Modellierballon platzt

Hallo zusammen,

habe gestern abend versucht, meine HLG-Form (zuerst noch ohne Gewebe drin) mal aufzupumpen. Habe mir von meinem Vater einen wunderbaren Druckanschluss aus Messing drehen lassen, alle Kanten schön gerundet. Nun ist der Ballon aber regelmässig schon bei sehr wenig Druck geplatzt, und zwar immer an seinem vordersten Ende. Die Form ist oval, ca. 25cm lang und an der breitesten Stelle ca. 3.5cm breit.
Ich habe nun folgende Vermutungen:

1. Weil der Ballon noch nicht gestreckt in der Form liegt, haftet er zu fest auf der Seite des Druckanschlusses an der Form und muss sich dann erst gegen vorne ausdehnen -> Lösung: z.B. Holzrundstab in den Ballon einführen vor dem aufblasen, damit die Länge bereits stimmt.
2. Weil kein Gewebe in der Form ist, drückt sich der Ballon in die Trennebene (die ist zwar sehr präzise und sollte höchstens einen minimalen Spalt aufweisen) -> Lösung: Laminat in die Form aufblasen, es wäre also ein reines "Testproblem".

Gibt es andere Vermutungen / Tipps?
Im Normalfall sollte es doch möglich sein, so einen Ballon mit ca. 2 bar aufzupumpen, da ihn die Form ja an weiterer Dehnung hindert!

Danke + Gruss,
Raphael
 
Hallo Raphael,

du mußt den Ballon ein paar mal außerhalb der Form aufblasen. Wenn die Dinger neu sind, muß sich das Gummi erst mal etwas dehnen. Dann geht es eigentlich viel besser.

Viele Grüße

Volker
 
Ich hatte immer einen Holzrundstab drin, wenn ich Rümpfe aufgeblasen habe. Das war bei mir nötig, weil sich der Schlauch einfach nicht von selbst dorthin dehnen wollte wo ich ihn brauchte. Deshalb Stab rein, den Kevlarschlauch schon ungefähr auf den Durchmesser des Rumpfrohres "zusamengeschoben" und dann Form zu und aufgeblasen.
 
Hallo Raphael

2 bar??? Das ist einwandfrei viel. Da entsteht ein großer Druck/cm².
Unsere Fachleute könnten das mal ausrechnen. :)

Ich habe nie mehr als 0,3 bar verwendet.

Falls es doch am Metall liegt:
Eine dünne Silikonschicht an dem Anschlußstück auftragen und aushärten lassen, schont den Ballon.

Ansonsten hilft Dehnung wie Volker beschrieben hat. ;)
 
Hallo zusammen,

danke für die Tipps. Also bin ich gar nicht so falsch dran.
@Claus, selbstverständlich habe ich gerechnet + überdimensioniert. Diese Miniform (insgesamt ca. 10x30cm gross) ist jetzt 3.2kg schwer, da richtig heftig Material verbaut wurde. Aber danke für den Hinweis.
Trotzdem wickle ich zur allerletzten Sicherheit vor dem ersten Aufpumpen (wenns denn mal klappt) einen kleinen Teppich drum, der würde der platzenden Form die Energie nehmen.
Werde also heute abend
-den Ballon auf einen Stab aufspannen (und auch nur einen Teil des Ballons verwenden, weil sonst im aufgeblasenen Zustand viel zu lange)
-die Form laminieren (Glas oder eben Zewa ;-))
-den Ballon vorher richtig vordehnen.

Danke für die Tipps, werde berichten.

Gruss
Raphael
 
Hallo Raphael,

ich benutze ein 3 mm ALU-Rohr. Das Ende, welches im Ballon steckt und diesen dehnt, habe ich mit einer Rundkopfschraube verschlossen, damit der Ballon nicht durch das Alu-Rohr, beim dehnen aufgeschnitten wird.

An diesem Stabende habe ich einige Löscher für den Luftaustritt gebohrt.

Am anderen Ende habe ich mit Uhu-Endfest eine ganz normale Schaluch-Kupplung angeklebt.

Bevor ich den Ballon benutze, blase ich ihn komplett auf und lasse Ihn einige Stunden liegen.

Den Ballon schiebe ich dann auf das Alu-Rohr, dehne ihn und klebe das offene Ende mit ein paar 'Runden' Tesapackband am ALu-Rohr fest.

Den Druckminderer auf Null, Alu-Rohr mit Kompressor verbinden, Ballon mit Alu-Rohr in die geschlossenen Form schieben und langsam den Druckminderer öffnen, bis der Ballon mit einem satten Druck anliegt.

Anschließend kontrolliere und korrigiere ich den Druck 2 bis 3 Mal im ¼-Stunden-Abstand.

Das Manometer steht dann meist auf 0,3 bis 0,5.

Wenn Du mehr Druck haben willst, ist es vermutlich nicht mit einem Modellierballon nicht machbar.

Bei den 0,3 bis 0,5 Bar drückt sich allerdings schon sehr viel überschüssiges Harz aus der Form.

Wichtig ist, das der Ballon in aufgeblasenem Zustand einen wesentlich größeren Durchmesser hat als der größte Durchmesser deines Rumpfes.

Modellierballons in verschiedenen Größen bekommst Du hier .

Die Adresse habe ich mal von Plinse/ Eiche bekommen.
 
Pimp my Rumpfform

Pimp my Rumpfform

Es hat geklappt!
Danke an alle Tippgeber.
Ohne einen einzigen Ballon- oder Formen- ;) platzer.
Habe den Ballon aufgeblasen, markiert wie lange die Form ist (auf dem aufgeblasenen Ballon), Luft raus, über eine 3mm Kohlestange gezogen, in die Form, verschlossen, aufgepumpt - geht!
Jetzt wird schnell ein Glas reingeworfen, mal schauen ob es auch überall andrückt. Sollte bei 2bar allerdings der Fall sein :D

Gruss
Raphael
 
ja genau, SG2. Das ist der Wahnsinn, 2.5 bar Druck und es drückt überall Harz auf die Trennebene, obwohl ich NICHT gesaut habe. Dieses Testobjekt (25cm lang, max. 3cm breit, max. ca. 2cm hoch) ist übrigens 2.9 (zwei Komma neun!) Gramm schwer geworden.

Gruss
Raphael
 
Hi,

mir schwirrt irgendwie im Kopf rum, dass der ideale Harzanteil am Laminat 37 Gewichtsprozent sein sollte. Woher ich das hab weiß ich nicht mehr.
Jedenfalls kannst Du mit genügend hohem Druck ganz sicher mehr Harz aus dem Laminat pressen, als Dir lieb ist. Spontan würde ich mal mutmaßen, ein zu niedriger Harzanteil ist weniger entscheidend bei Zugbelastungen, aber ziemlich verheerend bei Schubspannungen.
Übertreib es besser nicht mit dem Druck..!?!

Grüße,
Michel
 
hi,

ich habe ein probestück fertig, besser kanns IMHO nicht mehr werden. ich werde mal ein bild posten. oberfläche hochglanz, innen glatt, alles getränkt, null lunker, extrem leicht. werde mal den fasergewichtsanteil ausrechnen.

gruss,
raphael
 
tja marc das leben ist hart ;-) es ist nunmal so. Das Gewebe wiegt bei weitem nicht so viel.
Habe soeben für mein Kevlar-Teil aus der Form den Faservolumengehalt ausgerechnet: 65%. R+G gibt bei der Autoklavbauweise einen FVG von "über 60%" an.
Und bitte versteht mich nicht falsch, aber ich werde nicht über Wahrheit oder Unwahrheit diskutieren, das bringt nix. Es geht hier lediglich darum, eine möglichst optimale Bauweise zu finden.
Nebenbei, so zu bauen geht unglaublich schnell und einfach - kurz, ich halte es bei entsprechender Form für die Beste aller möglichen Bauweisen, und ich kenne Nass-in-Nass, Vakuum mit Absaugleisten und eben jetzt Druck.

Gruss,
Raphael
 
hi,
welche "keule"? die 2,9 Gramm? Das ist aber nix Schönes, war ein Abfallstück Kohle 68er, welches ich schnell reingeworfen habe.
Achja, Bilder von der "Kabinenhaube", die in der Form gebaut werden, kann ich liefern. Die ist übrigens mit 3 Lagen 36er Kevlar 0.7 Gramm schwer. Habe soeben die Form wieder aufgepumpt, sollte die 3. Haube geben. Allerdings ist mir vorher grad zum ersten Mal ein Ballon geplatzt, bei ca. 2.5 bar. Da war am Anschluss was nicht ganz sauber. Jetzt liegt allerdings wieder sauberer Druck an (mit einem neuen Ballon, selbstverständlich).
Gruss
Raphael
 
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