entsprechenden AMP MODU IV Buchsen und Stiften und achtet darauf, dass Zange, Kontakte und Kabel zueinander passen.

Und AMP macht bei der Profizange wie zu sehen sehr strickte Vorgaben, was womit mit der Zange zu verpressen ist.

Also mit irgendwelchen Kontakten aus Fremdquellen würde man sich m.E. auf dünnen Eis begeben, was die Qualität der Pressung angeht.

Da ich gegenüber einem womöglichen Kunden keine Gewährleistung abgeben muss und das für mich selber mache, reicht mir das, was ich mit den Engineer Zangen hinkriege. Fliege halt auch nur so kleines 'Spiel'Zeug. Bei so Sachen wie Andere hier in diesem thread mit

'scale Segler mit bis zu 25 Kg und 6,50 meter plus Spannweite'

würde ich mir vielleicht doch überlegen, solche Arbeiten, falls erforderlich, wie das Anfertigen von speziellen Kabeln durch einen Fachbetrieb machen zu lassen.

Gruß KH
 

DJBlue

User
@kater68, Was besser?
Wie man Schliffbilder zuhause macht?
Ehrlich gesagt, zuhause in meinen Augen nicht möglich außer man hat das Equipment dazu. Darum wollte ich auch wissen wie es Uzim gemacht hat. Ich hätte gerne was dazu gelernt.
 
Okay, jetzt extra für dich. Die Schlifffläche meiner Crimpung ist für mein Auge ohne spezielle Vergrösserung und weitere Technik für mich homogen. Dennoch kann ich mit meinem Wissen und meiner Ausrüstung keine wissenschaftlich fundierte Aussage treffen, dies ist nur mit professionell erstellten Schliffbildern möglich, wovon ich keine Ahnung habe. Zufrieden?

Eigentlich ist der zweite Absatz meines letzten Kommentars viel wichtiger, dass bei meiner Charge die Stecker-Kontakte im Gehäuse zuviel Spiel haben. Da nützt auch eine optimale Crimpung nicht viel.
Also wie Schliffbilder erzeugt werden brauchst mir extra nicht zu erklären.

Ich wollte wissen, wie man hobbymässig die perfekte gasdichte Crimpung erzeugt.

Übrigens würde ich die Plastikgehäuse entweder reklamieren oder entsorgen. Jedenfalls nicht benutzen.

Die durchsichtigen, von mir oben genannten und gezeigten, machen keine von Dir genannten Probleme.
 
Hallo Kollegen,

wenn jemand Bedenken mit der Qualität seiner Crimpung hat soll er halt Probecrimpungen machen wo er nur die Litze ohne Isolierung crimpt. Dann sieht er ja was sich tut, wenn er am Kabel zieht. Wenn er das Kabel leicht rausziehen kann wars Pfusch und wenn er die Litze abreist wars 1a Qualität. Zur Kontrolle der Isoliercrimpung habe ich eine Optikerbrille und da sieht man recht gut ob die Verpressung passt.

Wenn jemand eine Zange hat wo beide Crimpunge mit einem Arbeitsgang macht muss er halt länger abisolieren so dass die Isoliercrimpung nicht greift.

Natürlich gibt es auch Kollegen die zwar Fliegen wie die Götter aber keine Ader für solche Arbeiten haben. Die sollen sich halt fertige Verlängerungen kaufen bevor sie wegen einer schlechten Crimpung das Modell zu Schrott fliegen, ist ja keine Schande.

Aber ich würde keine Doktorarbeit aus der Sache machen und auch nicht verkomplizieren. Ich crimpe seit es die Kontakte gibt, die ersten habe ich mir über einen Bekannten besorgt der bei einer Firma beschäftigt wo das Zeug gefertigt wurde da konnte man sie noch gar nicht kaufen.

Ich glaube nach wie vor, dass das Crimpen keine Hexerei ist.


Gruß Hans
 

DJBlue

User
Ich wollte wissen, wie man hobbymässig die perfekte gasdichte Crimpung erzeugt.
Dazu brauchts nicht viel, aber das Richtige:
- das passende Werkzeug mit der entsprechenden Form für den Crimpkontakt
- die richtigen Crimpkontakte für das Werkzeug
- eine richtige Einstellung des Werkzeuges, ein guter Anhaltspunkt ist einfach die Crimphöhe entsprechend der Herstellervorgabe des Crimps. Zuwenig ist nix, aber zuviel ist auch schlecht da man ihn mehr beschädigt bzw überbiegt. Trifft man die Crimphöhe auf +-0,05mm ist das fürn Hobbybereich vollkommen ausreichend. Meistens macht man den Fehler „a bissl mehr goht scho“!
- die Fähigkeit seine Arbeit bewerten zu können

Und bitte keine Zangen mit radialer Bewegung. Warum hab ich schon öfters erklärt…

halt länger abisolieren so dass die Isoliercrimpung nicht greift.
Warum sollte man sowas machen?
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo DJBlue,

dass er die Isolierung nicht mit crimpt und nur die Zugkraft an der Litze hat. Dann sieht er ja wie seine Verpressung hält. Ist ja nur eine Probe die anschließend in der Tonne landet.

Da du ja so was beruflich machst glaube ich siehst du das aus einer ganz anderen Perspektive. Was für dich selbstverständlich ist es eben für einen der das nur zum Hobby macht nicht.

Gruß Hans
 
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