FWG 2.5 Segler 4-Klappen Holzkonstruktion

Hallo,
neue Ideen in Holz.......

Mit Holz bauen ist wunderbar. Mittels der Komponenten DevWing, CAD und Fräse lassen sich Modellflugzeuge aus Holz gestalten was vor einigen Jahren noch nicht vorstellbar war.
Nach diesem Projekt (siehe post #614):
kristallisierten sich Gelüste nach einem "richtigen" ;-) Segler.

Grobes Lastenheft:
Tragfläche und Leitwerke komplett aus Holz
Spannweite 2,50 m, Tragfläche dreiteilig
Pendel-V-Leitwerk
Rumpfvorderteil aus Holz, Leitwerksträger konisches CfK Rohr
Vier Klappen, d.h. Querruder und Wölbklappen
E-Antrieb als Absaufhilfe.

Kurze Anmerkungen zur Designphilosophie
Modell aus Holz weil ich Spass daran habe nach endlosen Harzorgien. Und weil ich es kann...
Holmgurte alle aus Kiefer, ich mag die Klebungen von CfK Gurten mit 2K Epoxid nicht. Kiefer lässt sich hervorragend mit CA oder Weissleim kleben.

Dreiteilige Tragfläche deshalb weil es meiner Meinung nach keinen Sinn macht ein Bauteil dort zu trennen wo das maximale Biegemoment anliegt.
Wir sind Modellbauer und sollten die gestalterischen Freiheiten nutzen.

Pendel-V-Leitwerk, wer kommt auf solche Ideen? Mir gefallen V-Leitwerke. Diese funktionieren ganz prima, vorausgesetzt sie sind richtig ausgelegt.
Und weil es V-Leitwerke als Pendelruder nicht an jeder Ecke gibt. Ich finde Pendelruder auch ganz prima, also warum nicht Pendelndes V-Leitwerk?
Einfach kann jeder...

Leitwerksträger aus Fasern machen Sinn wenn aus gutem Material und professionell hergestellt. Die Rohre vom Slite und Pures sind von exzellenter Qualität, sowas selbst herzustellen ist eine sehr große Herausforderung. Zumal diese Rohre äußerst preiswert sind.
Somit wird es überschaubar wenn man eine hölzerne Rumpfkeule mit einem praxiserprobten Leitwerksträger verheiratet.

Und so kommen wir zur Modellgröße. Ein (eigentlich Ersatzrohr) ist auf Lager. Jetzt ein wenig rechnen was mit dem vorgegebenen Abstand Tragfläche - Leitwerk machbar ist in Sachen Spannweite. Um auf der sicheren Seite zu dimensionieren habe ich 2,50m Spannweite festgelegt. Siehe dazu auch file zum download weiter unten.

Vier Klappen? Querruder muss sein. RES ist toll, macht Spass. Aber nur wenn es nicht allzu stark bläst. Und in turbulenter Luft hört für mich der Spass auf ohne Querruder.
Ohne jetzt die RES Jünger zu brüskieren, alles hat seinen Sinn und auch seine Berechtigung. So wie für mich Querruder einen zusätzlichen Spassfaktor garantieren. Das zum Thema freie Meinungsäusserung...
Und wenn schon Querruder dann bitte keine Spoiler, die gehören an einen RES weil das so gewollt ist. Ein richtiger Flieger hat Wölbklappen, das sagt zumindestens das Spassmanagement. Damit kann man dann verwölben und richtig butterfly und hat somit auch einen gewissen Mehrwert gegenüber Spoilern.

Elektroantrieb, kann sein, muss aber nicht. Ich für meinen Teil habe festgestellt dass ein reiner Segler die sportlichere Variante ist. Wir (die Kumpels mit dem gleichen spleen in meinem Dunstkreis) fliegen an teilweise sehr anspruchsvollen Hängen im Mittelgebirge. Absaufer sind dann möglicherweise ein Garant für Totalverlust; muss nicht sein, so fliegt es sich recht entspannt.

Jetzt zum Namen des Konstruktes, FWG 2.5 steht für:
Fullhouse
Wooden
Glider.

2.5 steht für, na klar die Spannweite in Metern, ist doch logisch, oder?
Ok, englisch ist modern und ein brillianter Name für den Apparat ist mir nicht eingefallen.
Bevor jetzt die Googlefaulen fragen was es mit dem vollen Haus auf sich hat, das steht im angelsächsischen Sprachgebrauch für einen (mindestens) 4-Klappen Segler.

Wer bei ResOpen gelesen hat erkennt meine Konstruktionsstrategie wieder. Rippen sind alle aus 3mm Pappelsperrholz. Das mit den Kieferngurten hatten wir schon weiter oben.
Torsionsnase im Flügel (sorry, D-Box) muss sein, ein Holmrohr ist einfach zu torsionsweich.
Fertige Leisten nur als Holmgurte aus Kiefer. Nasenleiste ist gefräst aus 3mm Pappel, die Endleiste diesmal aus 1,0mm Birkensperrholz. Ich höre schon die Kritiker, oh viel zu dünn. Nein es hält, ist sogar erstaunlich steif wenn man so eine wabbelige Struktur richtig anbindet. Und ausschäften sollte man den Sperrholzstreifen auch können wegen der Endleistendicke von 0,6mm, das ist gut für die Aerodramatik.

In der Tragfläche sind noch so einige Besonderheiten die man im Holzflugzeugbau nicht so häufig findet. Zum Beispiel die Verwendung von Schaschlikspiessen, die sind nämlich bei den höherpreisigen Artikeln aus feinstem Bambus. Und das hat ja ganz besondere Eigenschaften die man selbst ergoogeln möge.

Ok, das wars erstmal als Einführung.
Jetzt gibts Bilder und ein paar Dateien.

Stability FWG2_5 V3.txt umbennen in *.ods (OpenOffice Tabellenkalkulation). An dieser Stelle Dank an den Autor Curtis Suter zur Freigabe der Veröffentlichung hier.

FWGV2_2.txt umbenennen in *.dwp (DevWing Datei).


Die Konstruktion ist frei zur privaten Verwendung. Gewerblich verwertete Klone meiner Konstruktion sind unsportlich und ausdrücklich nicht erwünscht.

Ich bin mir noch nicht sicher ob das eine Baubeschreibung wird. Ich habe wenig Lust hier Alleinunterhalter zu spielen und mich anzubiedern wie teilweise hier geschehen; ist nicht meine Art.
Eine offene Diskussion fände ich super.

Tragfläche und Leitwerke sind rohbaufertig. Es fehlt noch die Konstruktion des Rumpfvorderteiles.

Gruß
Mike

DevWing 10.jpg
DevWing 11.jpg
DevWing 12.jpg
 

Anhänge

  • Stability FWG2_5 V3.txt
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Zuletzt bearbeitet:
Hallo Mike,
Deine Konstruktion hört sich meiner Meinung nach schlüssig und durchdacht an.
Schon lange schiebe ich ähnliche Gedanken. Vor mir her und freue mich über Deinen Entwurf.
Bin auf weiter Details gespannt und lese gespannt mit.

Schöne Grüße
Eugen
 
Hallo Eugen,
danke, wenn man sich lange genug mit einem Entwurf befasst kommt manchmal auch was Gescheites heraus...

Der Rumpf ist wie bei meinem OpenRES komplett aus 3mm Pappelsperrholz, gefräst mit Verzinkungen

FWG Fuse1.jpg


Der runde Spant ganz vorne ist aus 1,5mm GfK und dient als Schleifschablone zur Herstellung der kreisrunden Geometrie.
Nicht dargestellt im CAD sind 8mm Dreikantleisten aus Balsa im vorderen Bereich

FWG Fuse2.jpg
FWG Fuse3.jpg


Der Rumpfquerschnitt wurde bestimmt durch den LiIon Akku 2s 18650 und den Motor 2836-7 mit Aeronaut 9x5 und Spinner 42mm.
Servos 2 Stück Emax ES09MD auf einem Schlitten da man an die hinteren Servobefestigungen in Einbaulage nicht herankommt.
3D CAD macht schon Sinn.....

Heute war Hochzeit:
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Das Seta Rohr wird auf einer Länge von 80mm vollflächig mit der Holzstruktur verklebt (Araldite mit BW-Flocken)
P1150817.JPG


Rumpfvorderteil vor dem Kleben.
Die Holzstruktur wiegt komplett mit den M5 Alu-Einziehmuttern zur Tragflächenbefestigung 69 Gramm

P1150809.JPG


Ich habe die ausgefrästen Reststücke auf die Waage gelegt, das waren 22 Gramm. Lohnt sich demnach, das sind grob 1/3 Gewichtsersparnis beim Rumpf.
P1150813.JPG


Die Leitwerksteile sind ähnlich aufgebaut wie die Tragfläche, Nasenleiste aus 3mm Pappelsperrholz, Endleiste aus 1,0 mm Birke Flugzeugsperrholz 3-lagig. Holmgurte Kiefer 5x1, Holmstege 3mm Balsa.
Eine Leitwerkshälfte wiegt ohne Bespannung aber mit eingeklebtem 5mm Alurohr als Drehlagerung und Verriegelung 15,5 Gramm.

Profil HT14 durchgehend aufgedickt auf 7,0% damit das Alurohr 5,0x0,5 an der richtigen Stelle (25% Lmue) reinpasst.
Endleistendicke angepasst auf 0,6mm.
Ganz schön fummelig, geht aber gut zu bauen in der DevWing Negativhelling. Diese ist nur gesteckt um auf die andere Seite der Leitwerkshälfte umzurüsten.
An den Rippen mit den Bohrungen für die Aufnahme und Drehlagerung waren Hilfsstrukturen notwendig da dort einfach zu wenig Material stehen blieb. Ohne diese Verstärkungsbögen fällt die Rippe schon auseinander wenn man sie nur anschaut ;-)
Nach dem Zusammenkleben wurden diese Bögen entfernt und auf Profilkontur beigeschliffen.

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Die Pendel-V-Leitwerksaufnahme besteht aus zwei 3D Druckteilen mit Anpassungen der Profilkontur an die Rohrgeometrie des Leitwerksträgers; mit integrierter Drehlagerung.
P1150801.JPG

Alles dann mit Araldite zusammengeklebt. Zur Fixierung der beiden Druckteile zueinander diente ein Zahnstocher der mit verklebt wurde.
Nach Aushärten wurde dieser auf Kontur geschliffen.

Gruß
Mike
 
Zuletzt bearbeitet:
Habe fertig.....

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1170 Gramm, entspricht einer Flächenbelastung von 26 gr/m².
Das Pendel V-Leitwerk ist mit Aufnahme und Anpassung an die Rumpfröhre doch relativ schwer geworden.
Bespannt wurde komplett mit Folie von Hobbyking. Das Zeugs lässt sich hervorragend verarbeiten, angesichts der Preissituation durchaus eine wirtschaftlich sinnvolle Alternative.

P1150841.JPG


Unschön sind die offenen Ruderanlenkungen des Pendel V-Leitwerkes. das wäre aber auch bei einem konventionellen Ruder nicht anders bei dem kleinen Durchmesser des Rumpf-Kohlerohres im hinteren Bereich.
Um Stabilität für die Drehachsen (und Leitwerksaufnahme) zu erreichen wurden die 3D Druckteile mit Pappelsperrholz 3mm verlängert

P1150840.JPG


P1150844.JPG
#

Querruder und Wölbklappen werden mit Emax ES09MD angesteuert. Bin gespannt wie die Servos mit den Wolbklappen funktionieren bei immerhin 68mm Klappentiefe.

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An sich war der Bau des Fliegers recht unspektakulär. Basis dafür sind eine aufwändige und saubere Konstruktion von Fläche und Leitwerk mit DevWing sowie die weitere Bearbeitung im 3D CAD. Es ist immer wieder erstaunlich mit welcher Genauigkeit die gefrästen Holzteile passen.

Spannend war die Konstruktion der Klappen. Durch die Torsionskästen klappenseitig und die Aussteifungen mit den Schaschlikspiessen in den Rudern wurden erstaunlich hohe Torsionssteifigkeiten erreicht. Zumindestens in dieser Dimension unerwartet in Angesicht der offenen Felder der Ruder. Ich denke das wird sich besonders bei den Querrudern bemerkbar machen; diese sind immerhin 800mm lang und haben profilbedingt sehr kleine Querschnitte.

Interessant war auch mal wieder dass man mit Pappelsperrholz und minimal Einsatz von Balsa (nur die Torsionsnasen des Tragflügels in 1,5mm Balsa) durchaus gewichtsverträglich bauen kann. Gut während einer Knappheit von Balsaholz.....

Mal schauen wie der Vogel so tut...

Gruß
Mike
 
Schaut gut aus dein Flieger.
Hätte da noch ne frage. Wie sieht es mit dem landen aus, da ausschnitte im Rumpfboden sind? Wann soll denn der Maiden statt finden?...Bitte berichten.

Gruß Sven
 
Danke!

Auf der Bespannfolie ist auf der Rumpfunterseite zusätzlich durchsichtige Steinschlagschutzfolie.
Damit kann man sogar auf festem Untergrund landen ohne dass die eigentliche Bespannfolie Schaden nimmt.

Erstflug demnächst wenn das Wetter und die Windrichtung passt...

Gruß
Mike
 
Hallo Mike,
durchdachte Konstuktion 👍 , sauber umgesetzt👍👍
1200g für einen 2,5m / E-Segler ist schon ein tolles Ergebniss.

Bin auf den Maiden gespannt!
Aber was so gut aussieht wird auch gut funktionieren/fliegen.

Meine Erfahrung mit einem PicaRes Langohr zeigen einen echten Mehrwert durch Querruder und höherer Spannweite.
Der FullhausWoodGlider steht schon mal auf der Projektliste.

Vielen Dank für das teilen der DevWing Files.

Gruß
Robby
 
Gibt es einen Grund für die sehr geringe V-Form? Zum Kreisen darf es außen am Knick gerne 6-8° V-Form haben.

@Pendel V-Leitwerk: So wie Du es ausgeführt hast, bin ich über viele Jahre geflogen. Geht einwandfrei!

Viel Spaß,
Bernd
 
Robert,
danke für die Blumen :-)

Es sieht tatsächlich so aus als wäre die V-Form sehr gering.
Was man kaum sieht ist die V-Form des Tragflügelmittelteiles mit 1,5° pro Seite, das sind dann an der Knickstelle schon 12,5mm auf beiden Seiten. Die Aussenteile haben jeweils 6° V-Form ab Knick, insgesamt hat jede Flächenhälfte eine V-Form von 94mm in der Vertikalen gemessen Randbogen zu Auflage Tragflächenmitte.
Ich hätte gerne noch etwas mehr V-Form am Knick realisiert, aber mehr ging nicht in den zur Verfügung stehenden Bauraum bei einem geraden Verbinder mit einem Durchmesser von 6mm.
In der Mitte hatte ich mich nicht getraut mehr als die 1,5° einzubauen da ich damals bei der Konstruktion nicht wusste wie weit der Holmgurt aus Kiefer 8x2 mit kleinem Radius biegbar ist. Ich fand es wichtig die Gurte in der Mitte ohne Schäftung durchlaufen zu lassen.
Inzwischen würde ich mir zutrauen einen 8x2 Kieferngurt nach wässern mit Dampf recht scharfkantig um 3° zu biegen.

In dem excel file des ersten threads wird unter anderem auch die Spiralsturztendenz berechnet, dabei spielt ja bekanntlich die V-Form eine entscheidende Rolle. Das sieht so nicht schlecht aus laut dem tool.

Bei diesem Bild (Ansicht von vorne) sieht man die V-Form besser:
DevWing 04.06.2021 18_36_19.png


Bernd, hast du einen Tipp für mich betreffend der Maximalausschläge eines Pendel-V-Leitwerkes?

Gruß
Mike
 
Ausschläge Pendelruder: Ich habe keine genauen werte, aber das ist ganz ähnlich wie bei Pendel-Kreuzleitwerken. Ich würde mal sagen -10°;+15° (wg Butterfly) auf Höhe, auf Seite kanns mehr sein.

/Bernd
 
Danke Bernd, so ähnlich war auch meine grobe Schätzung.

Gruß
Mike
 
Geflogen ist die Möhre heute, und heile ist sie auch noch.... :-)

Denkbar ungünstige Bedingungen, jede Menge Wasser in der Luft bei der schwül-gewittrigen Wetterlage.
Und keine Thermik, absolut Null. Auch kein Wind, also auch kein Hangaufwind.
Macht eigentlich keinen Spass so zu fliegen, aber die Neugier hatte gesiegt.

Was soll ich sagen?
Das übliche, Schwerpunkt hat gepasst, fliegt geradeaus, schiebt oder giert nicht mit neutralen Rudern, kein Trimmen erforderlich. Rumpf hängt nicht unangenehm um die Querachse, EWD passt somit auch....
Leichter Abfangbogen, Schwerpunkt kann erstmal bleiben wie er ist. Das excel sheet hatte somit Recht bei einer berechneten Stabilität von 5% lmue.

Querruder reagieren wie erwartet recht zackig und direkt. Sehr angenehm.
Ungewöhnlich ist die sehr direkte Reaktion auf Seitenruder obwohl ich die Wege bereits auf 40% für den Erstflug gestellt hatte.
Höhenruder zeigt auch eine gute Wirksamkeit, wenn auch nicht ganz so direkt wie das Seitenruder.

Butterfly wirkt sehr gut, kein Wunder bei den Scheunentoren an Wölbklappen und Ausschlag bis 80°. Zumischung Höhe bei butterfly passt auch schon recht gut.

Kurvenflug bis ca. 45° Schräglage ist von der Ruderabstimmung recht angenehm. Kaum Abstützen mit QR nötig und das Seitenruder muss sehr gezielt eingesetzt werden um unerwünschte Schiebzustände zu vermeiden. Spielen mit Kombimix ist angesagt.

Geflogen wurde nur in Klappenstellung neutral, positives und negatives Verwölben wird dann getestet wenn der Hang auch trägt und /oder Thermik vorhanden ist.

Motorsturz passt auch mit -4°, kein Nachdrücken erforderlich bei Vollgas.

Da gibt dann doch noch einiges zu tun beim Feintuning. Aber alles im Rahmen und erstmal keine bösen Überraschungen.
Es ist immer wieder erstaunlich dass man mit einer sorgfältigen theoretischen Auslegung gute Ergebnisse in der Praxis erzielen kann.

Die Sichtbarkeit der Bespannung in transparent (ohne Farbe) und transparent gelb lässt zu wünschen übrig. Da muss noch nachbessert werden.

Ein schönes Flugbild hat der Apparat, bin zufrieden, ein tolles Projekt!

Gruß
Mike
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Zum Beispiel die Verwendung von Schaschlikspiessen, die sind nämlich bei den höherpreisigen Artikeln aus feinstem Bambus. Und das hat ja ganz besondere Eigenschaften die man selbst ergoogeln möge.

Servus Mike,
Glückwunsch zum gelungenen Erstflug und zu dem schönen Entwurf. Da du uns nun schon wg. Bambusspießen neugierig gemacht hast, eine Frage meinerseits, von wg. offene Diskussion und so: bringen die so in den Klappen in die Symmetrieebene eingebauten Spieße wirklich was für die Torsionsfestigkeit? Ich hätte eher abwechselnde V-Anordnungen erwartet, etwa so wie einmal zwischen erster und vierter Rippe im ersten Beitrag im Tragflügel gezeigt. Die Spitzen der V an der Endleiste. Wäre natürlich in der geringen Klappenbauhöhe ein bisschen Gefummel. Die Anregung mit Bambus für den Einsatz ist gut - ich habe geoogelt :-)
Gibt es einen guten Grund für Pappelrippen bis ganz nach draußen?

Vg,
Thomas
 
Hi Thomas,
danke!

Die Frage nach dem Einbau der Stäbe in Symmetrieebene ist bei mir während der Konstruktion auch aufgetaucht. Natürlich wäre eine V-förmige Anordnung sinnvoller, aber es war auch so genug Fummelei und das wollte ich mir dann doch nicht antun.
Die Profile sind im hinteren Bereich recht dünn. Sinnvoller statt der Bambusstäbe wären bestimmt Diagonalrippen in den Rudern, das ist aber mit DevWing eine ziemliche Fleissaufgabe da es dafür keine automatische Generierung gibt.
Oder gleich geodätische Rippen in den Rudern, das geht aber leider auch nicht mit DevWing vorne herkömmliche Rippen und hinten geodätische. Hatte damit eine Weile gespielt und dann entnervt aufgegeben.

Ich denke, ohne dass ich es jetzt direkt beweisen kann dass die Bambusstäbe in den Rudern trotz der ausgeführten Anordnung einen positiven Einfluss auf die Torsionssteifigkeit haben.
Ist alles Experimentalflugzeugbau :-)

Aussen ist ein AG38 als Flügelprofil eingebaut. Bei einer Flügeltiefe aussen von 110mm ist die Profildicke nur 7,7mm, in Balsa wären die Rippen sehr fragil geworden. In Pappelsperrholz sind die Rippen, vor allem wenn keine Ausfräsungen vorhanden sind doch deutlich stabiler.
Und das minimale Mehrgewicht schadet dem Flieger sicher nicht.

Gruß
Mike
 
Schwacher Wind aus Nord, der Hang trägt!

Zeit genug um ausführlicher zu spielen mit dem FWG. Alle Klappenstellungen getestet, butterflylandungen trainiert, Überzieh- und Rollübungen, V-Leitwerkstest und sonstige Spassmanöver wie Loop, Rückenflug und gesteuerte Rolle.

Selten einen Segler mit so ausgewogenen Flugeigenschaften geflogen.
Wie bereits erwähnt ist die Wirkung der Querruder sehr direkt und dabei trotzdem angenehm.
In Wölbklappenstellung "Slow" (Wölbklappen ca. 5mm, Querruder ca. 3mm abgesenkt (positiv)) ist der Flieger beim Überziehen völlig problemlos.
Ähnlich in Stellung "Normal" (Ruder im Strak).
Zieht man zu viel nimmt er auch im Kurvenflug lediglich die Nase herunter, deutlich aber unkritisch. Keine Tendenz zum seitlichen Abkippen, Höhenruder nachlassen und alles ist wieder normal bei nicht allzuviel Höhenverlust. Wobei die vor dem Abnicken erreichten Anstellwinkel schon sehr deutlich sind.
Sehr entspannend....

Trudeln hatte ich versucht, ist mir noch mit allen Tricks nicht gelungen . Mit gekreuzten Rudern geht die Kiste in einen Spiralsturz, ist auch kurzfristig ungesund...

Wölbklappen auf "Slow" (positiv) und der Flieger schaltet einen Gang zurück. Kleinste Bärte, auch gerne mal ganz eng sind recht langsam auch mit großer Schräglage auszukurbeln, erinnert vom Verhalten sehr an einen SAL positiv verwölbt, nur eine Ecke größer.

Wölbklappen negativ geht auch, rollt dabei recht flott. Ich bin aber noch nicht ganz davon überzeugt ob die Drela Profile diese Vergewaltigung gut finden. Man(n) muss mehr testen.

Butterfly ist ein Genuß, der Flieger fällt sehr gut kontrollierbar mit hoher Sinkrate und Schrittgeschwindigkeit vom Himmel. Sicheres Landen auf engstem Raum wird zum Kinderspiel. Ganz kurzer Abfangbogen vor Einfahren der Klappen kurz vor dem Boden, aber gut abschätz- und beherrschbar. Ein echtes highlight, die Entscheidung für die großen Klappentiefen war genau richtig.
Klappen zu spät einfahren gibt sicherlich nach Zahnausfall auch Kopfweh beim Reparieren der Wölbklappen.

Als kritisch hatte ich in der Konstruktionsphase die Steifigkeit des Leitwerksträgers (CfK Rohr) und das Pendel-V-Leitwerk eingeschätzt.
Entwarnung, keine Relativbewegung des Leitwerksträgers im Fluge sichtbar, was nicht heisst dass sich das Rohr nicht verformt infolge von Massen- und aerodynamischen Kräften. Steifigkeit des Leitwerksträgers mag grenzwertig sein ist jedoch bis dato völlig unauffällig.

Auch das Pendel-V-Leitwerk macht was es soll, und das auch noch mit einer exzellenten Wirksamkeit. Könnte kaum besser sein, die Seitenruderwirksamkeit ist aussergewöhnlich gut. Ich denke die Ausschläge können noch reduziert werden.
Und stabil ist das Leitwerk bei den geflogenen Geschwindigkeiten ohne Einschränkung. Soll heissen Massenverteilung und Lage des Drehpunktes funktionieren sehr gut. Selbst bei hoher Fluggeschwindigkeit keine Tendenz zum Flattern, auch nicht bei erzwungener Anregung, und das ohne Massenausgleich. Passt...

Interessanterweise habe ich bei meiner Taranis die Grundprogrammierung der Energija für den FWG übernommen, natürlich mit entsprechenden Anpassungen an die speziellen Bedingungen des FWG.
Die Höhenruderbeimischung bei butterfly passt zum Beispiel mit den Einstellungen der Energija perfekt.
Ob man jetzt Mischer QR auf WK braucht sei dahingestellt (eher nicht...), und snapflap macht vielleicht auch nicht unbedingt Sinn.
But nice to have...

Ich denke bereits darüber nach den Apparat nochmal zu bauen. Nach jetzigem Kenntnisstand ohne Modifikationen zu Baunummer 1.

Gruß
Mike









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Zuletzt bearbeitet:
Tuning.....

Der FWG hat mittlerweile gute 40 Flugstunden (nein keine TX Einschaltzeit, reine Flugzeit) und ist mein absoluter Lieblingsflieger bei schwachen bis mittleren Wetterlagen am Hang.

Seit dem Einfliegen habe ich nichts mehr an dem Modell gemacht. Schwerpunkt passt perfekt, EWD auch ;-)
Auch die Rudereinstellungen und Mixer passen ganz prima.

Zeit also noch etwas Leistung rauszukitzeln. Die Ruderspalte waren bislang noch offen, Spaltabdeckungen könnten noch ein wenig Leistung bringen.

Man nehme kein fertiges Spaltabdeckband zu € 10.- für fünf Meter, man(n) macht sowas selbst.

Dazu wird Tesa Spezialklebefilm doppelseitig Breite 9mm auf eine 0,08mm PET Folie geklebt. Daraus dann Streifen mit ca. 20mm Gesamtbreite (inklusive Klebefilmbreite) schneiden und am Ruderspalt anbringen. Die Gesamtdicke von Folie und Klebefilm ist dann 0,34mm; somit hat man auch eine Turbulenzkante am jetzt abgedeckten Ruderspalt.

Wie man sieht sieht man nix......
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Der rote Streifen ist das Schutzband für den beidseitigen Klebefilm.

P1160185.JPG

Auf der weissen Folie sieht man die Spaltabdeckung mit dem Klebefilm vor dem Ruderspalt.
Fast unsichtbar ist das Spaltabdeckband auf der transparenten Bespannfolie.

Ich bin gespannt ob sich im Flug ein Unterschied feststellen lässt.

Gruß
Mike
 
hallo Mike,
der FWG gefällt mit ausgesprochen gut.
Ich habe vor längerem ein ähnliches Konzept mit AG35 bis AG38 Strak bei 2,8m SpW angefangen, aber nie fertig bekommen.
Da ich mir vorgenommen habe, mal wieder mehr zu fliegen als mich am Rechner rumzuschlagen, wäre das eigentlich genau das was man als nächstes Bauen könnte.
Da ich DevWing nicht habe bzw. kenne: Würdest Du auch DXF Daten zur Verfügung stellen?

Vielen Dank und viele Grüße
Jörn
 
Hallo Jörn,

das sind aber eine Menge an dxf-files....
Viele dxf-files aus DevWing wurden im CAD modifiziert und dann erst ins CAM geladen.

Du arbeitest nicht zufälligerweise mit Estlcam? Das wäre viel überschaubarer die fertigen Projektfiles weiterzugeben.

Ansonsten habe ich die ersten Überlegungen kanalisiert für einen FWG 3.0.....

Gruß
Mike
 
ja, Estlcam habe ich auch in Verwendung, die Frage ist dann nur, wie groß die Arbeitsfläche ist, aber das gucke ich mir gerne an.

Jörn
 
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