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So kann es gehen - Modell bespannen

Modell bespannen

So kann es gehen

Mirko Krämer


Immer wieder taucht im Forum irgendwo die Frage auf, wie man ein Modell bespannt oder ob ein Ruder mit Folie angeschlagen werden kann. Natürlich sammeln sich dann gute Tipps an, die leider aber auch häufig mit relativ sinnfreien Beiträgen vermischt sind, wo auf Tante Google o.ä. verwiesen wird. Schade ist auch, dass diese guten Beiträge schnell im Nirvana verschwinden und sich später nur wenige Experten noch daran erinnern, dass da mal was war...

In diesem Beitrag möchte ich daher exemplarisch beschreiben, wie man eine Fläche mit Oratex Gewebefolie bespannt. Es gibt beim Hersteller und auch in diversen Foren schon einige gute Informationen, an denen sich der geneigte Modellbauer orientieren kann. Letztlich haben alle Beschreibungen, einschließlich dieser hier, ein großes Manko: Sie ersetzen nicht die Praxis. Man muss also in jedem Fall üben, um ein Gefühl für Material und Werkzeuge zu bekommen. Nach meiner Erfahrung wird es auch so sein, dass jeder seinen ganz persönlichen Masterplan beim Bespannen entwickelt, nach dem er immer wieder vorgehen wird. Das hat schlicht etwas mit Erfahrung, persönlichen Vorlieben und auch den individuellen Fähigkeiten zu tun. Deshalb will die hier beschriebene Vorgehensweise nur als Beispiel dienen, wie es funktionieren kann.

Ich beginne bei meinen Modellen grundsätzlich mit den Leitwerken, um mich wieder „warm zu bügeln“. Wenn dabei mal etwas daneben geht, ist der Materialverlust nicht so groß, wie bei den Flächen. Diese folgen nämlich immer anschließend, danach dann der Rumpf. Bevor ich meine Abläufe am Beispiel der Tragfläche des Baby Ace beschreibe, möchte ich noch einige grundsätzliche Dinge erklären, die natürlich auch schon an anderen Stellen beschrieben sind und daher zu den Grundlagen gehören.

Die erste und oberste Regel lautet ganz klar: Es muss sauber und möglichst staubfrei sein. Das gilt für den Arbeitsplatz genauso wie für alle zu bespannenden Baugruppen! Mit Staub verhindert zuverlässig, dass die Folie auf dem Holz hält. Wenn man also möchte, dass die Bespannung nicht hält, lässt man das Putzen sein. Ich räume vor der Bügelorgie immer ordentlich auf und sauge wirklich alles gründlich ab.


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Eins sollte jedem klar sein: Die Bespannung verdeckt keinen Pfusch! Der kommt damit erst richtig zur Geltung. Das ist genau das gleiche Dilemma wie beim Lackieren. Die Bespannung wird nur so gut, wie der Untergrund. Das gilt gleichermaßen für übrig gebliebenen Dreck und Staub, s.o.
Die notwendige Ausrüstung ist eigentlich überschaubar und nicht unbedingt teuer. Wer öfter bügelt, sollte sich unbedingt ein gutes Folienbügeleisen kaufen. Als Heißluftgebläse kann man den normalen Haarfön getrost vergessen, der bringt es nicht! Ich habe mir inzwischen ein temperaturgeregeltes Gerät mit Digitalanzeige von Steinl zugelegt. Das ist wirklich lohnenswert, denn jetzt brate ich keine ungewollten Löcher mehr in die Folie und das Schrumpfen kann viel genauer über die Temperatur kontrolliert werden.


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Ansonsten liegt bei mir nur noch eine Schere, ein Lineal, zwei Cuttermesser mit frischen Klingen und eine Zange auf dem Tisch. Eine Zange? Ja, damit breche ich regelmäßig die Klingen ab! Daran zu sparen, bringt nur Ärger und ergibt Pfusch.
Okay, jetzt aber ans Eingemachte. Ich denke, genauso wichtig wie das handwerkliche Können, ist die richtige Reihenfolge der Arbeitsschritte. Man braucht also den schon erwähnten Masterplan, sonst wird es ärgerlich.

Ich beginne damit, an den Querrudern und den entsprechenden Ausschnitten der Fläche die Stirnkanten zu bespannen.

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Dabei reicht die Folie an allen Seiten etwa 3-4 mm um die Ecken. Ich schneide den entsprechenden Überstand gerade ab, indem ich auf die Kante eine Leiste lege, die so dick ist, wie mein Überstand sein soll. Daran schneide ich mit dem Messer entlang der Leiste die Folie ab. So wird die Folienkante sehr gleichmäßig und sauber. Die paar Millimeter Überstand können dann Stück für Stück um die Ecken gebügelt werden, wobei es wichtig ist, die Kanten nicht mit dem Bügeleisen zu beschädigen und trotzdem ohne Blasen alles fest anzubügeln. Ich prüfe immer wieder sorgfältig, auch bei allen anderen Schritten, indem ich die Bügelkante ins Licht halte und so lose Stellen und Blasen entdecken kann.

Im zweiten Schritt bespanne ich die Randbögen, erst unten dann oben. Daher ist die Stoßkante nicht zu sehen, wenn man das Modell von oben betrachtet. Dies gilt auch für alle anderen Bereiche. Immer hinten unten beginnen und nach vorn oben weitermachen. Die Stoßkanten zeigen somit immer nach hinten und unten, was optisch ideal ist und den Fahrtwind nicht verwirbelt.

Beim Randbogen bügele ich das ausreichend große Folienstück zuerst entlang der Endrippe an.
An dieser Stelle bitte nicht mit der Folie geizen.

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Das geschieht mit wenig Temperatur, sodass nur angeklebt, aber noch nicht geschrumpft wird. Dann ziehe ich mit hoher Temperatur die Folie Stück für Stück um den Randbogen herum und bügele sie gleichzeitig an.

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Ich arbeite dabei von der Mitte nach vorn und hinten. Durch das durchaus kräftige Ziehen wird die Folie schön glatt um die Rundungen gelegt und Falten herausgezogen. Dabei sollte man mit dem Bügeleisen nicht auf Falten herumdrücken, da diese dann für ewig verklebt werden. Lieber das Eisen schön vorsichtig auflegen, sodass die Falten herausgezogen werden und erst dann fester anbügeln.

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Mein Randbogen ist an den Kanten nicht verrundet. Daher kann ich an der Oberkante schön glatt abschneiden und die Unterseite ist damit fertig.

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Im vorliegenden Fall ist das Profil ein Clark-Y, der Randbogen liegt also sehr weit unten. Deshalb ist die Unterseite des Randbogens auch die einfachere Seite, weil hier die Folie recht flach weiter verläuft. Oben ist das schon etwas anders und das Bügeln erfordert hier mehr Einsatz, denn die Folie muss in drei Dimensionen faltenfrei aufgebracht werden.

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An der Oberseite hefte ich die Folie nicht auf ganzer Länge entlang der Endrippe an, denn vorn und hinten wird die Folie aufgrund der Biegungen etwas nach innen ausweichen müssen. Sonst gibt es Falten, die nicht weggeschrumpft werden können.

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Also erst mittig anheften, dann am Randbogen schön um die Ecke schrumpfen und vorn und hinten beidseitig vorsichtig weitermachen. Letztlich hilft nur ausprobieren, denn man kann nicht erklären, wie man wann und wo ziehen muss, um alle Falten herauszuziehen. Es ist kein Problem, ein Stück wieder herunter zu reißen, wenn es nicht perfekt ist. Der Materialverlust ist dabei noch nicht so dramatisch.

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Wenn die Folie komplett um den Randbogen herum angebügelt ist, wird an der Unterseite die überstehende Folie vorsichtig bündig abgeschnitten und die Kante präziese verschlossen, also mit dem Eisen angebügelt.

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Der Randboden ist somit fertig, aber noch nicht komplett geschrumpft. Das mache ich erst, wenn die Fläche fertig bespannt und alle Stoßkanten sorgfältig verklebt sind. Andernfalls kann es passieren, dass sich die Folie beim Schrumpfen an den Kanten löst und diese nach innen zieht. Das wäre so ziemlich der Supergau, weil man es nicht mehr korrigieren kann.
So, der Randbogen ist fertig, nun kann die Unterseite folgen. Ich schneide das Stück so groß zu, dass an allen Seiten einige Zentimeter überstehen, an denen man die Folie anfassen kann.

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Nur am Randbogen, also an der Endrippe, steht nichts über. Es wird bündig mit der Rippe angesetzt, und das als erste Seite. Wenn hier, wieder mit geringer Temperatur, komplett angeheftet ist, wird auch gegenüber, also an der Wurzelrippe angebügelt. Die Folie wird dazu nur ganz sachte gestrafft. Dann folgen Endleisten- und Nasenbereich, wobei man hier fast nicht an der Folie ziehen sollte, da das ganze Stück sonst verzerrt wird. Wenn rundherum alles fest ist, darf die Folie in der Mitte ruhig noch Beulen und Wellen haben, das wird locker heraus geschrumpft. Bevor es aber so weit ist, werden alle Ränder nochmals gründlich festgebügelt. An der Endleiste bügele ich um selbige herum, bis auf die Oberseite. Um einen sauberen und geraden Abschluss zu erreichen, lege ich wieder eine 3-4 mm Leiste an die hochstehende Folie und schneide daran entlang ab. Den schmalen Rand kann ich nun sauber festbügeln. Im Ausschnitt des Querruders wird die Folie nur bis zur Oberkante angeheftet und dort bündig abgeschnitten, also nicht um die Ecke bis auf die Oberseite herum gelegt. Warum? Ich will das Querruder mit einem Folienscharnier befestigen. Dabei würde der schmale Streifen auf der Oberseite stören.

Jetzt könnte die Unterseite schon etwas gestrafft werden, also alle Flächen zwischen Nasen- und Endleiste. Ich mache das aber erst, wenn die Fläche komplett fertig eingeschlagen ist, als letzten Schritt.
Daher kommt zunächst das Querruder an die Reihe. An dessen Stirnseite ist ja schon Folie dran. Ich bespanne also die Unterseite des Ruders, wobei die Folie über die Vorderkante (also an der Scharnierlinie) hinaus stehen bleibt.

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Hier muss man nur darauf achten, dass dieser überstehende Streifen möglichst nicht direkt mit dem heißen Bügeleisen in Berührung kommt und wir mit unseren Fingern nicht so dolle darauf herum grapschen. Dieser Streifen ist nämlich sozusagen Teil Eins des Scharniers. An den Seiten kann die Folie bündig mit dem Ruder abgeschnitten werden, bevor das Ruder kopfüber auf die Oberseite der Fläche, natürlich an seinen Platz im Querruderausschnitt, gelegt wird.

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Um das Ruder nicht zu eng anzubügeln, es würde schwergängig werden, kann man zwischen Ruderklappe und Fläche einen 0,4-0,6 mm dicken Sperrholzstreifen legen. Jetzt wird der Folienstreifen vorsichtig aber gründlich im Ruderausschnitt festgebügelt. Dabei muss man das Ruder schön in Stellung halten, sonst sitzt es am Ende schief drin... Ist der Streifen fest, kann das Ruder umgeklappt werden und es hängst schon da, wo es hin soll.

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Jetzt kann man auch schauen, ob es an den Rändern nicht irgendwo anschlägt oder schleift, bzw. ob die Endleisten schön in einer Flucht verlaufen.

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Wenn das passt, kommt ein großes Stück Folie auf die Oberseite der Fläche und zwar so groß, dass auch die Oberseite des Querruders gleich mit gebügelt werden kann, denn das hängt ja nun schon an der Fläche dran.

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Was nun folgt, ist das gleiche Prozedere wie bei der Unterseite, also rundherum vorsichtig alle Kanten anbügeln. Am Querruder hefte ich zunächst nur den Bereich kurz vor der Scharnierlinie an, sodass die Folie noch nicht am Querruder haftet. Dann schneide ich an den Stirnseiten des Ruders die Folie komplett ein. Nun kann das Ruder nach unten in seine Endstellung ausgeschlagen werden und die Folie wird über die Scharnierlinie hinweg vorsichtig komplett am Ruder angebügelt.

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Das Ausschlagen des Ruders ist sehr wichtig, da es sonst nicht nach unten ausschlagen kann oder halt nur sehr schwergängig.

An der Nasenleiste wird die Folie bis auf die Unterseite herum gebügelt, sodass die Stoßkante nach hinten zeigt. An der Endleiste schneide ich die Folie an der Oberkante bündig ab, schlage sie also nicht noch nach unten um. Damit zeigt auch diese Stoßkante nach hinten.
Sind alle Kanten sorgfältig festgemacht, wird die Temperatur zum Schrumpfen erhöht und zuerst das Scharnier an der Oberseite gründlich nachgebügelt. Aber bitte nur mit nach unten ausgeschlagener Klappe! Jetzt kann man auch testen, ob das Ruder leichtgängig ist und gerade an der Fläche hängt.
Ist das alles in Ordnung, werden Ober- und Unterseite endgültig gestrafft und so alle Falten aus der Gewebefolie entfernt. Aber bitte nicht mit roher Gewalt, also zu großer Hitze, vorgehen. Filigrane Flächen könnten sich auch jetzt noch herrlich verziehen. Gerade im Bereich der Randbögen bzw. überall dort, wo die Folie bündig mit einem Rand abgeschnitten wurde, besteht immer die Gefahr, dass sich die Folie durch die große Hitze wieder löst, schlagartig schrumpft und damit Löcher bzw. krumme Folienränder hinterlässt. Das wäre so kurz vor dem Ziel echt fatal.

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Wer Zweifel hat, ob so ein Folienscharnier auch stabil und langlebig genug ist, dem kann ich versichern, dass diese Methode echt nachhaltig ist. Ich habe noch kein Modell gehabt, bei dem sich ein so befestigtes Ruder verabschiedet hätte. Das flattert und klappert nicht, es hat auch keinen Luftspalt. Okay, eine Hohlkehle fällt damit aus. Einfacher ist es, wenn das Ruder an der Oberseite angeschlagen wird. Zugegeben, diese Lösung ist auch kein Allheilmittel., aber das gibt`s eh nicht.
Ich habe versucht, mein Vorgehen so gut wie möglich zu beschreiben und mit einigen Bildern zu illustrieren. Trotzdem wird der nicht so erfahrene Modellbauer nun denken: "Mein Gotte, wat `ne komplizierte Kiste, ick lass dat lieber...!" Nein, bitte nicht! Das erste Modell wird wohl nur bei absoluten Naturtalenten oder extremen Perfektionisten richtig toll aussehen. Alle anderen werden etwas Übung brauchen, bis sie ein Gefühl für die Materialien und das Arbeiten mit den verschiedenen Folien bekommen haben. Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass ich Gewebefolie für das Material halte, welches am einfachsten zu verarbeiten ist und was vor allem nicht so schrecklich kratzempfindlich ist. Man kann also die Oberfläche nicht so schön mit dem Bügeleisen verhunzen.
Ich würde immer empfehlen, sich ein paar olle Reststücke, vielleicht auch Teile von Absturzmodellen zu nehmen, um daran zu üben. Dann wird eben mal ein Meter Folie geopfert. Das ist immer noch besser und billiger, als am Ende eine ganze Fläche neu machen zu müssen, weil die verwurstet wurde. Na ja, es ist vielleicht auch ratsam, nicht gleich mit vielfarbigen Designs zu beginnen. Schon zwei Farben setzen voraus, dass man sich vorher Gedanken macht, wo die Folien aufeinander treffen. Jeder Stoß muss absolut exakt geschnitten werden, da man hier noch viel deutlicher sieht, wenn mal ein Schnitt nicht ganz gerade geworden ist...

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Aber wenn das Modell dann fertig ist und auf der Piste steht, kommt immer das nicht zu beschreibende innere und äußere Grinsen. Das kann einen niemand nehmen, niemals!

Zum Abschluss vielleicht noch folgende Gedanken:
Dieser Bericht ist natürlich nicht abschließend. Es gibt noch viele Kleinigkeiten, die beschrieben werden könnten. Aber irgendwann wird`s dann doch unübersichtlich. Mir ist klar, dass meine Methoden nicht der Weisheit letzter Schluss sind. Es ist aber das Vorgehen, das sich bei mir bewährt hat. Ich achte z. B. eher darauf, mit gründlich gewaschenen Händen zu arbeiten, also kein Fett an den Fingern, als überall noch zusätzlich Heißsiegelkleber zu verteilen. Auch beschränke ich mich lieber auf einfachere Modelle und Designs, die dann aber vernünftig aussehen. Da muss eben jeder Modellbauer sein Ding finden, um hinterher so etwas wie Zufriedenheit zu erfahren.

In diesem Sinne, ran an die Bügelbretter...
 

Kommentare

Hallo Mirko,
das ist ein wirklich hervorragender Artikel den Du hier reingestellt hast.
Ich habe schon einige Modelle bebügelt und habe auch schon mit einigen Dingen Probleme gehabt, wo ich jetzt durch Dich eine Lösung gefunden habe.
Aber eines meiner größten Probleme sprichst Du nicht an. Ich wünschte mir manchmal beim Folieren das ich ein Sonderling mit 3 Armen und Händen wäre. Eine Hand für das Bügeleisen, eine für die Folie und eine um das Teil auch festzuhalten. Besonders bei Flächen und den Randbögen macht das mir Probleme. Die Fläche will dann immer woanders hin als sie soll.
Wie machst Du das? Befestigst Du die Teile dann irgendwie?

Die besten Grüße
Edgar
 
Hallo,

ja, genau. Randbogen sind wirklich das schwierigste was man bügeln muss. Hab da mit meinen 50 Jahren Modellbau und Flugerfahrungen heute noch meine Probleme. Speziell das Ziehen von Folien um diese herum. Wie Edgar beschrieben bräuchte man mindestens 3 Hände!? Oder einen Partner der die Fläche hält, das wäre eine Lösung. Irgendwie fest machen, das kommt darauf an. Bei einem Clark Y heht das noch wenn man die Unterseite auf dem Tisch liegt, aber wenn die Oberseite auf der Tischplatte liegt, dann ist ein Festmachen wegen der Krümmung auch sehr schwierig.

Grüße

Roland
 
Stimmt, das hatte ich vergessen. Ich bin ein Außerirdischer mit 5 Armen, da gibts das Problem nicht...

Ohne Mist, es ist wirklich ein Problem und artet immer wieder zu akrobatischen Übungen aus. Beim Randbogen lasse ich diesen über die Tischkante hinausragen und stelle hinten Gewichte drauf. Dann geht es. Aber natürlich ist Vorsicht geboten, klar. Wenn die Fläche auf der Oberseite liegt, packe ich manchmal einfach ein großes Handtuch drunter. Das polstert und gleicht die Rundungen etwas aus. Als Gewicht nutze ich eine kleine Richtplatte aus Stahl, die hat viel Auflagefläche und ist gerade so schwer, die Rippen nicht platt zu machen. Aber da muss man eh immer schauen, das Richtige zu finden.

Was noch ganz gut geht, wenn die Fläche etwas größer ist: Mit den linken Unterarm halte ich die Fläche auf dem Tisch und zwar so, dass ich mit der Hand noch die Folienränder zum Ziehen gegriffen kriege. Klar, mit der anderen Hand wird das Bügeleisen geführt und meine drei anderen Hände können popeln, Kaffee reichen und telefonieren, alles gleichzeitig...

Ich bin nicht so der Videokünstler, sonst würde ich das mal zeigen, ist bestimmt anschaulischer.

Gruß Mirko
 
Tipp: Fläche mit zwei Spanngurten auf einem handelsüblichem Bügelbrett befestigen, so dass der Randbogen frei übersteht.
 
Schöner Beitrag, danke dafür!
Eines vermisse ich sehr: wenn Flächen 2-farbig bespannt werden, wie bekomme ich dann eine schöne gerade (und nicht ausgefranste und mit einem Dutzend Ansatzstellen für den Cutter versehene) Trennlinie an der Nasenleiste hin? Mir ist das immer noch ein Rätsel, wie Kollegen dieses Finish hinkriegen...

Gruß,
Peter
 
@Peter
Ich habe mir mal ein geschliffenes 1m Stahllineal gekauft. Das ist 40 mm breit und 5 mm dick, auf der Seite, wo die Skalierung ist 2mm.

Ich lege das Lineal gegen die Folie. Da ich meistens mit Orastick arbeite, klebe ich sie leicht an das Lineal. Dann einfach mit der Rasierklinge rüber. So habe ich immer eine gerade Folienschnittkante und eine Saubere Ueberlappung, wahlweise 5 oder 2 mm breit.

Für die Randbogen kann man die Fläche einfach zwischen die Beine klemmen.

Gruss
Frank
 
Den Randbogen mit einem separaten Stück Folie zu bespannen habe ich so auch noch nicht gemacht. Ich mache das als ganzes Stück mit der Fläche. Vielleicht hatte ich bisher noch nicht so "schlimme" Randbögen. Die Vorgehensweise behalte ich auf jeden Fall mal im Hinterkopf, falls sich so ein Bogen mal zickig anstellt.
 
Beim Folieren Festhalten

Beim Folieren Festhalten

Hallo Edgar,
es gab einmal in den 90ern ein Buch vom US Meister des Folienfinish, der wohl mehrere Top Flite (damals die Folie der Wahl) Finish Preise gewonnen hatte - Tom's Technique. Der hatte natürlich auch das von Dir beschriebene Problem und half sich mit einem nicht zu flachen Hocker (Barhocker). Kein Quatsch, denn ich mach das heute immer so, setzte mich besonders bei Randbögen darauf, lege ein Stück Schaumstoff vor meine und so die Füße des Hochhockers, klemme die Fläche vorsichtige zwischen die Beine - dritte Hand - , setze den nicht zu bebügelnden Teil der Fläche auf dem Schaumgummi ab und kann den Randbogen wunderbar direkt vor meine Augen hochkant bespannen. Dabei schaffe ich es inzwischen, ohne extra Stück für den Randbogen, diesen völlig faltenfrei ohen Einschnitte etc. zu bespannen - sieh Dir mal hier unter Mustfire bei Retro Modelle eines meiner Modelle mit 1,75 M Fläche an, die wurde u.a. kürzliche so bespannt.
Probier's mal aus. Besten Gruß und bleib gesund, Olli


Hallo Mirko,
das ist ein wirklich hervorragender Artikel den Du hier reingestellt hast.
Ich habe schon einige Modelle bebügelt und habe auch schon mit einigen Dingen Probleme gehabt, wo ich jetzt durch Dich eine Lösung gefunden habe.
Aber eines meiner größten Probleme sprichst Du nicht an. Ich wünschte mir manchmal beim Folieren das ich ein Sonderling mit 3 Armen und Händen wäre. Eine Hand für das Bügeleisen, eine für die Folie und eine um das Teil auch festzuhalten. Besonders bei Flächen und den Randbögen macht das mir Probleme. Die Fläche will dann immer woanders hin als sie soll.
Wie machst Du das? Befestigst Du die Teile dann irgendwie?

Die besten Grüße
Edgar
 
Hallo Mirko,

und danke für den Artikel und die tollen Bilder. Eine Sache ist mir (aus leidvoller Erfahrung...) nicht ganz klar: Wie überzeugst du die 2 Folienstücke z. B. am Randbogenrippe/Fläche Übergang auf dem 5mm "Klebstreifen" zusammen zu bleiben und sich nicht beim Spannen (Wärme & Zug) zumindest teileweise wieder abzulösen bzw. zu verziehen. Ähnliches habe ich erlebt bei zweifarbigen Bespannungen mit "Kleberand".

Danke noch einmal und Grüße

Armin
 
Hallo Olli,

wow, was für ein wunderbares Finish bei der Mustfire. Ich staune da wirklich. Echt Klasse!
Kein Fältchen, kein Zacken, kein Fehlerchen zu sehen.
So kriege ich sowas nie im Leben hin! :cry:
 
Hallo Armin,

um die Folienränder an ihren schmalen Klebestreifen zu binden, gibt es zwei wichtige Dinge. Ich achte immer peinlichst darauf, nicht mit den Fingern auf den Klebeflächen herum zu tatschen. Dabei bleiben nämlich immer fettige Rückstände von der Haut übrig, die super als Trennmittel fungieren können. Also Finger weg oder vor dem Aufbringen der zweiten Lage nochmal mit Alkohol reinigen.
Und das Spannen muss dann natürlich mit Gefühl erfolgen. Das ist schon klar. Zusätzliche Sicherheit kann natürlich etwas Heißsiegelkleber auf der Klebestelle bringen.

Die Kommentare zeigen auch deutlich, dass es viele Wege nach Rom gibt. Soweit möglich, würde ich einen Randbogen natürlich auch lieber im Stück bespannen. Hier war es halt nicht ohne Falten möglich, und dann ist es eine Alternative, das getrennt zu machen.
Ich ziehe auch vor jedem Modellbauer den Hut, der ein Modell sauber bespannen kann. Das macht schon Arbeit und braucht Geschick. Und von "perfekt" bin auch ich noch ein gutes Stück entfernt. Dafür fehlt mir eh ein Gen...

Gruß Mirko
 
Stoßkanten sichern

Stoßkanten sichern

Hallo Mirko,

Du schreibst weiter oben , dass Du zuerst die Folie an der Endleiste an anschließend an der Nasenleiste mit dem Bügeleisen fixierst bevor Du hier die Folie schrumpfst. Sicherset Du die Stoßkanten vor dem Schrumpfen mit Sekundenkleber?


Gruß

Thomas
 
Nein, mache ich nicht. Es ist doch Kleber an der Folie. Mit Sekundenkleber kann man auch alles herrlich versauen. Wenn ich wo nachhelfen will, dann mit Heißsiegelkleber oder verdünntem Holzleim. Der klebt auch wie Hölle..

Gruß Mirko
 
Die Kommentare zeigen auch deutlich, dass es viele Wege nach Rom gibt. Soweit möglich, würde ich einen Randbogen natürlich auch lieber im Stück bespannen. Hier war es halt nicht ohne Falten möglich, und dann ist es eine Alternative, das getrennt zu machen.
Ich ziehe auch vor jedem Modellbauer den Hut, der ein Modell sauber bespannen kann. Das macht schon Arbeit und braucht Geschick. Und von "perfekt" bin auch ich noch ein gutes Stück entfernt. Dafür fehlt mir eh ein Gen...
Ich bekomme sowas eigentlich selten ohne kleine Fältchen hin. Aber da sage ich mir, dass es kein Standmodell ist und man aus 2 m Entfernung nichts mehr davon sieht - im Flug sowieso nicht. Da graust es manchem Puristen, aber ich sehe das eher pragmatisch.

Aber eine Sache bringt mich regelmäßig ins Schwitzen und Fluchen: Das saubere Abschneiden der Kanten an Stellen, wo man nicht so einfach eine Leiste oder so anlegen kann - z.B. Nasenleiste. Die ist ja nun mal gerundet. Wie schneidet man da sauber und gleichmäßig ab ?
 
Da hilft ein Stahllineal o.ä., dass vorn und hinten mit etwas Krepp befestigt wird. Aber es ist und bleibt eine Herausforderung.

Gruß Mirko
 
Tolle Ideen dabei. Besonders die Leiste für einen konstanten Überstand ist mir bisher noch nicht in den Sinn gekommen.
Den Überstand bei der Nasenleiste mache ich mit einem Stahllineal auf das ich den Überstand der Folie klebe und dann über die Tischkante hängen lasse und am Stahllineal abschneide. Vorher lege ich das Stahllineal auf die Unterseite (Fläche liegt auf der Oberseite) bis zur Nasenleiste und aufgrund der Kür,mmung der Fläche in diesem Bereich ergibt sich ein gewisser Abstand zur Vorderkante, der dann herumgebügelt werden kann.

Grüße Andreas
 
Respekt Allen, die so bauen können.
Ich kann es aus Platzgründen nicht und bin auch sonst eher Flieger, denn Modellbauer und wenn ich die Zeit und Aufwand hier jetzt sehe, bin ich mit meinen Schaummodellen, die heute ja auch gut ausschauen und ebenso gute Qualität aufweisen, glücklich.
Und im Falle eines Unfalls auch einfacher zu reparieren sind, kleben oder Teile ersetzen statt gebrochenes Holz und neu bespannen.
Wer Verbrenner oder recht grosse Modelle haben will, kommt natürlich um den klassischen Modellbau nicht rum.
 
Hallo Mirko,
das ist ein wirklich toller Artikel, der hier im Magazin gefehlt hat, da wie du eingangs schreibst die guten Beiträge im Nirwana verschwinden.
Ich habe erst kürzlich mein erstes Modell selbst bespannt und ich wäre über diesen Artikel froh gewesen.
Echt prima.
Solche Praxisartikel würde ich mir mehr wünschen.
Es wäre schön, wenn dieser Artikel noch in Wiki unter Materialbearbeitung,Bespannen verlinkt werden würde.
 

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