Warum wird in Servos nicht auf Potis verzichtet?

Jan

Moderator
Klar ist: Die Servoelektronik braucht eine Rückmeldung, wie das Servo jeweils steht. Nach dem Einschalten wäre ein Servo ohne Poti blind. Dem könnte man doch - aus meiner laienhaften Sicht - durch eine mit geringer Geschwindigkeit durchgeführte Kalibrierungsfahrt von Vollausschlag zu Vollausschlag abhelfen.

Wenn das Servo einmal "weiß", wie es steht, dann kann der Rest doch eigentlich kein Problem mehr sein, oder?

Die Veränderungen der jeweiligen Stellung durch Einflüsse bzw. das Erreichen des jeweiligen "Ziels" bei Änderungen des Impulses könnte doch motorintern geklärt werden. Wenn es gelingt, sensorlose Brushlessmotoren im Antriebsbereich elektronisch im Griff zu behalten, dann sollte man das mit den Servomotörchen doch auch können.

Oder?

Fragen über Fragen.
;)

Wer weiß was?
 

Micha O.

User gesperrt
@ Jan

...schön angedacht :D

ABER nehmen wir mal an:
maximaler Servoweg 125%
diesen Weg müsste das Servo jedes mal beim einschalten des Empfängers abfahren.
Was machst Du nun bei Modellen die nur einen Weg von +136 und -89 an den Rudern zulassen? Jedesmal das Gestänge aushängen damit das Servo beim "kalibrieren" nichts zerstört?
:D :D :D

Gruß

Micha
 
Hi..

Man könnte das mit Schrittmotörchen im Prinzip schon bewältigen.. einschaltpunkt=Nullpunkt, muss man halt jedesmal beim abschalten sicherstellen dass die Ruder alle neutral sind.

Dennoch: Die Positionsrückmeldung hat schon ihren Sinn.

Warum das mit einem reibungs- und verschleissbehafteten Bauteil wie einem Poti gemacht werden muss bleibt die frage.

Ich hab vor ein paar Jahren mal zwei Servos umgerüstet und die Positionsrückmeldung per linearem Hall-Effekt-Sensor gemacht. Das funktionierte sehr gut, berührungs- und reibungsfrei. Der winzige Sensor konnte entweder konventionell im Servo untergebracht werden, oder alternativ direkt am Ruder, wodurch Gestängespiel praktisch vollständig unterdrück wird.
Auch waren nur minimale Anpassungen der Servoelektronik erforderlich.
Warum mache ich das also nicht immer so? Aufwand und Kosten...

Mein "Traumservo" hätte einen bürstenlosen Antrieb (aber als Asynchronmotor, wegen des Anlaufverhaltens) und Signalrückführung per Hall-Effekt-Sensor. Dann blieben als Verschleissteile nur Lager und Getriebe, und die könnte man sehr viel langlebiger dimensionieren als Motorbürsten und Potischleifer. Irgendwann bai ich mir sowas mal versuchsweise auf.

mfg
andi

[ 12. Januar 2005, 12:04: Beitrag editiert von: FlugFisch ]
 
Das Problem des Kalibrierung könnte auch über eine Referenz in der Mitte des Servogesamtwegs erfolgen...wenn auch schwieriger.

Ich stelle mir den Schaltungsaufwand wesentlich höher vor. Es muss ein µC her, der die Impulse zählt, die von einem Inkrementgeber erzeugt werden. Dabei sollte es tunlichst nicht zu verlorenen Impulsen kommen, da dann Drift auftritt. Und wer möchte schon einen driftenden Servo in einem Modell (auch wenn ich nicht davon ausgehe, dass es dazu kommen muss wenn der µC entsprechend clever programmiert ist, denkbar ist es aber schon).

Optische Absolutgeber sind nicht günstig in akzeptablen Auflösungen zu erhalten, geschweige denn deren Signal wieder einfach zu verarbeiten. Dazu sind sie auch noch relativ groß im Vergleich zu Inkrementalgebern. Und der günstigste Absolutgeber, der zumindest mir auf die schnelle einfällt, ist schon heute in Servos eingebaut :)

Grüße
Jens
 

Jan

Moderator
Original erstellt von Micha O.:
...nehmen wir mal an:
maximaler Servoweg 125%
diesen Weg müsste das Servo jedes mal beim einschalten des Empfängers abfahren.
Was machst Du nun bei Modellen die nur einen Weg von +136 und -89 an den Rudern zulassen? Jedesmal das Gestänge aushängen damit das Servo beim "kalibrieren" nichts zerstört?
:D :D :D

Gruß

Micha
Das von Dir geschilderte Problem hat eher weniger mit den Servos als mit der Schlamperei des Modellerbauers zu tun, oder? ;)
 

Jan

Moderator
Selling price of one GDservo is CZK 2200.-
ok, billig ist das nicht, sind umgerechnet wohl 72,34 EUR
(Quelle: Währungsrechner bei Yahoo )

Dann kommen die Importkosten und die Großhändlermargen dazu und man landet rasch bei 100 EUR. Aber es war doch schon immer etwas teuerer, einen leichten Geschmack zu haben. Oder? ;)
 
Jan, Schlamperei ? Ganz im Gegenteil, wie sehr oft werden asymmetrische Ruderwege gebraucht. Eine der Errungenschaften der modernen Fernsteuerungen, die u.a. manche Flugzeuge erst fliegbar mach(t)en.
Von aussermittigem Nullpunkt hat Micha gar nichts gesagt.
Die Rudermittelstellung am Sender ist allerdings - in gewissen Grenzen - auch weniger Schlamperei sondern in meinen Augen auch eine Errungenschaft, ebenso Trimmspeicher etc. etc. etc.
In meinen Augen bringt es nichts, über absolute Hightech nachzudenken, und dann 99% der Modellbauer aus dem rennen zu schiessen. Klar, sind alles Schlamper. Aber die Mehrheit.
 
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