Tuning der Koh-I-Noor: Schwert und Bombe

Bernd

User
Hallo, wie bringt man den doch schnell kränkenden Segöler Robbe Koh-I-Noor durch überarbeiten von Schwert und Bombe zu besseren Fahrleistungen (schneller+unanfälliger bei stärkeren Winden)?

Hat Jemand Ideen, Details dazu (Zeichnung, Detailbilder,..)?

Wäre super!

Wichtig: Da ein Flautenschieber drin ist, steht nicht unbegrenzt Platz zur Befestigung des neuen Kiels, sondern erst hinter dem zu sehenden Motor (siehe Bild):
http://www.berlinrc.de/Innenleben.jpg

Derzeit siehr das so aus:
http://www.berlinrc.de/Kiel%20mit%20Rumpf.jpg
http://www.berlinrc.de/Kiel.jpg

Ich dachte an so ein Design:
http://berlinrc.de/RC/miramare.jpg
http://berlinrc.de/RC/estelle.JPG



bis dann, Bernd

----------------------------------------------

Murphy R.
User

Benutzer # 1279

erstellt am: 28. Juli 2004 11:43
--------------------------------------------------------------------------------
Hi Bernd, Deine Frage wäre ja eigentlich ein neuer Beitrag...

Schau halt einfach nach den Ersatzteilen der WINDSTAR von Robbe: Kielflosse und Blei für die ESTELLE stammen ganz einfach von der.

Du kannst alternativ auch bei Graupner die Kielflosse der MIRAMARE und deren Bleigewicht (ist mit 1,7 kg etwas leichter als die 2,2 kg von Robbe - wäre besser für Dein Boot) anschauen. Der Miramarekiel läßt sich wegen der Aufnahmestangen im Rumpf einfacher abnehmbar nachrüsten (einfach im Rumpf Rohre einkleben) als der Robbe-Kiel, der eine Tasche braucht - oder fest verklebt werden muß.

Die große Öffnung im Rumpf der K-I-N nach Abschneiden des Originalkiels kannst Du von innen mit eingelegtem Glasgewebe verschliessen. Um dabei ohne viel Nachspachteln eine bessere Außenkontur zu bekommen, kannst Du vorher einen Styproporklotz in die Öffnung einsetzen/fixieren und diesen auf die gewünschte Rumpfform schleifen. Den dann rausnehmen, Glasgewebe rein laminieren und dann den Styroklotz als Formstempel einsetzen, der das Gewebe in Form bringt.
Das Glasgewebe, 3 Lagen ca. 150 g, würde ich angesichts des ABS-Rumpfes mit normalem Polyesterharz einlaminieren, das verklebt mit dem ABS besser, als Epoxi. Wenn doch Epoxi, dann den Rumpf innen extrem rauh anschleifen (mit sehr groben Sandpapier!)

Gruß
Thomas

[ 31. Juli 2004, 19:57: Beitrag editiert von: Bernd ]
 

Ortwin

User
Moin

Und? Schon was ausprobiert?
 

Bernd

User
@ Ortwin: Bin noch am sammeln von Ideen.
Z.B. welches Profile ist von Vorteil (siehe Skizze A oder B):


A hat den Vorteil, dass sich z.B. kein Kraut an der Bombe festhängen kann, sondern während der Fahrt weggespült wird.
 
Bei allem Respekt, die Form sollte ausschließlich vom notwendigen Gewichtstrimm und dem erforderlichen Lateraltrimm gewählt werden. Also mit Form A tippe ich mal auf Schiffbruch hinsichtlich der daraus resultierenden Segeleigenschaften, da sich, wenn dabei der Gewichtstrimm stimmt und die Bombe nicht falsch nach hinten geschoben wurde (- das Boot hecklastig wird) die wirksame Kielfläche zu weit vorne befindet und sich so das Verhältnis von Kielflächendruckpunkt zu Segeldruckpunkt "ungünstig" verschoben hat. Die Kiste wird dann luvgierig, sprich in den Wind drehen wollen.....

Form B erscheint mir die geeignete. Der Flächenschwerpunkt der neuen Kielfläche sollte dabei ungefähr mit dem Flächenschwerpunkt des alten Flossenkiels übereinstimmen. Die Ballastbombe ist nicht ganz außer acht zu lassen, aber deren seitliche Wirkung ist aufgrund des runden Querschnitts nur sehr schwer zu bestimmen. Daher halte ich es für nicht falsch, die Bombe ca. mittig am Kiel anzubringen.

Habe nochmal im Keller geschaut, aber keine Miramare-Flosse mehr gefunden = keine Maße ermittelbar. Aber im Grunde kannst Du mit beiden Flossen, egal Robbe oder Graupner nicht viel falsch machen. Wie gesagt, Robbe halte ich für unnötig schwer. Sind sich ansonsten relativ ähnlich und die Feinabstimmung muß dann eh am Boot erfolgen. Ich würde sie z.B. beide etwas in der Länge kürzen. Ich mache das nach Bauchgefühl: Schneide mir aus Pappe den Umriß des gedachten Kiels aus und pepp diese Schablone an den Rumpf an die vorgestellte Stelle und schaue mir das Bild dann von der Seite her an. Sieht es für mich ok aus ( "Bauchgefühl" - sorry, schlecht übermittelbar...), dann wird die Position markiert und das ganze umgesetzt. Du kannst es ja auch so machen und einfach davon Bilder erstellen und die von uns hier kommentieren lassen.

Gruß
Thomas

[ 05. August 2004, 12:26: Beitrag editiert von: Murphy R. ]
 

Ortwin

User


Wenn die Befestigungspunkte des LO Kiel´s mit dem der Miramare übereinstimmen , hier die Maße:
der Mittelpunkt der Bohrungen ist 40 mm auseinander.
vordere Stange 6mm Ø
hintere Stange 4mm Ø

[ 05. August 2004, 23:35: Beitrag editiert von: Ortwin ]
 
Hi, da hat Ortwin eine gute Idee mitgebracht: Der Kiel der LO ist besser als der von der Miramare geeignet, da er nicht so tief ist. Ist ansonsten derselbe wie Miramare, nur eben unten ein Stück kürzer gefräst. Bernd könnte sich damit die eigene Absägerei und Neuanpassung der Bleibombe ersparen...

Mir ist alternativ noch der Kiel von der gleich großen SAPHIR eingefallen. Die Bombe hat ca. 1,5 kg. Die Kielflosse ist ähnlich lang wie bei der LO und paßt von der Form sehr gut zur KIN. Hat aber oben im Rumpf eine kastenförmige Zunge und wird im Saphirrumpf am Boden und Aufbau verklebt. Nimmt mehr Platz weg, als die Stangen bei LO-Kiel. Die Saphirteile könnten aber in der Anschaffung ein paar EUR billiger sein.... 1,5 kg sollten für die KIN ebenfalls reichen, tun es ja auch bei der Saphir....
Gruß
Thomas
 
Hi Bernd, habe mal schnell eine Art Skizze gemacht, wie es so pi + daumen mit einem LO-Kiel aussehen könnte. (Aber wirklich nur als Anregung - habe keine Maße vorliegen und kenne die KIN nur so vom gelegentlichen Sehen)
Habe daher auch den Mast als Strich angenommen - bin nicht sicher, ob der da steht oder etwas weiter vorne.



So wie ich es anhand der Bilder sehe, wirst Du Deinen Innenausbau für einen neuen Kiel erstmal rausreißen müssen, um im Rumpf genügend Platz und eben freie Zugänglichkeit zum Rumpfboden zu bekommen. Daher ist die Sache mit der Hilfsantriebslage auch eagl, die kann danach neu gemacht werden.

Gruß
Thomas
 

Bernd

User
...Super addon mit dem Kiel und Bombe, sowas hätte ich gerne dran.

1. Das Problem was ich aber sehe ist, wie ich den Kiel im Rumpf befestige, da ich einen Motor drinhabe. Siehe http://www.berlinrc.de/Innenleben.jpg

2. welches Material ist am besten und welche Dicke soll es haben?

3. welche Besfestigung ist angesagt, um die Bleibombe an den Kiel zu bekommen (Skizze B haben wir ja gesagt (s.o.)?

4. Sorry, aber was ist mit 'LO' gemeint?
 
Hi Bernd,

LO heißt Libera Ocean und ist der Zweimaster von Graupner.

Wie ich schon schrieb, für so eine Modifikation mußt Du das Innenleben über dem derzeitigen Kiel komplett entfernen, um Zugang zum Modifizieren des Rumpfes von innen her zu erhalten. Von außen wird das nichts richtiges...

Material: Wir haben hier bislang von Kaufteilen geschrieben, die aus Kunststoffspritzguß fertig sind. Bei dem LO-und Miramare Kiel wird die Bleibombe dann an einer kleinen Zunge am Kiel verklebt (bei Robbe wohl auch so).

Wenn Du eine Kielflosse selber machen willst, tut es auch ein gerades Brett aus 10 mm Schiffssperrholz (-> Bootsbau, das Du entsprechend zusägst und dann mit etwas Profil zuschleifst/hobelst (ähnlich wie die Form einer Bleibombe, nur eben flacher). Gibt auch noch diverse andere Möglichkeiten für sowas. Schau mal hier im Forum bei Rennsegelyachten im Thread Arrow, da ist einiges an Bauhinweisen drin...

Gruß
Thomas
 

Ortwin

User


Nebenbei hätte man bei diesem Stangensystem auch die Möglichkeit, den Kiel unproblematisch zu versetzen, falls dies nötig sein sollte... (zusätzliche Röhrchen einbauen dürfte ja recht einfach sein.)
 

Ortwin

User
Übrigens, bitte schmeiß den Motor raus :D ;)
 

Thore

User
Ich habe irgendwo gelesen, dass die SWAN 38 oder 44 das Vorbild für die Koh-I-Noor sein soll.
Gilt das auch für die Segeleigenschaften?
 

Bernd

User
@Ortwin:
zu Deinem update:
"Übrigens, bitte schmeiß den Motor raus!"

Welche emensen Vorteile bringt der Ausbau des Antriebes, ausser ca.200Gramm Gewicht ?
Sicherheitstechnisch doch eher nur Nachteile, oder?

[ 31. August 2004, 09:00: Beitrag editiert von: Bernd ]
 

Ortwin

User
Hi Bernd

Welche emensen Vorteile bringt der Ausbau des Antriebes, ausser ca.200Gramm Gewicht ?
200g fürn Motor + Akku + Welle + Regler, wieviel macht das in Summe? So ca. 400g?

Die Eingangsfrage war:
Hallo, wie bringt man den doch schnell kränkenden Segöler Robbe Koh-I-Noor durch überarbeiten von Schwert und Bombe zu besseren Fahrleistungen (schneller+unanfälliger bei stärkeren Winden)?
1.Das oben eingesparte Gewicht, kannste dann ja sinnvoller unten einsetzen, z.B. an der geänderten Bombe...

2.Du hast mehr Platz im Boot
Da ein Flautenschieber drin ist, steht nicht unbegrenzt Platz zur Befestigung des neuen Kiels, sondern erst hinter dem zu sehenden Motor
3.Welle und Schrauben bremsen und das nicht unerheblich, das Boot verliert weniger an Fahrt und kommt evtl. besser durch die Wende..

4.Mit Motor ist unsportlich. ;) :D

5.Probiers einfach mal aus.

Gruß
Ortwin
 
3.Welle und Schrauben bremsen und das nicht unerheblich, das Boot verliert weniger an Fahrt und kommt evtl. besser durch die Wende..
Wozu gibt es bei Graupner Faltpropeller ? Da ist die Bremswirkung dann nahezu bei Null. ;)

1.Das oben eingesparte Gewicht, kannste dann ja sinnvoller unten einsetzen, z.B. an der geänderten Bombe...
Vergrößern der Lateralfläche bringt erhöhte Reibung. Da verringert sich die Geschwindigkeit doch auch - oder ????


4.Mit Motor ist unsportlich.
Na, das laß ´mal nicht die Skipper auf den Originalen hören ! :D

Es lebe der Flautenschieber, nur man muß ihn ja nicht immer einsetzen. :p

Joachim
 
Da die eingangsfrage von Bernd folgende war : "Hallo, wie bringt man den doch schnell kränkenden Segler Robbe Koh-I-Noor durch überarbeiten von Schwert und Bombe zu besseren Fahrleistungen (schneller+unanfälliger bei stärkeren Winden)?"

...macht das verlängern des Schwertes und ein höheres Gewicht der Bleibombe Sinn.

Da aber ein Schiff ja eine festgesetzte Verdrängung hat, muss dieses zusätzliches Gewicht ja irgendwo anders eingespart werden.Und da bietet sich eben der Ausbau des Motors und Fahrakkus an. (Mast geht ja nicht, denn Bernd will ja segeln)
 

Thore

User
Ich denke auch, dass man sich fragen sollte, wie oft man einen Flautenschieber wirklich (ganz ehrlich) braucht.

Für nen Full-Scale ist das natürlich wichtig, weil bei Gegenwind in den Hafen paddeln nicht lustig ist

Ich hatte einen bei einer Atlantis, den man ein und ausfahren konnte, hab ich nur ein oder zweimal ausprobiert, weils lustig war, danach nie mehr.
 

Thore

User
...Achso, wenn ich bei Flaute fahren möchte, nehme ich ein Schiffchen mit, welches mein Segelboot zur Not wieder an den rettenden Steg BUGSIERt.
 
...macht das verlängern des Schwertes und ein höheres Gewicht der Bleibombe Sinn.
Das ist doch irgendwie doppelt gemoppelt ! :confused: Es reicht hier völlig aus das Eine oder Andere als Lösung umzusetzen. Also entweder tieferer Schwerpunkt = längere Kielflosse, oder höheres Gewicht der Bleibombe = serienmäßige Kielflosse.

Ich denke auch, dass man sich fragen sollte, wie oft man einen Flautenschieber wirklich (ganz ehrlich) braucht. ......Ich hatte einen bei einer Atlantis, den man ein und ausfahren konnte, hab ich nur ein oder zweimal ausprobiert, weils lustig war, danach nie mehr.
Deshalb baue ich nur billige "Motörchen" vom Conrad-Gabbeltisch ein. Als Fahrtregler reicht dann auch ein sog. Flugregler aus, denn die Faltpropeller haben keinen Rückwärtsgang. Bei mir kommt der Motor nur bei Flaute zum Einsatz, ansonsten ist er im Dauerruhestand. :D

Joachim
 
Oben Unten