Empfehlung für brauchbaren schnellhärtenden Epoxikleber gesucht

Servus,

mein 30 Minuten Epoxi wird nie richtig hart, bleibt gummiartig. An einer falschen Mischung sollte es nicht liegen, ich wiege die Komponenten auf einer Waage ab, die 1/100g auflöst. Ich denke, es gibt einfach besseres Epoxi als das was ich mir zugelegt habe. Da ich nicht 10 verschiedene Kleber kaufen möchte, um rauszufinden, welcher der beste ist, wollte ich mal hören, mit welchen Klebern Ihr gute Erfahrungen gemacht habt. Ich suche nicht 5ml Spritzen für 15 EUR wie man sie im Baumarkt bekommt, sondern 50-200g Gebinde zu erträglichen Preisen. Es darf auch innerhalb von 5 oder 10 Minuten fest werden.

Unten seht Ihr das Zeug, von dem ich nicht begeistert bin.

Gruß
Bernd

IMG_20190301_203304_resized_20190301_083344884.jpg
 
Danke für den Link, die Kleber sind da vorbildlich sortiert nach Verarbeitungszeit, da macht die Suche Spaß. Was mich hellhörig werden lässt: es steht überall dabei: "zäh-harte Einstellung" - ist das Verkäuferdeutsch für "leicht gummiartig" ?
Hast Du einen der verlinkten Kleber selbst in Verwendung und kannst aus eigener Erfahrung berichten?
 

ingos

User
Schnelles Epoxidharz

Schnelles Epoxidharz

Moin,

also ich verwende für schnelle Reparaturen oder Fixierungen das "TWO PLUS" von
Kavan (https://kavanrc.com/de/unsere-produkte/) und wird richtig hart.

BTW - wenn dein Harz nicht vollständig aushärtet, kann es auch sein, dass es das
Verarbeitungsdatum überschritten hat. Ähnlich eben wie das MHD bei Lebensmitteln

Grüße
Ingo
 

Gideon

Vereinsmitglied
Ich hatte damals alle Systeme vor der Einführung gestestet. Klebstoffe müssen zäh-hart sein, um eine gute Scher- und Schälfestigkeit zu erreichen. Das hat aber nichts mit gummiartig zu tun.

Bei polyadditionsvernetzten Reaktionsharzen ist die Stöchiometrie sehr wichtig, um einen möglichst hohen Vernetzungsgrad zu erreichen. Gleichwohl sind die meisten 1:1 oder 2:1 gemischten EP-Klebstoffe durch die verwendeten Härter (Mercaptane oder Polyaminoamide) relativ unkritisch gegenüber Mischungsfehlern. Teilweise wird das sogar genutzt, um den Klebstoff besser an die Anforderungen anzupassen. Beim verlinkten 90 Minuten-Epoxy können z.B. alle Mischungsverhältnisse zwischen 2:1 (hart und höchste Tg) und 1:1 (zähhart, schälfester und Einbußen in der Tg) angewandt werden.

Zur Haltbarkeit kann ich konstatieren, dass EP-Harze und deren Härter hier recht unkritisch sind und meist nach Jahrzehnten noch problemlos funktionieren, sofern diese trocken, lichtgeschützt und zwischen 15 und 30 °C gelagert werden.
 
Zuletzt bearbeitet:

ingos

User
Funktion EP-Harz

Funktion EP-Harz

Ich hatte damals alle Systeme vor der Einführung gestestet. Klebstoffe müssen zäh-hart sein, um eine gute Scher- und Schälfestigkeit zu erreichen. Das hat aber nichts mit gummiartig zu tun.

Bei polyadditionsvernetzten Reaktionsharzen ist die Stöchiometrie sehr wichtig, um einen möglichst hohen Vernetzungsgrad zu erreichen. Gleichwohl sind die meisten 1:1 oder 2:1 gemischten EP-Klebstoffe durch die verwendeten Härter (Mercaptane oder Polyaminoamide) relativ unkritisch gegenüber Mischungsfehlern. Teilweise wird das sogar genutzt, um den Klebstoff besser an die Anforderungen anzupassen. Beim verlinkten 90 Minuten-Epoxy können z.B. alle Mischungsverhältnisse zwischen 2:1 (hart und höchste Tg) und 1:1 (zähhart, schälfester und Einbußen in der Tg) angewandt werden.

Zur Haltbarkeit kann ich konstatieren, dass EP-Harze und deren Härter hier recht unkritisch sind und meist nach Jahrzehnten noch problemlos funktionieren, sofern diese trocken, lichtgeschützt und zwischen 15 und 30 °C gelagert werden.

… also auf Jahrzehnte würde ich da nicht vertrauen ... ich hatte schon 5-Min-Epoxy das nicht mehr ausgehärtet hat und durch eine Nachfrage bei R&G wurde ein
Verfallsdatum auch bestätigt (steht sogar auf dem L-Harz drauf!)

grüße
Ingo
 

onki

User
Hallo,

Ich nutze derzeit uhu endfest für Verklebungen die etwas Zeit zum Aushärten haben dürfen.
Für schnelles Heften nutze ich uhu sofortfest.
Bei größeren Mengen oder entsprechenden Klebestellen findet entsprechend beaufschlagtes (Baumwollflocken, Glaskurzfaser, Thixio) Laminierharz seine seine Verwendung.
Gibt es auch schnellhärtende Epoxykleber (5 Minuten Verarbeitungszeit) die nicht so unangenehm nach Katzenurin riechen? Das stört mich beim uhu sofortfest / schnellfest bzw. den gängigen 5 min Epoxyklebern am meisten.
Daher nutze ich für Verklebungen an Metall oder kleineren Bauteilen endfest (300 - muss ich mir noch über Gewerbetätige besorgen) im Zusammenspiel mit meinem mini-Backofen (ca. 70°C).

Gruß
Onki
 

Gideon

Vereinsmitglied
… also auf Jahrzehnte würde ich da nicht vertrauen ... ich hatte schon 5-Min-Epoxy das nicht mehr ausgehärtet hat und durch eine Nachfrage bei R&G wurde ein
Verfallsdatum auch bestätigt (steht sogar auf dem L-Harz drauf!)
Das kann jeder so halten, wie er will. Hättest Du mich damals am Telefon gehabt, hätte ich dir aber das Gleiche (der 3. Post weiter oben) gesagt.

Das Shelf Life ist ein rein haftungsrechtliches Problem und bei zugelassenen Systemen durchaus sinnvoll.
 
Uhu Sofortfest wird nicht sofort fest, auch nicht nach 24 Stunden...

Ich habe ein altes (bestimmt 2 bis 3 Jahre alt), ungeöffnetes Gebinde Uhu Sofortfest gefunden und habe das zum Einharzen von einem Führungsröhrchen verwendet. Auch 24 Stunden später war das eine gummiartige Pampe. Mit einem Cutter konnte ich das Mühelos durchtrennen. Das ist doch 200% Chemie, kann das schlecht werden?

Pech im Unglück: Das Röhrchen lag etwas falsch und hätte sowieso wieder raus gemusst, insofern war das eine glückliche Fügung. Aber einen 2. Versuch mit demselben Zeug wage ich lieber nicht mehr?
 

Huskydoc

User
Natürlich können Epoxykleber altern und ihre Eigenschaften verändern.
Ich habe Epoxykleber benutzt die nur kurz über MHD lagen, die waren zwar durchgehärtet, aber auf der Oberfläche noch Wochen leicht klebrig.
Dann habe ich Epoxy die schon viele Jahre alt sind aber offensichtlich keine Veränderungen vorweisen. :confused:
Das sind Produkte von Cemedine, Weicon, Huntsman/Araldite und DELO.
 

Gideon

Vereinsmitglied
Bei aufwendig formulierten Klebstoffen gebe ich Dir recht, bei relativ simplen DGEBA-Harzen und Polymercaptanen ist das eher nicht zu befürchten. Wenn UHU bei Sofortfest ein MHD von 24 Monaten angibt, dann ist das danach nicht sofort für die Tonne (jedoch ein vorheriger Härtungsversuch ist vorbeugend immer ratsam). Darüberhinaus ist UHU kein Billigheimer und kauft seine Rohstoffe bei vernünftigen Quellen (einen Großteil wahrscheinlich sogar direkt bei Huntsman) ein, sodass Haltbarkeitsprobleme durch verunreinigte Komponenten hier eher nicht zu befürchten sind (so eine ähnliche Problematik gibt es ja auch bei CA-Klebstoffen, bei denen der Destillationsgrad des Cyanacrylates unmittelbar die Haltbarkeit bestimmt).

Ich vermute hier eine recht kleine Ansatzgröße und ein daraus resultierendes, inkorrektes Mischungsverhältnis bei rein optischer Bestimmung als Ursache und würde mich freuen, wenn hier nochmals ein Versuch gemacht werden würde, um Klarheit zu schaffen.
 
Hallo, wollte nochmal Meldung machen. Das verwendete Uhu Sofortfest kam ja aus der Doppel-Spritze, die ja "automatisch" das richtige Mischungsverhältnis liefern sollte. Ich habe mich schon beim Mischen gewundert, dass sich das Zeug nur mit größerem Druck aus der Spritze drücken ließ. Das Honiggelbe Zeug kam wie immer flüssig, das milchig-trübe (was ist da was?) war sehr zäh. Angemischt sah es "normal" aus. Ich kann das auch nicht wiederholen, weil ich das Gebinde entsorgt habe. Ein MHD habe ich auf der Spritze nicht gesehen, die Kartonage hatte ich nicht mehr. Die Menge wird sich so um die 5g bewegt haben, wenn ich das mit den abgewogenen Epoxy Mengen vergleiche, die ich mit der Feinwaage anmische.

Gruß, Holger
 

Huskydoc

User
Also der "Honig" dürfte das Harz sein, das milchige der Härter. Wenn es so zäh aus der Doppelkartusche kommt, war es wohl überlagert oder falsch gelagert. Allerdings benutze ich den Klebstoff nicht, kann also nur raten.
Ich habe gestern mit Araldite 2011 gearbeitet und trotz Mischdüse ist die Oberfläche noch leicht klebrig. Das MHD ist noch weit weg... :confused:
Sachen gibt's......
 

Gideon

Vereinsmitglied
Nein, der Härter ist honiggelb und riecht bei Polymercaptan typisch schweflig. Milchig trübe lässt darauf schließen, dass das Harz durch zu tiefe Lagertemperaturen kristallisiert und nicht wieder komplett in Lösung gegangen ist.
 

Gideon

Vereinsmitglied
Ich habe gestern mit Araldite 2011 gearbeitet und trotz Mischdüse ist die Oberfläche noch leicht klebrig. Das MHD ist noch weit weg... :confused:
Sachen gibt's......
ARALDITE 2011 ist recht niederreaktiv, sodass klebrige Oberflächen typischerweise durch Carbamatbildung resultieren. Verdeckte Fugen härten mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit klebefrei aus.

 

Huskydoc

User
ARALDITE 2011 ist recht niederreaktiv, sodass klebrige Oberflächen typischerweise durch Carbamatbildung resultieren. Verdeckte Fugen härten mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit klebefrei aus.

Hmm, dieses Phänomen tritt nur sporadisch und nicht reproduzierbar auf. Und auch nur bei mir zu Hause, beruflich verwende ich es fast täglich und da habe ich es nicht.
 

sharky63

User
Hallo Rolldinger (Bernd),
mit dem WiKo Harz habe ich leider die gleichen, schlechten Erfahrungen,gemacht. Selbst bei penibler Mischung und 1:1 Gewichtsanteilen härtete es nicht gleichmäßig aus. So ein komisches Verhalten hatte ich noch bei keinem,noch verwendbaren, Harz.
Gruß
Reimar
 
Oben Unten