Wie kann ich meinen Startlauf verbessern?

Hallo zusammen!

Ich hoffe, hier ein paar Tipps und Tricks von erfahrenen Fliegern zu bekommen!

Meine Flugmodelle rollen eigentlich mehr oder weniger recht gut geradeaus. Wenn ich allerdings beim Start Gas gebe, "driften" die Modelle meistens nach einer Seite aus. Mal nach links, meistens nach rechts. Ich habe Schwierigkeiten sie wieder auf die Bahnmitte zu bekommen. So feinfühlig ich auch entgegen steuere, zu oft schlinger ich von einer Seite zur Anderen bis das Flugzeug schlussendlich in die Botanik rauscht und sich überschlägt. Ich muss dazu sagen, dass die Startbahn gerade mal drei Meter in der Breite misst. Das ist nicht gerade viel! Wenn ich Glück habe, ist das Modell "schnell genug" um es noch vor der Kollision mit dem Randstreifen in die Luft zu reißen. Aber das kann nicht der Sinn der Sache sein, zumal ich auch manchmal nach dem Hochreißen das Modell überziehe und es schon mal ganz ganz eng geworden ist :(
Bei den Spornradflieger ist es schlimmer als die Flugzeuge mit Bugrad!
Ich habe schon die Expo vom Seitenruder/Räder auf 50% gestellt um feinfühliger lenken zu können, aber das hilft irgendwie auch nicht. Ich habe versucht noch vor dem Start die Trimmung gegen den Drift zu verstellen, das bringt mir auch keinen besseren Geradeauslauf! Zumal mich dann in der Luft die "Vertrimmung" beschäftigt. Irgendwie schaffe ich es nicht, meine Flugzeuge beim Startlauf sauber mittig auf der Bahn zu halten oder dahin zu lenken!

Was kann ich tun oder versuchen, dass meine Flugzeuge nach dem Gas geben besser geradeaus rollen und somit sicher Fahrt aufnehmen können um schön abzuheben?

Schöne Grüße von Tobias
 
Hallo Tobias,

zunächst einmal ist es wie immer eine Sache der Übung und der Erfahrung. Das kann dir leider niemand abnehmen. Wir können aber versuchen, die Hintergründe ein wenig zu beleuchten und die "richtige" Taktik für einen erfolgreichen Start zu beprechen.

Warum also (mal abgesehen von einem verzogenen oder vertrimmten Modell) sorgt dafür, dass der Vogel mal(meistens immer:D) nach links oder rechts abbiegt?
  • Das Flugzeug hat generell den Drang sich genau in den Wind drehen zu wollen. Wenn also der Wind nicht genau auf der Startbahn steht und z.Bsp. schräg von Rechts kommt, wird das Flugzeug den Wind entgegen nach rechts abbiegen.
  • Auch ist das Gesamtkonzept der Aerodynamik am Boden ein wenig ziemlich sehr anders als wärend des Fluges. So können slipstream und P-Faktor in der Luft fein agieren, am Boden aber blöde Nebenwirkungen produzieren.

Daher bietet sich für dich also an, immer recht genau zu wissen, aus welcher Richtung der Wind weht und dich Moralisch auf das entsprechende Gegenlenken einzustellen. Mind. genauso wichtig ist die Beschleunigung.
Sehr oft sehe ich bei uns an der Bahn, wie die Leute voll Stoff geben, den Vogel bei dem aller ersten Drag steil in die Luft stellen um dann zu warten, was passiert:eek::eek::eek::rolleyes:
Richtig ist genau das Gegenteil.
Lass den Flieger leicht anrollen (dabei merkt man schon den Windeffekt und kann sich drauf einstellen), dann sanft beschleunigen, bis der Hintern hochkommt (auch hier wieder auf der Stufe bleiben, bis man eine stabile Rollrichtung hat).
Nun einfach noch ein wenig Schub drauf und der Vogel zeigt einem eigntl. schon, dass er hoch will. Ein leichter Tick am Höhenruder und ab geht´s.

Einen übermotorisierten Hochdecker kann so ziehmlich jeder überall starten, aber speziell bei Tiefdeckern/Warbirds etc. ist zu wenig Startspeed halt eben tötlich.

Gruß Stefan
 
Üben, üben, üben...

Üben, üben, üben...

Hallo Tobias,

ich versuche es mal vollständig zu erklären.
1. Ich gehe davon aus, dass deine Flugzeuge in der Luft schön geradeaus fliegen.
2. Es handelt sich um konventionelle Propellerantriebe (Prop vorn, Leitwerk hinten)
3. Du verwendest Elektromotoren.
4. Du hast nur ein Seitenproblem, kein Höhenproblem.

Grundsätzlich gibt es am Boden 2 richtungsgebende Elemente: Bug- oder Spornrad und Seitenleitwerk.
Bei geringen Geschwindigkeiten sind die Räder wichtiger, steigt das Tempo, bekommt das SLW immer mehr Einfluss.
Funktioniert es beim Taxirollen und im Flug, funktioniert es auch beim Start.

Außer eine Störung tritt auf:

1. Seitenwind. Das Seitenleitwerk versucht das Flugzeug immer in den Gegenwind zu drehen. Ist die Windrichtung nicht identisch mit der Startrichtung, musst du gegenhalten. Erst mit den Rädern, dann mit dem Seitenruder. Das ist schwierig und erfordert viel Übung. Mit zunehmender Geschwindigkeit des Flugzeugs nimmt der störende Einfluss des Seitenwinds ab. Der Fahrtwind wird größer, und der kommt immer von vorn.

2. Motorgegendrehmoment. Der Motor übt auf den Propeller ein Drehmoment aus. Der gibt nach und fängt an sich zu drehen, meistens nach rechts. Damit der Motor das kann muss sich sein Gehäuse abstützen, am Rumpf. Er versucht also mit derselben Gegenkraft den Rumpf nach links zu drehen. Steht der Flieger am Boden stützt sich der Rumpf seinerseits über das linke Rad am Boden ab. In der Luft erfolgt das ganze dann über den Flügel. Der Motor dreht das Flugzeug nach links. Dem wirkt im Flug der Seitenzug des Motors nach rechts entgegen. Am Boden muss der Pilot hier unterstützen.
Elektromotoren entwickeln ein gewaltiges Drehmoment. Das kann das Modell ganz leicht zum Ausbrechen bringen. Bei meinen EF1 Pylonrennern habe ich die Gaskurve so programmiert, dass das Hochfahren 5 Sekunden dauert, bis Vollgas anliegt! Anders könnte ich die alleine ohne Anschieber gar nicht starten.

3. Reaktionszeit und Überreaktion. Mit wenig Erfahrung treffen den Piloten die Störeffekte sehr plötzlich, dann braucht er Zeit zum Denken und zum Reagieren. Das dauert. Oft zu lange. Mach dir vor dem Start die Windrichtung klar, und überlege vorher was passieren kann und wie du darauf reagieren musst, dann wirst du viel schneller und die frühere Reaktion kann viel kleiner ausfallen.
Außerdem musst du mit der Gegenmaßnahme aufhören, bevor der Sollzustand erreicht ist. Sonst bekommst du prompt dasselbe Problem in anderer Richtung. Die von außen eintreffenden Probleme haben alle Piloten gleichermaßen. Der Umgang damit macht den Unterschied.

Übung hilft: Übe ruhig mal langsam geradeausfahren. Das hilft dir, dein Flugzeug kennenzulernen. Gib mal mit Tiefen-(3-Bein) oder Höhenruder(2-Bein) Druck auf die Lenkräder.
Gib langsam Gas. Dann kannst du auf die Drehmomentänderung reagieren. Wenn das Flugzeug am Boden ordentlich Fahrt macht wird es durch das SLW stabilisiert.
Ruhig mal den Start abbrechen, das ist weniger peinlich als ein Startunfall. (das gilt auch für Landungen, ruhig mal durchstarten, auch 2 oder 3 Mal)
Verbrenner haben das Problem übrigens auch, aber nicht so schlimm.

Falls dir jemand erzählt hat, schnell viel Gas geben gibt ordentlich Druck auf das Seitenleitwerk so ist das Unsinn! Der Propellerwind stabilisiert nichts! Er kommt immer vom Propeller, egal, wohin es geht. Er gibt Druck auf das Seitenruder. D.h. Die Steuerbarkeit aber auch die Nervosität sind sehr hoch. Die brauchst du aber bei geringem Tempo nicht, da hast du noch die Räder. Jeder kleine Zuck am Knüppel lässt den Flieger ausbrechen. Bei höherem Tempo liegt Fahrtwind auf dem Leitwerk, das bringt Geradeauslauf.
Also: gaaaaanz laaaangsam Gas geben und gerade halten. In der Ruhe liegt die Kraft!

Beste Grüße
Andreas
 
Den Hauptfahrwerken ein wenig Vorspur zu verpassen hat auch noch nicht geschadet. Die Achsen so stellen dass die Räder des Hauptfahrwerkes leicht nach innen zeigen. Wir reden hier von einem oder 2 Grad, nicht von 20 ;)
 
Hallo Tobias.

Die obigen Beiträge treffen das Problem (eigentlich die Probleme) genau, da will ich nicht meinen Senf auch noch dazugeben.

Ich habe den Startlauf am PC Simulator geübt, da kann man sich die störenden Parameter schön einstellen und dann üben, üben, üben.
Wir sprechen hier aber nicht von 10 oder 20x sondern von 100 oder 200 x und mit verschiedenen Modellen :D
Vollgas und hochreissen gilt nicht! das sieht nix aus.

Gruß
Johannes
 
Vielen lieben Dank für eure vielen Antworten und Ideen!

Da ich jetzt nicht auf jede einzelne Antwort eingehen kann, möchte ich meine Gedanken zu euren Antworten zusammen fassen.

Ja, es handelt sich um konventionelle Elektroflugzeuge die in der Luft schön brav geradeaus fliegen und kein Höhenproblem verursachen!
Der Wind ist sicherlich ein nicht zu vernachlässigender Faktor, jedoch fliege ich meist bei sehr wenig Wind bis sogar windstille. Aber ich werde auf jeden Fall mehr darauf achten, vorher der Wind kommt.
Das mit den "Rollübungen" habe ich schon einmal gemacht. Das ist auch kein Problem, selbst wenn ich mal mit Speed das Modell vor mich her jage, kann ich es gut kontrollieren.
Das mit dem Tiefen- bzw. Höhenrudereinsatz setzte ich schon regelmäßig ein.
Das Problem tritt dann auf, wenn ein Startschub anliegt, oder das Modell zu schnell rollt aber noch zu wenig Auftrieb hat. Dann haben die Räder zu wenig Grip um das Modell zu lenken, die Seitenruderwirkung ist aber auch noch nicht ausreichend. Gerade die Bugradflieger "radieren" beim Lenken dann hörbar über die Straße. Die Spornradflieger schaukeln sich in Schlangenlinien auf und werden dann von ihrem Heck überholt.

Das mit dem langsam Gas geben ist sehr interessant. Ich habe jahrelang bei meinen Starts "getriggert". D.h. etwas Gas geben und anrollen, und gleich versuchen auszurichten, dann noch etwas mehr Gas, und wieder geradeaus korrigieren, noch etwas mehr Schub und immer schön versuchen das Modell dabei geradeaus zu halten usw., bis dann die Abhebegeschwindigkeit anliegen sollte.
Es war ein Desaster! Noch vor dem dritten oder vierten Gasschub war die Führungskraft der Räder inzwischen so gering und die Rollgeschwindigkeit so hoch, dass ich das Modell wieder auf dem Rücken liegend aus dem Gras ziehen konnte, weil ich das Schlingern nicht mehr verhindern konnte und es im Highspeed ins hohe Gras raste. Mein Händler freute sich immer wenn ich mal wieder Propeller oder andere Ersatzteile benötigte...
Dann wurde ich "mutiger" und gab nach dem zweiten Gasschub fast Vollgas. Das hat besser geklappt! Die Modelle fühlten sich während dem Startlauf "stabilisierter" an. Zwar war mancher Start dann eher ein Reißen, aber es gab unter dem Strich weniger Unfälle! Dass das Hochreißen eigentlich nicht gut sein kann, ist mir bewusst. Aber es gibt halt auch bei den Modellen die V1-Geschwindigkeit. Dann muss man sich entscheiden. Breche ich den Start ab und rauscht der Flieger durch das Geschlingere dennoch ins Unkraut oder gebe ich noch schnell Vollgas und versuche zu fliegen.:confused:
Wie gesagt, das Hochziehen hat weniger Reparaturen gebracht, wie ein Startabbruch!

Es ist irgendwie für mich ein verzwicktes Zeitfenster zwischen schwindender Bodenhaftung der Räder und Übernahme durch das Seitenruder! Genau dann passieren die meisten Startunfälle weil das Modell nicht mehr geradeaus rollt und ich, so scheint es mir, nichts dagegen unternehmen kann.

Das mit dem Überreagieren habe ich mir auch schon überlegt. Wenn das Modell mal ordentlich Fahrt aufgenommen hat, macht es auch schnell einige Meter an Wegstrecke. Da bleibt wenig Zeit und Bahnbreite um richtig zu reagieren. Ob ich da nicht aus halber Panik mit der Lenkung "übersteure" und alles verschlimmere möchte ich nicht ausschließen. Das kann ich aber nicht genau beurteilen. Dazu müsste mir jemand dabei auf die Finger schauen ;) Da hat also der Andreas vermutlich Recht!

Das mit dem Üben sehe ich genau so! Nur dachte ich, es sollte überlegt geübt werden!
Wie sagte schon Mark Twain: "Erfahrung sagt nicht immer was aus, man kann auch dreißig Jahre etwas falsch machen"!

In diesem Sinne bleibe ich dran und danke euch nochmal!

Grüße
Tobias
 
Das mit dem Überreagieren habe ich mir auch schon überlegt. Wenn das Modell mal ordentlich Fahrt aufgenommen hat, macht es auch schnell einige Meter an Wegstrecke. Da bleibt wenig Zeit und Bahnbreite um richtig zu reagieren. Ob ich da nicht aus halber Panik mit der Lenkung "übersteure" und alles verschlimmere möchte ich nicht ausschließen.
Wer lange Zeit Zweiachs-Segler geflogen ist, hat - vollkommen überraschender Weise - weitaus weniger Probleme damit, weil beide Situationen das selbe verlangen: Wohldosierten Lenkeinschlag und dann das Ruder in Position halten (statt abruptem Lenkimpuls wie beim QR, der dann zum Pendeln führt).

Man kann sich das Leben auch erleichtern, wenn man beim Start nicht gleich Vollgas gibt, sondern mit wenig Gas anrollt, mit dem SR ausgleicht und erst wenn die Mühle geradeaus fährt, langsam mehr Gas gibt. Und wie gesagt - Seitenruder halten, nicht nur antippen!

BTW: Bei den genannten Momenten, die für das Abbiegen verantwortliche sind, fehlt noch der Wirbelzopf vom Propeller, der einseitig aufs SR wirkt.
 
Hi Tobias, auf dem Boden ist das Seitenruder sehr wichtig, einfach üben.
Du kannst auch mal richtig, na reinhalten, das wäre auch nicht der treffende Begriff, aber versuch mal ins Seitenruder "zu tippen," 40-80% des Ausschlages, ggfs. mehrfach tippen bis eine Reaktion kommt, einfach üben. Wenns zu kritisch wird, Gas weg, durchatmen und weiter. Gruss Dietmar
 
Hallo zusammen!

Weil heute morgen noch so schön windstill war, bin ich gleich raus um zu üben! :)

Ich bin zuerst mit meiner Albatros raus, weil die den besten Geradeauslauf hat. Ich habe euer Vorschlag übernommen und langsam, in Etappen Gas gegeben und versucht das Ding immer schön in der Mitte zu halten. Dabei etwas Höhenruder, damit das Spornrad etwas Druck bekommt. Das hat zunächst ganz gut funktioniert, doch plötzlich zieht die Maschine nach rechts weg und überschlägt sich im Gras. Ich konnte so schnell gar nicht reagieren! :confused:
Also nochmal! Den Vogel etwas mehr links von der Bahnmitte positioniert und mich auf den kommenden Rechtsdrall vorbereitet. Wieder langsam Gas gegeben und mich eher links orientiert. Die Albatros rollt schön geradeaus. Ich erhöhe den Schub und sie beginnt aber wieder nach rechts zu tendieren. In dem Moment kommt auch das Heck langsam hoch. Ich steuere leicht dagegen, aber das Flugzeug reagiert nicht. Inzwischen ist der Flieger ganz schön schnell und saust wieder Richtung rechten Grünstreifen. Für mich wieder die Entscheidung: Abbruch oder Hochziehen?
Sorry Jungs, aber intuitiv ziehe ich den Doppeldecker in die Luft! :rolleyes:

Nach der Landung hole ich meine PT-17 Stearman und übe mit der. Das Besondere an diesem Flugzeug ist die deutliche Rechtskurve, die es schon beim Rollen ohne Motor hat. Ich kann machen was ich will, ich kann das Spornrad nicht justieren ohne dabei nicht das Seitenruder abzureißen. Vermutlich ist der Fahrwerksdraht im Ruder verklebt. Aber ich habe schon alle Schrauben gelöst, das Ding bewegt sich keinen Millimeter. :confused:
Ich stelle also das Flugzeug auf die Bahnmitte, gebe wieder leicht Höhenruder, gebe ganz leicht linkes Seitenruder und dann vorsichtig Gas. Der Vogel bewegt sich und ich kann ihn zunächst recht gut in der Mitte halten. Ich gebe mehr Schub. Mit zunehmender Geschwindigkeit wird das Geradeaus aber schwieriger. Irgendwann unterstützt das Seitenruder meine Korrektur und der Flieger beginnt nach links zu driften. Ich reduziere meinen Seitenruderausschlag nur ein wenig um wieder geradeaus zu rollen. Doch schon zieht das Flugzeug deutlich nach rechts und ich bin, wegen der hohen Rollgeschwindigkeit, wieder an der Bahnkante und breche den Start ab! Es scheint so, als ob die Räder doch noch ordentlich Haftung hatten, das SR aber auch schon mitmischen konnte.
Ich fange nochmal von vorne an, gebe aber zeitlich früher, und etwas mehr Gas um dem SR mehr Einfluss zu geben. Auch lasse ich das HR diesmal in der Neutralposition. Die PT-17 rollt los und ich kann anfangs wieder den Rechtsdrall des Spornrades gut ausgleichen. Sie rollt geradeaus!! Ich gebe etwas mehr Schub (etwa Halbgas), das Heck beginnt sich zu erheben und sofort dreht die Kiste nach rechts. Das hatte ich auch vermutet (machte die Albatros ja auch) und drücke sofort das SR behutsam nach links, doch nichts passiert. Und ehe ich noch mehr gegensteuern kann begrüßt uns auch schon wieder die rechte Wiesenkante... :(
Okay denke ich mir, alle guten Dinge sind Drei! Noch einmal von vorne. Diesmal wollte ich besser vorbereitet sein. Ich stelle den Vogel etwas rechts versetzt auf die Bahn und rolle los. Schon von vornherein ziele ich nicht geradeaus, sondern eher nach links. Meine Vermutung: Das Flugzeug wird später wieder nach rechts tendieren und dann habe ich mehr Platz um zu reagieren. So weit so gut! Der Anfang läuft fast wie an der Schnur gezogen. Dann kommt der Rechtsdrall! Ich bin vorbereitet und "trete" jetzt doch etwas beherzter ins linke Seitenruder. Das Heck zieht unerwartet schnell nach rechts und ich kann diesmal das Modell aus den linken Grashalmen befreien! :cry: Die Flächenverstrebungen haben sich gelockert und das Seitenruder hat eine Macke mehr durch den Aufschlag...

Ihr seht, mit beiden Flugzeugen, die sich sehr unterschiedlich beim Anrollen verhalten schaffe ich es nicht sie einfach geradeaus rollen zu lassen, bis es in den Himmel geht.

Hab dann vor lauter Frust meine gute alte T-28 geholt und bin fliegen gegangen. Die ist trotz Linksdrall beim Anrollen am Besten zu kontrollieren!

Schöne Grüße
Tobias
 
das dein Flieger nach dem ersten Start auf dem Rücken liegt habe ich genau so erwartet ......
das musste passieren ....
was ist passiert?

hier wurde viel auf üben üben abgestellt, das stimmt im Prinzip aber es ist immens wichtig als erstes mal die Fehler im Modell abzustellen, dann ist Asphalt anders als Graspiste, dann schauen wir mal


aber zurück, was ist passiert? (genau auf den Vorfall oben bezogen)
wahrscheinlich ist der dein Fahrwerk "schlecht", beim Anrollen korrigierst du mit Spornrad sprich Seitenruder dein falsch laufendes Fahrwerk, anfangs ist die Geschwindigkeit niedrig, der Vogel reagiert nicht auf das Seitenruder sondern auf das Spornrad, ist der Flieger schnell genug viel er abheben und reagiert auf einmal (meist schlagartig) auf das Seitenruder, der Flieger macht kurz eine gerissen Rolle und liegt auf dem Rücken im Gras,

abhängige Variablen bei Fahrwerk .... und wie es richtig aussehen sollte
es sollte so stabil sein das es sich nicht schon verbiegt wenn der Flieger drauf steht, hier hapert es oft bei kleinen Modellen,
kleine Modelle und auch besonders "kurze" Modelle sind allgemein bistiger als große, lange Modelle (Massenträgheit, Sturheit gegen äussere Einflüsse, lange Hebelarme helfen

Spornradfahrwerk:
- Fahrwerk an der richtigen Stelle, je weiter das Fahrwerk vor dem Schwerpunkt liegt um so leichter wird der Flieger ausbrechen und um so schwieriger wird das Teil zu beherrschen sein, bei einem Rechteckflügel hat sich Achsen bis max unter Nasenleiste bewährt
- Fahrwerk bzw. Spur rechtwinklig zur Längsachse des Flugzeuges, schiefe Fahrwerksbügel
- Vorspur an den Räder, (wie oben schon von anderen Kollegen schon beschrieben),
- Spornrad mit deutlich Spiel in der Anlenkung, Logik: Spornrad soll wie Räder beim Einkaufswagen sein - also Möglichkeit in kleinem Rahmen selber die Nulllage durch Nachlauf zu finden

wichtig ist das dein Modell so gegen den Wind oder bei Windstille und wenig Gas gerade aus rollt, es muß möglich sein 20-30 m wie mit einem Auto bei geringer Geschwindigkeit gerade aus zu rollen, wenn das nicht gelingt erst mal in Ordnung bringen,

Bugradfahrwerk:
- Hauptfahrwerk soll an der richtigen Stelle sein, also hinter dem Schwerpunkt aber auch nicht zu weit hinter dem Schwerpunkt, mit zunehmendem Abstand von Schwerpunkt und Fahrwerksachse nehmen die Problem zu, früher wurden selbst konstruierte RC-1 er so gebaut, dass das Fahrwerk so nah an Schwerpunkt rückt das man den Flieger bei leerem Tank aufs Seitenruder "stellen" konnte, sprich Bugrad ist in der Luft (typisch Super Sicroly und Curare)
- Flucht Räder des Hauptfahrwerkes soll rechtwinklig zur Längsachse des Modells sein,
- Vorspur an den Rädern des Hauptfahrwerkes
- leichtes Spiel an der Anlenkung des Bugrad, Bugrad leicht nach hinten gebogen, Logik: Räder Einkaufswagen
- in der Seitenansicht soll der Flügel / Höhenleitwerk nahezu parallel zum Tisch sein, eher Nase unten, also Anstellung in Normallage sehr sehr nahe Null, wenn die Nase oben ist zeigt und der Flügel schon Anstellung hat wird der Druck aufs Bugrad mit der Geschwindigkeit beim Rollen zunehmen, das Bugrad verwindet sich und es kommt zur Richtungsänderung,


wichtig ist das dein Modell so gegen den Wind oder bei Windstille und wenig Gas gerade aus rollt, es muß möglich sein 20-30 m wie mit einem Auto bei geringer Geschwindigkeit gerade aus zu rollen, wenn das nicht gelingt erst mal in Ordnung bringen,


wenn du soweit bist, dann kannst du an Starten und üben denken, vorher nicht dann machst du Schrott

dazu stellst du dich ohne Modell in den Keller, nimmst deinen Sender, schliesst die Augen und übst Gasgeben, du zählst erst
eins zwei drei, sprich die Worte langsam, eins ist der weg Richtung Halbgas, da kommst du bei zwei an und zwei ist der Weg Richtung Vollgas und da kommst du bei drei an,
wenn der Knüppel von der Drosselposition bis zur Vollgasposition 3 Sekunden gebraucht hat hast du ausreichend langsam (um schlimme schlagartig auftretenden Effekte aus Gas geben zu verhindern) und auch ausreichen schnell Gas gegeben (um mit dem Flieger in die Luft zu kommen),
stelle dir vor wie der Flieger leicht ausbricht und dann tippen den Flieger auf die Spur zurück,
stelle dir dann vor wie der Flieger stark ausbricht und Knüppel zurück in Drosselstellung Start abbrechen


wenn du das etwas verinnerlicht hast fahre zum Flugplatz
schaue ob der Fahrwerk bei langsamem rollen am Boden in Ordnung ist, wenn ja dann stellen den Flieger gegen den Wind und versuche das was du im Keller geübt hast umzusetzen,
 
...interessant auch...

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...jetzt die Zusatzinformation, dass es sich überwiegend um Doppeldecker handelt. Die sind natürlich nochmal extra tricky beim Start.

Ich würde jetzt auch mal empfehlen, nicht mehr auf dem schmalen Feldweg zu üben.
Geh mal zu einem Verein mit einem richtigen Platz und lass dich dort beraten. Du musst ja nicht gleich Mitglied werden. Gegen einen kleinen Obulus darfst du sicher den Platz mal nutzen. Dann kannst du schon mal genau gegen den Wind starten. Wenn deine Modelle kleiner als 1 m sind, nimm einen Platz mit Betonpiste. Wenn du es dann nach 100-200 Starts kannst, geht es auch auf dem Feldweg....

Viel Erfolg
Andreas
 
Ich schau mal in die Glaskugel: das sind jeweils kleine Modelle, unter 1m Spannweite, mit dünnen Drähtchen als Fahrwerk, kleine Rädchen, dazu ein Wirtschaftsweg auf dem überall Steinchen rumliegen...
 
Tja, auf Hartbahnen hat man halt nicht viel Platz...

Also wenn's nicht eher Miniflieger sind, sondern was mit Gewicht um die 3kg und 1,50m Spannweite:
Frage: Wenn man das (jeweilige) Modell mit der Hand etwas schwungvoller anschiebt und nicht steuert: Rollt es geradeaus? (Radio ist natürlich an!)
Wenn nein:
Muss es aber, also;
Sporn bzw. Bugrad nachstellen bis das Modell geradeaus rollt.

Auch: Laufen die Räder wirklich und immer frei?

(Das mit der Spur ist ja schon gesagt worden.)

Dann (besonders bei Konventionellen Fahrgestellen, also mit Bugrad), ist die Steuerung vielleicht nicht zuviel? Dreht sich das (Bug) Rad mehr als 5 ~ 8Grad von links nach rechts? Denn das neigt leicht dazu das man immer etwas übersteuert und aus einem kleinen Zickzackkurs wird am Ende eine 90Grad biege in die Wildnis.
 
:eek:
Wau, ihr seid ja klasse! Vielen Dank für Eure Gedanken!

Das mit dem "Fuhrpark" ist natürlich so eine Sache. Ja, ich habe fünf Modelle und je nach Lust und Befinden, kommt das eine oder andere Flugzeug mit auf den Platz. Dass das nicht sonderlich "lehrreich" ist, sehe ich ein!

Meine Modelle haben im Durchschnitt eine Spannweite zwischen 110 und 150 cm, und wiegen zwischen 1000 und knapp 1500 Gramm. Und da keines davon mehr als 200 Euronen gekostet hat, kann es natürlich auch sein dass die Qualität der einzelnen Komponenten nicht gerade Topniveau erreichen! Das ist auch wahr!

Ja, es ist ein Wirtschaftsweg aber mit sehr wenig Steinchen ;-)

Ich war heute morgen wieder draußen. Der Geradeauslauf ist ohne Motor schnurgerade! Die ersten ca. 10 Meter beim Start rollt das Modell auch so. Aber dann wird es tricky. Ich bin überzeugt, es ist ein "Flugzustandsereignis" Immer wenn das Modell Fahrt aufgenommen hat und das Heck leicht wird, kommt die plötzliche Rechtskurve, obwohl das SR neutral steht. Ich habe so gesehen noch nichts gemacht! Also kann es ja eigentlich nicht am Fahrwerk liegen. Vielleicht doch eher das Drehmoment...
Um mein Gefühl zu verfeinern, bin ich mit dem Modell "spazieren gegangen". Mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten habe ich versucht das Modell schön gerade rollen zu lassen, dann aber auch bewusst Kurven und auch Schlangenlinien mit "hoher Geschwindigkeit" zu rollen, die dann wieder in einer Geraden enden. Soweit hat das geklappt, ich hatte den Flieger eigentlich immer unter Kontrolle. Nur wenn "Startschub" anliegt, beginnt nach ca. 10-15 Metern der Tanz auf dem Asphalt.

Das mit dem geringen Ausschlag des Spornrads hatte ich durch eine Veränderung der Expo versucht zu erreichen. Die Anlenkung des SR ist auch auf dem äußersten Loch. Also viel Bewegen tut sich da nicht mehr.

Ich erstelle mal aus euren ganzen Antworten einen "Schlachtplan" und gehe dem nach!

Vielen Dank nochmal!

Schöne Grüße von
Tobias
 
Ja, es ist ein Wirtschaftsweg aber mit sehr wenig Steinchen ;-)

das Heck leicht wird, kommt die plötzliche Rechtskurve, obwohl das SR neutral steht.
Tobias

hi Tobias, jedes Steinchen ist für die kleinen Rädchen ein Felsbrocken...

Wenn du mit gezogenem Höhenruder anrollst und mit zunehmender Fahrt nachlässt, hast du Druck auf dem Spornrad, vor allem bei Seitenwind... bei den "grossen" ist das auch so: Sporn vom Boden und es ist im Grenzbereich kaum eine Richtungskontrolle möglich...

üben, üben, üben...;)

das wird scho wern...

mit deinem grössten Flieger ist es vielleicht einfacher...

Ist die Seitenruderanlenkung o.k., das heisst keine Luft drin?
 
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